Lakana Be III & das dreihundertdreiundvierzigste Gedicht

Tsiribihina River Sonnenuntergang

Für zweieinhalb Tage auf dem Tsiribihina. Zum Abschluss wurden wir gebeten, eine Rede auf die Fahrt und das Zusammenleben mit der achtköpfigen Bootsmannschaft zu schreiben. Natürlich musste das ein Gedicht werden, was mi glucksender Überraschung aufgenommen wurde.

Two and a half day on da Lakana Be

Two and a half day
On da Lakana Be
There are people hard working - their number is: eight
And there's two on the top - who are just gaining some weight

The water's so shallow - and it's not getting better
If the tourists on board become fatter and fatter
But the cooks both made really excellent jobs
And their singing and dancing was Top of the Pops
And so was the work of the rest of the crew
While we just lay down and had nothing to do

The captain did slalom and some marvellous u-turns
And we just laid down and were getting some sunburns
And tried hard to keep all the memories in our head
While the whole crew was eager to rescue a hat
Jonny explained us nearly whole Madagascar
And in the distribution of pencils - he's really a master
And there's so much to mention that you did for us:
Building up tents, collect wood, play guitars
So it feels like a week what was twoanhalfday
That we were your guests on the Lakana Be

We'll keep this in mind and especially
When we are back in Germany
Back in our jobs and in cold winter's shiver
We'll remember the lazy days on Tsiribihina river
Thank you so much
For giving us such
A great time: twoanhalfday
On the Lakana Be

Sonnenstich & das dreihundertzweiundvierzigste Gedicht

Indri Indri

Zur Abwechslung mal wieder ein Lemurenfoto. Der Indri Indri. (Gedicht zu ihm in "Mehr Kacheln!"

Madagasgar

Macker Oskar
Mag das Gas-Car
That was made auf
Madagaskar
Aber, glasklar
Dass Frau Mama
Gar kein Car
Für Oskar
Vorsah
Und schon ma gar kein
Das schon damals
Tadelsgare
Mackendarb'nde
Unbrauchbare
Makel-Gas-Car
That was made auf
Madagaskar

Touristendeck & das dreihunderteinundvierzigste Gedicht

Mit der Lakana Be 3 auf dem Tsiribihina

Für zweieinhalb Tage auf dem Tsiribihina. Eine Chaiselongue nebst Zelt als Sonnenschutz auf das Dach eines Bootes zu bauen, ist ein schöne Idee. Dort zu liegen, weckt seltsame Gedanken.

King of Africa

Ich bin der King of Afrikanu
Und lächle meiner Zukunft zu
Grins' schaisselonget vom Sonnendeck
Und praktizier' den Wonnencheck

Lass mir ein schmackhaft Hühnchen köpfen
Ein Schalentier vom Flussbett schöpfen
Derweil die Sonne maßvoll brennt
Und mich als Herrscher anerkennt

Ich nuschle straff mein "Salam'!" und "Veloma!"
Ich, King of Durchfahrt - und jetzt herrsch' du ma!

Das madagassische "o" wie in dem dem deutschen "Tschüss!" entsprechenden "Veloma!" wird wie ein "u" ausgesprochen.

Brennholz & das dreihundertvierzigste Gedicht

Wasserfall am Ufer des Tsiribihina River

Für zweieinhalb Tage auf dem Tsiribihina. Ohne WC und Dusche, aber mit solch passablen Alternativen. Drumherum ist das Land dagegen oft gerodet - und verheizt.

Holzkohle

Hier wär soviel Nistplatz für ein Paradies
Sofern man der Zeit etwas Atemraum ließ

Tsiribihina & das dreihundertneununddreißigste Gedicht

Für zweieinhalb Tage auf dem Tsiribihina River.

Für zweieinhalb Tage auf dem Tsiribihina.

Im Fluss

Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss
Nur ich stecke mit Hochgenuss
Nach Fahrrinnenslalom und Stromschnellentest
Auf einer der stoischsten Sandbänke fest

Es frug mich manch See- oder sehender Mann
Ob er mir nicht irgendwie raushelfen kann
Und herzlich gestelzt klingt mein "Dankeschön, nein!"
Das muss zwar nicht, aber das darf mal so sein
Dass das lange, ruhige Leben sich wallt
Mein knarzendes Rückgrat mit Kraft überspült

So werd' von der Massen der Wasser, geballt
Ich bis zu den Knien durch die Sandbank gewühlt
Bald schlucke ich Wasser, bald riech' ich Ertrinken
Schon spann' ich die Flügel, noch tiefer zu sinken ...

Dann geb' ich meinen Rumpf 'nen Stoß
Und heb' mich aus dem Sandsumpf los

Ich genieße wie niemals zuvor dieses Treiben
Mit Ruhe und Länge im Einklang zu bleiben

Doch jedem Hindernis zollt nun mein Wissen Respekt
Dass so viel Gewalt in der Stromlinie steckt

Antsirabe & das dreihundertachtunddreißigste Gedicht

Auf dem Weg von Madagaskars Hochland zur Küste.

Auf dem Weg vom Hochland zur Küste.

Rote Erde

In Afrikas roter Erde steckt die Kraft von sechshundert Sonnenorangen
Und der Schweiß aller Bürden der Menschheitsgeschichte
Aus den narbig durchpflügten Landwirtschaftsloungen
Spritzt das Futter für rüstige Reiseberichte
So anders, doch: "Was war ich da!"
Im kurz entblößtem Unsichtbar

Mohrenlemur & das dreihundertsiebenunddreißigste Gedicht

Weiblicher Mohrenlemur

Nach der gut gefüllten Lemurengedichte-Serie in "Mehr Kacheln!" bin ich tatsächlich in diesem Urlaub noch auf bislang von mir unbedachte Arten gestoßen. Hier Fortsetzungsfolge drei von vier. Der Mohrenlemurmann ist eigentlich schwarz - hier abgebildet ist ein Weibchen.

Mohrenlemur (oder Schwarzer Lemur)

Ja, du bist der schwärzeste von allen
Mit dem härtesten, welligsten Herz aller Welten
Dein Fell lässt die Strahlen der Sonne verhallen
Und vergessen, dass sie auch nur etwas erhellten

Es dient dessen Schwärze dem Gelb deiner Augen
Die schwefelgelbwild alles Leuchten einsaugen
Laut Grundlektion der Metaphorik
Ein Farbsignal von Diabolik
So zähltest du im Furchteinflößen
An anderen Orten zu den Größen
Doch da rangiert doch weit vor dir
In Hiesigkeit das Fingertier

Dein Weibchen hat das längst erkannt
Geht nicht mehr einher mit dem Farb-Nein des Mohren
Haselnussbraun schmückt ihr Damengewand
Sie krönt gar mit Weißheit den Pelz ihrer Ohren

Dein Schwarz schaut fast noch böser drein
Wo andre sich graziös befrei'n!

Chilloutzone & das dreihundertsechsunddreißigste Gedicht

Schwarz-Weißer Vari

Aus der Reihe der Faulenzergedichte. Mit passender Vari-Übung m Frühstückstisch.

Hängematte

Die Hängematte sagt mir barsch
Dein Körperschwerpunkt ist dein Arsch
Hier sammelt sich das, was von dir von Gewicht
So zeigt dir the Hammock dein wahres Gesicht
Dein hehrer Kopf stakt leichtgewichtig
Von Hüftenschwerkraft aufgerichtet
Und nistet hart im Knotenstrang
Weil er nicht wahrhaft von Belang
Dein Zentrum ist am Ende doch
Nur triebfäkales Ausflussloch
Es scheidet zumindest den Menschen vom Tier
Das sichre Gebrauchen von Lokuspapier

Palmarium & das dreihundertfünfunddreißigste Gedicht

Coquerel-Sifaka

Ein Koalagedicht. Der erwähnte Baum ist lediglich eine madagassische Unterart des Eukalyptus, der eben die erwähnte papierne Rinde aufweist. Der abgebildete Koala ist ebenfalls endemisch und heißt Coquerel-Sifaka (über den es aber schon in "Mehr Kacheln!" ein entsprechendes Gedicht gibt). Er ist der letzte Überlebende einer Sifaka-Familie, die es auf der Palmarium-Insel nicht geschafft hat.

Beweggrund für ein Koalagedicht

Wär ich Bär, oha, ich wär
Gerne ein Koalabär
Denkt's mich unterm Eukalyptus
Aufgehängt im Rebootrhythmus
Längst vom scharfen Saft belämmert
Dessen Vorschlagskraft jetzt hämmert:
Es kann doch nichts okayeres geben
Als so ein Koalaleben!

Und des Baums beleb'nder Duft
Nebelt in die steh'nde Luft
Und will mich mit Menthol betören
Dass ich mich im Hirne winde:
"Könnt' ich doch hierhin gehören!"
Kraxelnd an papierner Rinde ...

So atemfrisch ist ungefähr
Das Leben vom Koalabär
So dacht es mich dereinst am Strand
In einem fern geleg'nen Land ...

Letztlich blieb doch einfach alles beim Alten
Ich wollt nur den Duft in Erinn'rung behalten

Offroad light & das dreihundertvierunddreißigste Gedicht

Chamäleon

Kurze Lemurenpause. Mit einem Vertreter der großen anderen Tiergruppe der Insel. Und einem Text zu einer gewohnten Situation: durch ein fremdes Land brettern zu Songs weit hinterm Verfallsdatum. Funktioniert sogar mit Ace of Base.

Secondary Road

Nie haben UB40 sich besser in die Landschaft geschmiegt
Als im stiebend verwehenden Pistenstaub
Red Red Wine, der in Schlaglöchern taktvoll versiegt
Und wir ruckeln mit ihm, gesäßmuskeltaub

Selbst Shakira ist ganz Mama Africa
Und plädiert für ein ewiges 2010
Wir pflügen mit ihr durch die Zebu-Schar
Bitten hupend Geflügel zu Seite zu geh'n

Wir sind vom Grounddreck fast erfasst
Beseelt, wie gut der Soundtrack passt

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