Liebe und Beziehung

Klassische und sehr unklassische Liebesgedichte.

Entgegenkommen & das eintausendvierhundertachtundneunzigste Gedicht

Blick vom Rheinsteig

Ins Ehebett

Das Po-an-Po im Ehebett
Ist mein nächtliches Akku-Aufladen.
Dies Pol-und-Gegenpol-Duett
In traulichen Gestaden
Erfüllt mit Lebensenergie
Die Lauge meiner Lethargie.

Dann gluckst man mit 'nem Koma-Hauch:
Was kümmert uns der Stromverbrauch!?

Abgezäunt & das eintausendvierhundertsiebenundfünfzigste Gedicht

Zaun beim Olympiapark

Nachtzug

Wenn die Nacht
Der Straße die Farbe nimmt
Und mit Macht
Die Fernsicht zur Einsicht trimmt,

Mag ich mit dir
Die Highways langcruisen,
Der Leere Spalier
Zur Passion mir erschmusen,

Bis der Tag
Die Lösung enthüllt
Und einen Sarg
Mit Antworten füllt.

Haidhausen & das eintausendvierhundertsechsundvierzigste Gedicht

Brunnen am Weißenburger Platz

Schreiben & Bleiben

Spät in der Nacht noch was zu schreiben,
Gibt diesem Tag die Chance zu bleiben.
Umklafft mich auch herzschwerstes Gähnen,
Schafft's dieser Vers dich zu erwähnen,
Eh du mir sehr betrunken winkst
Und in der Dunkelheit versinkst.

Und Stille füllt den Raum mit Leere.

Von Worten zugemüllte Schwere
Will ich als schwebend mir bewahren
Zum Trost in spät'ren Lebensjahren -

Du wirst mit diesem Tag verweilen
In zwölf recht spät geschrieb'nen Zeilen.

Halbmast & das eintausendvierhundertsiebenunddreißigste Gedicht

Licht mast vom Olympiastadion München

Der letzte Geck

Beehren Sie, Fräulein, mich baldigst zum Tee
In meinem verheerenden Balz-Separee?!
Wo der Kitsch meiner Kissen aus Plüsch und aus Samt
Schon selbst nicht mehr wissen will, woher er stammt.

Hier wirkt noch des alten Stils vorletzte Chance,
Hier wirbt noch der Wirklichkeit Resteleganz,
Hier stirbt unvollendet mein Dasein als Geck,

Sirrt "Darling, Darjeeling?". Und dann ist es ...

Adalbertstraße & das eintausendvierhundertvierunddreißigste Gedicht

Frühlingsabend über der Adalbertstraße in der Maxvorstadt

Wonnentage

Es tummelt sich Pracht in so einfachen Dingen -
Wie zögernde Knospen und Sahneverschlingen,
Das hummelumsummenste Frühlingserwachen,
Ein zungenspitzfindiger Schmaus für den Rachen,
Die Rundungen sonnenprall mundender Beeren,
Das vor einem Fick mit den Blicken Verzehren
Und was diese Liebe noch sonst mit uns macht,
So ungestüm einfach - führt's schlichtweg zur Pracht!

Hasi & das eintausendvierhundertsiebenundzwanzigste Gedicht

Seychellen Flughund

Niedliches Liebesgedicht (ganz ohne Beteiligung von Menschen)

Ein Osterhas im Lostopf saß,
Im Arm mit einer Niete.

Ihr Los zum Hauptgewinn verlas
Des Abends Aphrodite.

A la Mouche & das eintausendvierhundertsechzehnte Gedicht

Am Anse A la Mouche auf Mahe

Paartanz@theBeach

Ich stapf mit meiner Seelenruh
Gemächlich durch den Sand,
Verschaff durchs Fehlen beider Schuh
Mir Zutritt zu dem Land.

Welch Weisheit wohl die Weissheit birgt
Vom frisch gewasch'nem Sand?
Ich zähl nur das, was sie bewirkt
Mit dir hier, Hand in Hand.

Ottica & das eintausenddreihundertneunundsiebzigste Gedicht

In der Altstadt von Trient

Bei Tirol

Weil i a wenig (immerhin!)
An Italiener ähnlich bin,
Schwärmt Trudchen (unter Alkohol):
Gell, Alois, du tust'ma wohl!

Auf der Sendlinger & das eintausenddreihunderteinundsiebzigste Gedicht

Auf der Münchner Einkaufsmeile Sendlinger Straße

Der Schwerversetzte

Ich kann wohl nicht genug
Auf meine Uhr heut schau'n,
Dein Kommen in Verzug
Als faktisch zu versteh'n.

Ich wittere Betrug
Und suche doch Vertrau'n,
Wenn forschend ich beguck'
Der flotten Zeiger Dreh'n.

Ich kann heut nicht genug
Das Trostlose beschau'n.
Ich schau' und blick' und guck' -
Und würd' viel lieber seh'n.

Heimweg & das eintausenddreihundertsechsundfünfzigste Gedicht

Beim Hotel Järvisydän an den Saimaaseen

Atmung im Winter

Nichts als kalte Luft im Schädel,
Die die wärmeren Gedanken
Harsch in ihre Schranken
Weist.

Weh, darinnen friert mein Mädel,
Die als längster Wunsch von allen,
Nun bedrängt von Eiskristallen,
Langsam zur Idee vereist.

So entschwindet mir das Mädel -
Nichts als kalte Luft im Schädel.

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