Corona

Gedichte aus der Quarantäne

Schlussgong & das eintausendsiebenhundertdreiundneunzigste Gedicht

Glockenspiel in der Altstadt von Eschwege

Letztes Coronapoem (?)

Dank irgendwelcher Mauschelleaks
Gelangt ich heut zum zweiten Pieks -

Und mit diesem Gedicht, sollt sich nicht noch was wenden,
Wollt ich die Corona-Rubrik auch beenden.

Ammersee & das eintausendsiebenhunderteinundachtzigste Gedicht

Ammersee-Ufer bei Herrsching

Möwensehnsucht (Urlaub dahoam)

Sonst immer im Meer, nun am Ammersee steh'n -
Umso mehr nach den Sommern mit Emma sich sehn'n.

Schlossachse & das eintausendsiebenhundertneunundsechzigste Gedicht

Sichtachse im Hofgarten auf Schloss Schleisheim

Priorisierung

Jeder hat Priorität.

Manche früher, manche spät -
Jene an den Prio-Rändern
Müssen ihre Bio ändern!

Schattenblüher & das eintausendsiebenhundertzwanzigste Gedicht

Erste Frühlingsboten im Ruhpoldinger Auenwald

Neustart Vernunft

Vermutlich wird die Wut sich richten
Nach Reboot eurer Weltansichten!

Walchenseerunde & das eintausendsechshunderteinundneunzigste Gedicht

Blick vom Jochberg auf den Walchensee

Fünfte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Corona-Plauze, Olivenschiffchen, Quetzal, Granteln, Gendersternchen, Wetten Dass und Reizarmut.

Die vom Reize Gelockten

Am frühsten Morgen steht da schon
Ein kahlgefressner Tag,
So fahl wie gleißend monoton,
Verlockend wie ein Sarg.

Da jemand den Mangel als Chance offeriert,
Weil jetzt vom Banalen Belang emergiert.

"Ich geh dann mal zum Edeka",
Seufzt Intermezzi-Not,
Gibt sich dem Strom hin, Boreout-nah,
Zermürbt vom Leerlauf-Lot.

Man klagt, dass das träge Versacken erschöpft,
Von Bunkerappell-Serien hoffnungsgeschröpft.

Der Rückzugsräume öde Muff
Schürt stetig Appetit,
Sind selbst schon nur noch Fraß und Suff,
Ein schrumpfendes Gebiet.

Erklärte wer, jetzt sei der Angriff vorbei,
Wär'n wir längst verzehrt von der Einsiedelei.

Zwergern & das eintausendsechshundertfünfundachtzigste Gedicht

Blick vom Jochberg auf die Halbinsel Zwergern im Walchensee

Fünfte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Corona-Plauze, Olivenschiffchen, Quetzal, Granteln, Gendersternchen, Wetten Dass und Reizarmut.

Die Corona-Plauze (Steigende Korpulenzzahlen!)

Nichts ist dir erlaubt, was man ausfressen kann,
So fressen wir nüchtern uns Bierplauzen an.

Walchensee & das eintausendsechshundertvierundachtzigste Gedicht

Walchensee in der Morgensonne von Urfeld aus

Die verdödelten Tage

Das Verdödeln der Tage
Trübt ganz ohne Frage
Wie blöde die Selbstachtung ein.

Gegen Abendrot wären
To-Dos noch zu klären
Und Stundenmüll sich zu verzeih'n.

Das Verdödeln der Tage
Muss ganz ohne Frage
Auf Kosten der Selbstachtung geh'n -

Wie mit Stubengehocke
Ich Restzeit verzocke,
Ist anders ja nicht zu versteh'n.

Brotbrunnen & das eintausendsechshundertdreiundfünfzigste Gedicht

Brotbrunnen in der Füssener Altstadt

Corona-Umschulung

Ich würde mich gern durch Prozessakten quälen,
Doch ich, ich muss Kartoffeln schälen.
Ich könnte von Stadtteilentwicklung erzählen,
Doch ich, ich muss Kartoffeln schälen.
Ich soll eine Lockdown-Lektüre empfehlen?
Na ja, es lässt sich nicht verhehlen:
In der letzten Zeit hab ich nicht sehr viel gelesen,
Bin vorrangig küchenbeschäftigt gewesen.
Den Termin für die Knie-OP hab'n Sie notiert?
Ab September hätt' ich an der Burg inszeniert
Und die Models vorm Gang auf den Laufsteg frisiert,
Mit der UNO an Brennpunkten interveniert
Und brilliert vor schier berstenden Opernhaussälen.
Mit was? Vielleicht Kartoffelschälen.

Am Boden & das eintausendsechshundertneunundvierzigste Gedicht

Oberammergau Pferderanch Horsebackriding

Für Sie als Bühnenperson ist das vermutlich auch keine leichte Zeit, was?

Den Wechsel der Tage
Spür ich nur am Barthaar ...
Nun, zu Ihrer Frage:
Ist grad eher hart, ja!

Roter Bichl & das eintausendsechshundertsechsundvierzigste Gedicht

Auf der Roter Bichl Runde in Unterammergau

Lockdownverlotterung

Ich gebäre in einem fort Nachlässigkeiten,
Die sitzen jetzt mit mir zu Tisch,
Nicht anmaßend hungrig, nur störrisch beizeiten,
Sobald ich nach Einlagen fisch.
Gern behaupte ich, mich nicht mehr selbst zu erkennen,
Als vermisst ich verlorenen Stil.
Wenn wir jetzt Relevantes vom Nötigen trennen,
Ist das, was uns bleibt, ohne Ziel.

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