Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Kleidung

Gedichte, in denen Kleidungsstücke die Protagonisten sind.


  • Coats d’Azur & das zweitausendachthundertfünfundsechzigste Gedicht

    Auf einem Balkon im Hafen von Nizza

    Die Mode
    Mein zweites Ripostegedicht auf „Die Made“

    Tief in eines Saumes Rande
    Sitzt die Mode im Gewande.
    Jahre sind ins Land gegangen,
    Aber die, die an ihr hangen,
    Kleiden sich noch immer so –
    Gurr’n gern um des Garnes Show.

    Der Designer sprach zum Model:
    „Trag du meine alten Zoddel!
    Sollt’s am Catwalk wer erkennen,
    Werden wir’s Upcycling nennen.
    Spiel derweil nicht grundlos dumm,
    Denn sonst holt dich Heidi Klum!“

    Schneiders Model aber strich
    Allen Fummel ab von sich –
    Und statt schummelnd, walkt die pride Deern
    In des Kaisers neuen Kleidern,
    Dass am New Chic Unbekleidet
    Sich manch Blick vorm Shitstorm weidet.

    Doch

    Der Modeshow-First-Row-Synode
    Entlockt’s verbockt ein „Oh, my God!“e,
    Denn voll devot und rot bekoppt golt dort in dem Dom der Mode
    Noch der orthodoxe Groll
    Oller Bloßer-Po-Verbote.
    Der Roben-Dresscode flowt gen Boden
    Oder ans Niveau der Hoden!
    Doch „No!“ der exponierten Fott –
    Selbst Ottos Mops motzt: „Gottohgott …“

    Droh’n solch verrohte Modelmoden,
    Gibt’s Gottlob Folterei-Methoden:
    Verdammt man Frau’n vernichtungsfroh,
    Entflammt man diese lichterloh!
    Und die Molotovcocktail-Bros jene Spots kennen,
    Wo lodenlos-wordene Showmodels brennen.
    En gros blowt so ein lodernd Brodem
    In Opfer-Bodys Todes-Odem! Show-Down.

    Es war, bevor jetzt jemand fragt,
    Der Nude Look halt nicht angesagt –
    Und kommt vielleicht auch nie in Mode.
    Nicht nur der Hubsi findet’s „Schode …!“


  • Kochelschmied & das zweitausendsiebenhundertvierzehnte Gedicht

    Der Schmidt von Kochel bei Nacht

    Mr. Zipper

    Vom Badewasser durchgeweicht
    Ertrag ich’s Nacktsein doppelt leicht.
    ’nen Partyrausch voll harter Drogen
    Genieße ich auch angezogen.

    Ich laufe unterhosenlos,
    Doch rauf im Oberhemde bloß,
    Ich grüße dich mit bloßem Po,
    Doch küss‘ in Gloves und mit Chapeau.

    Es fällt mir nur zurzeit nichts ein
    Zum Nackt-sowie-bekleidet-Sein –

    Profanste Dinge könn’n verdrießen,
    Wenn sie einander aus sich schließen!

    Bei Schluss und Aus dünkt mir, ich muss
    Zur Hos‘ hinaus, Herr Reißverschluss!


  • Buckelwiesen & das zweitausendsechshundertzweiunddreißigste Gedicht

    Buckelwiesen und Marterl bei Klais

    Frühlingssonnenscheinschein

    Mein Schatten trägt ’ne Omma-Jacke –
    Is halt noch nich Sommer! Kacke.


  • Badeseeaussicht & das zweitausendvierhundertneunundachtzigste Gedicht

    Ausblick auf dem Weg zum Fohnsee

    Ultra Windfrisch

    Mein T-Shirt riecht, als hätte man’s
    Mit einem Hund gewaschen,
    Als trüg’s ’nen kotverschmierten Schwanz
    In unsichtbaren Taschen!

    Versprach denn nicht die Packung,
    Die den Weichspüler enthielt,
    ‚Ne windfrische Durchschmackung,
    Die jed‘ Wäschestück durchprilt?

    Es mag ja sein, aus einem Heim
    Für vollgeschiss’ne Hunde
    Weht solch ein kaltes Windchen beim
    Vollzug der Nachtwachrunde.

    Dann wäre das Versprechen „windfrisch“
    Nicht mal komplett gelogen.
    Und doch hat die Verpackung, find isch,
    Mein Käufer-Ich betrogen!


  • Badetag & das zweitausendvierhundertsechsundzwanzigste Gedicht

    Varadero Beach

    Dem Sonnenbrillenglas

    Du bist ein wahrer Star-Artist,
    Tünchst Scheenet um in „scheener“.

    Wie schau und blau ditt Meer grad ist –
    Ditt ahnt da draußen keener!


  • Altöttinger & das zweitausenddreihundertachtundneunzigste Gedicht

    Süße Auswahl in einem Supermarkt in Altötting

    Sommer der Bäuche

    Dies wird der Sommer der Bäuche
    Und Nabelbeschauung!

    Es trennt meinen Blick nur ’ne hautdünne Schicht
    Vom Därmegeschläuche
    Der Damenverdauung –
    Mein lüsternes Schmachten kühlt nun dies Gedicht.

    Wie sollt ich den Flaum deiner Unterbauchwölbe
    Mich nicht durchwehend wähnen?
    Wie mündete nicht ich im Auch-nur-das-sölbe! ?

    Beim letzten Sehnendehnen
    Dem Triebe-Trubel abzuschwör’n
    Entgegen bisheriger Bräuche?

    Steht da als Option. Und ich wählte sie görn.
    Doch nicht in ’nem Sommer der Bäuche.


  • Fontana con bambino & das zweitausenddreihundertsiebzigste Gedicht

    Fontana con bambino am Piazza Garzeria in Padua

    Trag isch!

    Die Wechseljahremode
    Wächst in deiner Kommode
    Und verhext das „Klar, ey, trag isch!“
    Zum next big thing called „Wie praktisch!“


  • Oide Wies’n & das zweitausenddreihundertundzwanzigste Gedicht

    Im Museumszelt der „Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V.“

    Zwischengeschlechtliches

    Wie hab ich seibernd dreingeluchst,
    Wo sie statt unter- ungebuxt
    Ihr wabernd „so ist recht“-Geschlecht
    Reich frei entfaltet ausgeflächt,
    Als sei ’ne Reihe von Rekorden
    Für neue Ären einzunorden.

    Hab so stark drauf- wie dreingeäugt,
    Dass jetzt voll Gram mein Blick sich beugt
    Und nach solch warmen Halten sucht,
    Die spaltenarme Zeit verflucht –
    Als sei die Folge von Genüssen,
    Dass Weitre weiters folgen müssen,
    Um seinen Pegel auch zu halten
    (und in der Regel geht’s um Spalten).

    Doch heut, vor dir zu sehr bebuxten
    Schaff ich’s nicht mal zur verdrucksten
    „Magst du dich ma auszieh’n?“-Frage
    Für die Mild’rung meiner Lage.
    Ich witt’re hier klar ein Gebiet,
    Das unenthüllt mich runterzieht –
    Anstatt du’s mit dem Büxlein tust!

    Worauf des Glücks Verzückt-Sein fußt.
    Magst du gemäß solch‘ Sehnen
    Die Hosenbünde dehnen?


  • Model & das zweitausendzweihundertdreiundfünfzigste Gedicht

    Nicole Eisenman. What Happened im Museum Brandhorst

    Crossover-Ripostegedicht zu Tucholskys „Das Ideal“ und den Heidi-Klum-Rant von Roger Willemsen.

    Der Ich-Handel (The I-deal/Dimunitiv von „selten“)

    Ja, das möchste:
    Du willst bei der Challenge heut voll überzeugen,
    Dass all jene andren dich neidisch beäugen
    Und Heidi kreischt fleischig vor Scheineuphorie,
    Du hätt’st krass Personality
    Und die Fashionwelt wird sich schon bald darum reißen,
    Dich auf ihren Kampagnen willkommen zu heißen.

    Du schwebst vom Walk auf Wolke Sieben,
    Bist dabei ganz du selbst geblieben,
    Gibst dich dem Netz in Gänze hin
    Als mega! Influencerin,
    Bekommst von dort so viel zurück:
    Ein tausendfach geteiltes Glück.
    Ja, das möchste.
    Aber,
    in Wahrheit wirst du voll verheizt
    Im Tollhaus, das mit Chancen geizt,
    Verkackst im Kreis beknackter Grazien,
    Verlacht als Wackelkandidatin,
    Die beständig, unbändig und flehentlich flennt
    Vor gemeinen Designern, die eh keiner kennt.

    Letztlich fehlt dir das Foto zum Model-Champ,
    Du hoffst noch auf das Dschungelcamp
    Und hangelst fesch von „Au!“ zu „Au!“
    Durchs Dickicht dich vom Trash-TV.

    Doch wie sehr man sich auch engagiert,
    Dass man sich dann noch etabliert
    Vorm bösen Ansturm erster Fältchen
    Das
    Ist seltchen.


  • Leinenzwang & das zweitausendeinhundertsechsundvierzigste Gedicht

    Vor einem Supermarkt in Aland

    Vererbliches

    In meines Vaters alten Hosen
    Misslingen alle eitlen Posen.

    Da grient ein Schwall von Disrespekt
    Im Dom des Feuilletons,
    Ein All verschalt unangesteckt
    Vom feu des Perignons.

    Da spricht wahllose Ahnung: „Spiel dich nicht so auf!“,
    Doch in solcherlei Hosen nehm ich das in Kauf.


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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