Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Gesang & Musik

Gedichte, in denen musiziert oder gesungen wird.


  • Orthodoxes in San Remo & das zweitausendachthundertsiebenundsechzigste Gedicht

    Orthodoxe Kirche in Sanremo

    Der Müde
    Mein drittes Ripostegedicht auf „Die Made“

    Tief in eines Traumes Sünde
    Schlief der Müde schön ’ne Stünde …
    Ja, endlich ist’s gemütlich leise,
    Denn der Müde ist jetzt Waise.
    Sieh, die Eltern, die er hatte,
    Hieb sein Unmut auf die Matte!

    Eines Abends sah’n die Alten
    (kurz vorm stumpfen Schädelspalten):
    „Drüben gibt es Alkohol – den wir hol’n, is eh gestohl’n –
    Zum Umtrunk auf des Bubens Wohl!

    Müde erinnert das Bübchen sich wieder
    Vom Bier geölt, grölt ruckzuck Lieder
    Sein genetisches Erzeugerpaar.
    Helene-Fischer-Repertoire
    Bracht schlaflos ihn durch manche Nacht –
    Drum gab’s Schlag Acht ’ne Schlagerschlacht!

    Und mit wütend rüder Attitüde
    Sucht der Müde nach ’nem Prügel …
    Gut gefüllte Biertrunkkrüge
    Stünd’n als Fundus zu Genüge
    Zur Verfügung
    Und mit Doom-Schwung
    Wummst der Bub mit Krug-Hub munter
    Rundum dumpf auf Stürnen ein –
    Kühn und ungezügelt brüllend
    Ungestüm den Blutdurst stüllend
    Rumms und Bumms ins Hürn hinein!
    Fürchterlich suppt’s auf die Stühle
    Künftig grüßt hier Corpus-Kühle,
    Schlusspunkt unter Pulsdruck-Schwund,
    Zuckt’s noch buttrig ungesund
    Kurzum: Im Wundenwunderland
    Ist Umzug in die Gruft geplant.
    Vaters Mund, zertrümmert, brüllt nich,
    Blutgelumpes Pfütze füllt sich,
    Mutters Pumpendurchfluss nullt sich –
    Urteilsspruch ohn‘ Ulk und Huld: Ich
    Find den Bub zu ungeduldig. Schuldig.

    Mum und Daddy soll man ehren –
    Oder gegen sie sich wehren!
    So sie nachtschlafraubend singen,
    Muss man sie zum Schweigen bringen.
    Wie’s hier geschah, dünkt hart, klar, bloß:
    Ihr Lieblingssong war Atemlos.


  • Abbau & das zweitausendsiebenhundertneunundachtzigste Gedicht

    Backstage Clubbühne nach dem Toxoplasma-Konzert

    Toxoplasma im Backstage (Gedichtrezension)

    Nun mit so vielen Jahren Verspätung
    Dann doch Toxoplasma geseh’n.
    Ich erflehte mir damals das sehr jung,
    Nur ist es halt niemals gescheh’n.

    Vor der Zeche hab ich einst das Geld mir erschnorrt –
    Doch dann hieß es, sie sei’n schon vorbei.
    Heut bin ich viel knapper – mit Fahrschein! – vor Ort,
    Hab ein Online-Ticket für zwei:

    Der eine strahlt feist voll „Ich kann’s mir jetzt leisten!“,
    Der andre sein zierlicher Ahne.
    Es standen Spalier in solch Paaren die meisten
    Nach 40 Jahr‘ reifendem Plane.

    Hab nach all der Zeit heut Toxoplasma geseh’n
    Und „Asozial“ gesungen.

    Für dich mag dies schal Museales umweh’n.
    Für mich hat’s wie gestern geklungen.


  • Maiko & das zweitausendsiebenhundertsechsundfünfzigste Gedicht

    Maiko in Kyoto

    Kyoto Song II

    Ich kenn diese Stadt aus dem Song von The Cure,
    und schlendernd bin ich ihm fortan auf der Spur:

    Aus Nischen mir die Melodie
    Der Strophe widerfährt,
    Die sich vom Ewig bis zum Nie
    Als Überbau bewährt
    Und leis durch jedes Torii schaut.

    Mir seit den Achtzigern vertraut.


  • Kiyomizu-dera & das zweitausendsiebenhundertvierundfünfzigste Gedicht

    Kiyomizu-dera Tempel in Kyoto

    Kyoto Song

    Ich kenn diese Stadt aus dem Song von The Cure
    Und in tempelumsäumter Pracht fragt es mich nur:
    Wo versteckt sich hier wohl der vermisste Refrain
    Im vom Overtourism verworr’nen Gemeng?


  • Lopes Mendez & das zweitausenddreihundertsiebenunddreißigste Gedicht

    Am Strand Lopes Mendez auf der Ilha Grande

    Switch

    Vielleicht einfach mal sich auf ’nen Rhythmus einlassen,
    Der nicht deinem Anspruch an Takten entspricht?
    Es gibt so viel, damit könnt’st du dich befassen –
    Doch vielleicht tust du’s einfach mal nicht!

    Dass augenblicklang gar nichts drängt
    Zur Schnellerledigung,
    Legt Chancen frei zu neuem Schwung –
    Auch wenn sich was verrenkt.

    Vielleicht einmal ’nen neuen Beat als frischen Sinn verspüren?
    Du weißt zwar nicht wohin, womit – doch spürst: Er kann dich führen.


  • Palazzo Mocenigo & das zweitausendzweihundertsiebenunddreißigste Gedicht

    In der Textil- und Parfumausstellung im Palazzo Mocenigo in Venedig

    Taktstock

    Ich drille wie ein Dirigent,
    Der die hinter ihm spielende Welt gar nicht kennt,
    Die meinem Blick ergeb’nen Werke
    (und lob das Ausmaß meiner Stärke) –

    Tu dies vielleicht verlor’n.

    Ich schaue nie aufs Publikum,
    Nenn es ungestüm vorschnell mal bräsig, mal dumm,
    Doch leb davon, ihm zu gefallen
    (als schwierigster Sollwert von allen) –

    Die Muse spielt dort vorn.


  • Endlich Auswahl & das zweitausendeinhunderteinundneunzigste Gedicht

    Buttons von Marilyn's Army

    Dein Spotify Mix der Woche

    Jed‘ Playlist liefert den Beweis:
    Der ganze Algorithmen-Scheiß
    Wird ewig stutenblöde bleiben!
    Ein Zeitverschwendungszeitvertreiben
    Wird uns als Zukunft aufgedrängt,
    Weil ein Computer Inhalt denkt.

    Solch Stumpfheit wird uns weiter lenken –
    Drum seid bereit zum Anspruch-Senken!


  • Einfahrt Lappo & das zweitausendeinhundertzweiundfünfzigste Gedicht

    Bojen im Fährhafen von Lappo / Aland

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Meine Musik (Mí Música)

    Ohne Rastplätze von Präferenzen 
    Bereise ich unsre Musik,
    Spür die Spur eines Steinchens bei Tanz und Kadenzen,
    Sublim, nichts behauptend, doch très majestique!
     
    Der Danzon glänzt, umtänzelt von der Danzonette,
    Die ihn nicht widerlegte.
    Der seit je Unentwegte 
    Verwand jede Wandlung als Puls vom Parkett.
    Und taktvoll transzendieren Piano,
    Gitarren und Bongo in neues Terrain,
    In ChaChaCha, Rumba, ja, todo cubano,
    Moçambique et-ceteraine.
    Ja, das ist meine Musik! Augen zu, hör zu, fühl es!
    Tausch den Stress gegen Lächeln – und Haut verspürt Kühles
    Wie rhythmisch verabreichtes A-Depressivum,
    Es trifft auf dein Herz, treibt es an zum Bumm-Bumm.
     
    Und neue Genies wagen neue Fusionen,
    Bereichern den Nachhall von Generationen,
    Den Grammys, Timba und Latin Jazz krönen.
    Wer schaut da zurück mit gelangweiltem Stöhnen?
    Hier klingt Identität als ein Stolz auch für dich!
    Ich singe und tanz, ohne Zweifel, mein Ich!


  • ABBA & das zweitausendeinhundertsiebenundvierzigste Gedicht

    Im Abba-Museum Stockholm

    Im ABBA-Museum

    Der Vorwurf des Allzu-Gemachten
    Rinnt dahin im Schon-längstens-gemacht.
    Ein Chorus des einstmals Verlachten
    Schien heut Abend von Grund auf durchdacht
    Und wird es am morgigen Tage noch sein –
    Verhallt ist allein
    Mein schon sehr altes „Nein!“.
    Und froh begrüßt kehrt Ruhe ein,
    Beweis meiner Gelassenheit
    (Derweil noch wer „Mehr Hassen!“ schreit).

    Von Niederlage zu reden, befind ich,
    Wär schlichtweg sehr unangemessen.
    Auch tanzend verbleibt mir jed Grundsatz verbindlich –
    Die Härte allein ist vergessen.


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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