In Alte-Männer-Leibern kompostieren all die Jahre
Stumm ertrag’ner Zumutungen, ausgefall’ner Haare …
Ich werd niemals die Ruhe finden,
Den erblüh’nden Balkon zu genießen
Und meiner Privilegien Rinden
Mit Nahrhaftigkeit zu begießen.
Ich werd wie gewohnt weiter Tanzflächen mähen –
Den Besitzanspruch lass ich verprickeln,
Lausch nachsichtig trendigem Vorwürfe-Blähen,
Begnüg und vergnüg mich mit Halmebefrickeln.
Ich hab der Bundesgartenschau
Kein Blühen vorzuwerfen,
Doch nachts sympathisier ich mit
Der Wühlmaus und den Kerfen,
Dass sie das Rabiate
In der Beetversorgung pflegen,
Und das baldige Umbruch androhende Knistern
Mit galantem „Nein, ich bin dagegen!“ –
Derweil heg ich mein Pflanzgefäß und was ich dort vollbracht
Im Privilegienpflegemodus, möglichst leis und sacht.
Zehn Jahre einer Szene nun dein gutes Bye gesagt,
Zehn Jahre den Erfolg der Unternehmung hinterfragt.
Zehn Jahre steh’n dir nicht mehr zu für etwas zu verprassen.
Zehn Jahre warn’s und jetzt gib Ruh! Was meinste? Könnte passen.
Wie oft habe ich Ungewisses
In wartende Mikros gesprochen!
Gedacht: Für die Premiere isses
’n Tag zu früh, vielleicht Wochen …
Ich kenne dieses Gefühl viel besser –
Ich fühle mich sich’rer in Unsicherheit.
Ich stürme beständig in offene Messer –
Nur mein müdes Ich flüstert: Ich bin’s langsam leid!
Fraternidad (freie Übersetzung des Gedichts von Luz de Cuba)
Achtung, hier spricht die Poesie!
Achtung, hier spricht die Poesie!
Poetisieren Sie sich bitte,
Poetisieren Sie sich,
Dass die Verse rauschen wie Zugvögelschwingen,
Erhaben wie erhebend
Mit Schwung in das Himmelreich über den Dingen –
Wir überqueren schwebend
Die Weiten von Meeren und Ozeanen,
Weil Wasser uns nie trennt!
Wir müssen den Weg zueinander nicht bahnen –
Wir sind 1 Firmament.
Tik-tak schlägt die Stunde der Poesie
Tik-tak – die Minute aus Reim
Tik-tak – die Flamme der Melodie
Wir weben aus Farben ein Heim.
Wer hat da mit meinem Mündchen gegessen?
Wer hat mit meinem Durst geschlürft?
Wer hat hier mit meinem Maßstab gemessen?
Und wer hat gesagt, dass ihr all dieses dürft?
Wer hat mit meinem Riecher gerochen?
Wer hat so früh meine Koffer gepackt?
Niemand von euch fühlt sich angesprochen?!
Vorsicht, Folks – ich glaub, es hackt!
Wer hat da grad mein Gedächtnis verloren?
Wer hat hier frech meine Story kopiert?
Wer wurd zum Ziel meiner Preise erkoren?
Wer hofft, dass das eh keine Sau interessiert?
Wer hat sich stumm in mein Bettchen gelegt?
Wer hat diesem Häuschen Besitz ausgefegt?
Wer ist fortan meiner Reise Begleiter?
Scheint, dass ich mich beim Zwiebelnschneiden
Von Jahr zu Jahr verbesser!
Natürlich müssen da andre entscheiden –
Im besten Fall, freilich, die Messer!
Ich denk ja, dass für mich das Jahr
Zweitausend sehr entscheidend war.
Vermutung nur zwar, die durch wenig zu stützen
(wem sollten Details hierzu letztendlich nützen?) –
Doch setzt das Ergebnis ein ganz klares Zeichen:
Es lässt, was man wirklich will, sich auch erreichen!
Und das Schneiden von Zwiebeln ist fürs Kochen soo wichtig!
Wer echt an sich glaubt, kann’s von selber bald richtig!
Im Jahre Zweitausend hat’s bei mir dann gefunkt,
Rein kochtechnisch ein Wendepunkt.
Diesen Rat mag zur Weihnacht ich Mutlosen schenken:
Auch tränenden Auges stur positiv denken!
Es wurde wohl etwas zu lange gelacht,
Um das Zauberwort sich zu behalten.
Nun fehlt die in Märchen vergangene Macht:
Wir werden nie wieder die Alten.
Wir nisten jetzt im höchsten Punkt unsres Baus,
Während drinnen die Nachfolger feiern,
Und schauen in Demut nach Eulenkot aus.
Doch finden nur welchen von Geiern.