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Die thematische Einteilung meiner Gedichte ist im Gange. Hier finden Sie in Zukunft alle Gedichte, die dem Autorendasein zuzuordnen sind.

Forst & das sechshundertzweiundzwanzigste Gedicht

Pullacher Forst

Erziehungsweise

Der Eichendorff hat Hausarrest
Und einsam ist's im Wald
Heut lobt kein Vers das Blattgeäst
Als göttliche Gestalt

Die Linde rauscht bedeutungslos
Der Linda droht das Gleiche
So all des Sinnens Schwere bloß
Vom Dorfpatron der Eiche

Die Vögel weiten - nur zum Test
Die seelenlosen Flügel
Und alle finden Hausarrest
Viel grauslicher als Prügel

Chamarel Falls & das fünfhundertachtzigste Gedicht

Chamarel Falls

The Fall of the Mountain King

Heissahopsa, Hochkultur!
Volles Rohr: Anspruch pur
Kriegt doch keiner mit, wenn man ihm selber nicht ganz treu
Bibliophil und stilblasiert
Subversiv, engagiert
Aber vom Prinzip auch nicht so nigelnagelneu

Mundgemalte Sprachgebilde
Handwerkskunst im xsten Jahr
Schutzpatron der Reimergilde
Metrummäßig ein Eklat!

Selig integriert im Slam
Mit Trara und Plemmplemm
Aber viel beseelter als manch Lyrik-Stupendent
Der devot nach Lehrplan schreibt
Subvention'n einverleibt
Stell Dich Deiner Inbrunst, Himmelherrgottsakrament!

Schür'n Leonce-und-Lena-Preise
Nicht allein die Produktion
Nie geles'ner Dichtergreise?
Sämig handzahm sind sie schon

Vorläufigkeit & das fünfhundertneunundvierzigste Gedicht

Schloss Charlottenburg

Work in Progress

"Kannst ja mal gucken - ist noch nicht ganz fertig!"
Mein zuckendes Restunbehagen entschwert sich
Und hofft auf entfesselnden Übermut
Belebt von deinem "Ist doch gut!"

Doch fragende Skepsis verfinstert dein Smilen
Schiebt alles Belangreiche zwischen die Zeilen
Okay, alles klar - deine Höflichkeit ehrt dich!

"Naja, wie gesagt - is' halt noch nicht ganz fertig!"

Bringschuld & das fünfhundertdreiunddreißigste Gedicht

Hohenschäftlarn

Huch, diese Woche war ich wirklich sehr unzuverlässig mit den Gedichtelieferungen - verzeiht!

Zur Erklärung

Muss gestehen, meine Liebe:
Kann nicht wirklich lange bleiben
Habe grad ein Buch zu schreiben
Auch wenn's heißt, wer schreibt, der bliebe

Abwesenheitsnotiz & das vierhundertfünfundachtzigste Gedicht

Es gibt diese wunderbaren Orte ohne Netzzugang, an denen sich Gedichte verfassen, aber nicht online stellen lassen. Sie geben einem Zeit, durch die allmähliche Veröffentlichung des Zwischendurch-Verfassten die nächsten Tage zu füllen und zu überlegen, was mit diesem Blog eigentlich nach dem fünfhundertsten Gedicht geschehen soll.

Unerreichbar

Es gibt diese Zeilen, die der Leserschaft fehlen
Den Dichtern ein Schlupfloch der Biographie
Um unbewacht einmal davon sich zu stehlen
Die Nachwelt schreibt wissend: "Nein, dort war er nie."

Es gibt dieses heimlich vom Hauptwerk Gelöste
Nichts Wegweisendes, jedoch kleine Juwelen
Und deren Schein trügt all das Facebook-Entblößte ...

Das steht in den Zeilen, die still vergnügt fehlen!

Dezemberhimmel & das vierhundertachtundvierzigste Gedicht

Frankfurt am Main Himmel

Melancholie

Ein aus Schönheit gepresster Grapefruittaft
Plus unverdünntem Alkohol
Ein unschluckbarer Schwermutsaft
Fürs samtenherbe Unwohlwohl

Stets in der Dichter Umlaufbahn
Nostalgisch fern wie Lebertran
Der Lattenrost vorm Schwarzen Loch
Verspricht sie Linderung - und doch:

Gebeugt von all der Welten Schiefe
Führt jeder Weg in neue Tiefe

Marienplatz & das vierhunderterste Gedicht

U-Bahnhof Marienplatz

Ripostegedicht zu Novalis "Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren"

Wenn doch vor Zahlen und Figuren ...

Wenn doch vor Zahlen und Figuren
Gefügig alle Dichter spuren ...
Als Pagen ihrer Gagen müssen
Grad sie, die's eig'ntlich besser wissen
Den Furor zähmen zum bequemen
Für-den-Sponsoren-zurück-sich-Nehmen
Wenn dann sie auch in den Metaphern
Versuchen, Großes nachzuaffern
Kopieren sie in ihr'n Gedichten
Die immergleichen Weltgeschichten
Doch verbleibt die Inbrunst unversehrt
Jenes selige Geifern
Und tolle Ereifern
Für Stil und Genie
Aber auch Anarchie
Dass Figuren und Zahlen
Werd'n wertlose Schalen
Schreibt der dichtende Wicht
Dieses eine Gedicht ...
Dann sei er trotz allem für dieses verehrt!

Zurück im Englischen Garten & das vierhundertste Gedicht

Englischer Garten

Das Stuttgarter Wundenlecken ist vollzogen. Man zieht wieder durch die herbstige Hood. Und vollendet die vierte Hundert!

Der Plagegeist (Ein Verdachtgedicht)

"Das war ich nicht!"
Mault dies Gedicht
Und plärrt noch kindlich:
"Immer ich!"

Doch woher kommt die Traurigkeit
Die wild verstreut im Zimmer liegt
Und dieser Sack verlorner Zeit
Der massiger als Schwermut wiegt?

Wer hat die zwei Fell von der Leine gelassen?
Wer hat vor die Einfahrt den Grübel geladen?
Wer billigte willig das sinnige Prassen?
Wer naschte vom Melancholateralschaden?

"Ja, ich doch nicht!"
Spricht dies Gedicht
"Verdächtige nich
Immer mich!"

Pause & das dreihundertachtzigste Gedicht

Augsburg

Nichts zu tun, außer für eine Slam-Revue in Augsburg drei Texte hervorzusuchen - und trotzdem kein neues Gedicht im Blog?! Ist das schon der Anfang vom Ende?

Schreibblockade bei Dreihundertachtzig?

Schreibblockade bei Dreihundertachtzig!
Plötzlich stoppt all der Schreibfluss mit quietschenden Reifen
Was dir ein Profil erschien, dampft und verflacht sich
Vermag auf dem Untergrund nicht mehr zu greifen

Der Nullfallsreichtum schleicht sich an
Und fragt, ob er dir helfen kann
Die Antwort kennst du, doch sagst: "Nein -
Das regelt sich von ganz allein!"

Ich werd' jetzt mal ein Stündchen warten
Dann vorsichtig den Motor starten ...
Und vom Start weg mit Vollgas Ressourcen verprassen!

Der Rat, es mal langsamer angeh'n zu lassen
Verbreitet zwar mit dreister Macht sich
Doch nicht bis zur Taktzahl von Dreihundertachtzig!

Laub & das dreihundertneunundsiebzigste Gedicht

Herbstlaub

Herbstlaub

Wenn Herbstlaub mir aufs Haupthaar fällt
Und gnädig bedeckt all die lichteren Stellen
Die manch Gedicht schon hergestellt
So drängt es die Erben, die Stämme zu fällen

Wie mutig die sich an den Sägen verheben
Und an den verlockenden Knebelverträgen
Die man lockig abgesegnet
Und bald schon die Stille der Flocken beregnet

Indes kämme ich mein Haupthaar
Lass das Laub hinunterschweben
Wenn ihr Bäume es erlaubt, ja
Mag ich noch ein Jährchen leben -
Nicht den Blick nach oben richten:
Übers Schweben möcht' ich dichten

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