Erde

Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Hamburger Rathaus & das fünfhundertdreiundneunzigste Gedicht

Hamburger Rathaus

Sommerwind

Da steckt doch im Wind
Noch irgendwas drin
Er ist nicht nur Luft
Die sich etwas bewegt

Ganz gleich auch wie blind
Ich im Innersten bin
Mein störrisch Vermufftes
Wird frische-durchfegt

Und irgendein Fernes
Trägt kühles Versteh'n:
Bleib sanft, Freund, und lern' es
Die Weite zu seh'n

Fürstenberg & das fünfhundertneunzigste Gedicht

Postamt Fürstenberg an der Havel

Im Tempelgarten zu Neuruppin

Lieg' erschöpft im frisch Gemähten
forsch reckt sich das Überstand'ne
Ob auch die, die dies hier säten
schätzten das Nicht-Mehr-Vorhand'ne?

Wie viel Lieger lagen hier
zu Apollons Füßen?
Wie viel Mal gelingt es dir
Wiederseh'n zu grüßen?

Kommst vielleicht nie wieder her
lauschig war's, doch austauschbar
Draußen lockt so viel Noch-Mehr
sagst du dir – wie jedes Jahr

Schön wär's nur, wenn ich zum Ende
solche Ruhe wieder fände
mitten frisch geschnitt'nem Gras

Dass, wenn ich siech niederliege
sanftes, leichtes Heimweh kriege
nach dem Sommer dieses Jahrs

Tornow & das fünfhundertneunundachtzigste Gedicht

Tornow Kirche

Leaving Las Vegas

Aus dem fahrenden Zugfenster späht man nach Glück –
Unerfahren ließ man es am Spieltisch zurück.
Nun lugt es, weiß schillernd vor Möglichkeiten,
Sich hier gediegen auszubreiten.
Man nippte nur am Immergleichen –

Neigungsprüfern auszuweichen,
Galt es in der knappen Zeit.

Nun, nach Abfahrt, tut's Dir leid.

Salzkammergut & das fünfhundertachtundachtzigste Gedicht

Hallstatt Salzbergwerk

Höhenflug

Beschriebe da einer die Schönheit vom Leben
Ganz ohne sich auf einen Berg zu begeben
Und geriete die Red ihm auch redlich - blieb, ach
Die von ihm beschriebene Welt doch zu flach!

Hallstatt & das fünfhundertsechsundachtzigste Gedicht

UNESCO Welterbe Hallstatt

Das Gipfelkreuz

Was ich von oben sehe
Bekomme ich im Tal
Egal, wie ich es drehe
Nie steh ich optimal

Péreybère & das fünfhunderteinundachtzigste Gedicht

Péreybère

Romantik

Ich erinn're mit Dir den "Geht los!"-Duft des Frühlings
Und stalk' Dich nach Gesten der Mutlosigkeit,
Reich' Dir ein erheiterndes, schmeichelndes Blühdings
Und zieh' mal als Fazit: Is' gut so, zu zweit.

Chamarel & das fünfhundertsechsundsiebzigste Gedicht

Chamarel 7 farbige Erden

Erdenkind

Es entspricht der Natur aller seltenen Erden
Dass sie durch den Abbau nur seltener werden
Wir sollten beim restliche-Erden-Abbauen
Es nicht mit der einen uns auch noch versauen

Tamarind Falls & das fünfhundertsiebzigste Gedicht

Tamarind Falls

Wasserfall-Memento

Der Farn klatscht flatternd die Nässe ab
Und glänzt in getropften Juwelen
Das Pausenlose braust hinab
Sein Raunen begrenzt unsre Seelen
Die sich in vermeintlicher Frische baden
Wie der Farn in der Gischt seiner Nachbarkaskaden
Die über das Jahr schmal, mal mächtiger werden
Doch niemals wie wir nur zu Gästen auf Erden

Deux Frères & das fünfhundertneunundsechzigste Gedicht

Aussichtspunkt bei Deux Freres

Melasse

Pesend durchs Spalier dichter Zuckerrohrfelder
Herrscht neben der Spur diese Ödnis der Gleichheit
Es nähern sich Ziele von bald auf ein Bälder
Man hofft, dass kein Blödian nach 'nem Vergleich schreit

Tamarin & das fünfhundertsechsundsechzigste Gedicht

Sunset at Tamarin Beach

Rückkehr auf die Insel

Nach einem sechzehnundeinviertel Jahr
Wach ich auf am Morgen
Werde, was dazwischen war
Wie 'nen Traum entsorgen

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