Wind & Wetter

Die thematische Einteilung meiner Gedichte ist im Gange. Hier finden Sie in Zukunft alle Gedichte, die dem Thema Wetter, Wind und Tageslicht zuzuordnen sind!

Monsun & das sechshunderteinundvierzigste Gedicht

Mumbai Markt Monsun

Frühe Pfützen der Resignation

Monsun, Monsun. Monsun ... Monsun
Zwei Liter Chai, sonst nix zu tun

Gärtnerplatz & das sechshundertachtzehnte Gedicht

Gärtnerplatzfest

Nur ein Schauer?

Regen pflegt immer noch tödlich zu sein
Er kann, was, er will, auch, beenden
Erdrängt sich in treudoofe Sommer hinein

Man hört von dezenteren Bränden
Regen pflegt immer noch tödlich zu sein

Zwar röhrt die Sau: "Glaub mir
Das ist nur ein Schauer!"

Doch er ist halt ein Raubtier
Und schlägt seine Hauer
Aus Triebgewohnheit in Dich hinein

Hamburger Rathaus & das fünfhundertdreiundneunzigste Gedicht

Hamburger Rathaus

Sommerwind

Da steckt doch im Wind
Noch irgendwas drin
Er ist nicht nur Luft
Die sich etwas bewegt

Ganz gleich auch wie blind
Ich im Innersten bin
Mein störrisch Vermufftes
Wird frische-durchfegt

Und irgendein Fernes
Trägt kühles Versteh'n:
Bleib sanft, Freund, und lern' es
Die Weite zu seh'n

Antizyklonnachwehen & das fünfhundertfünfundsechzigste Gedicht

Tu es wie die Vögel, die

Tu es wie die Vögel, die
Tirälüren klammheimst in Geböschen
Und aus der jahrendigen Bilanzerie
Des Regens ZuSchauerZahl löschen

In einem von Vögeln versungenen Leben
Wird's niemiemals Regenerhebungen geben

Simpel & das fünfhunderteinunddreißigste Gedicht

Thalkirchen, Isarauen

3Satzrechnung

Die Idylle vor der Türe
Knüllesein vom neunten Biere
Sattgeküsst im Sonnenschein ...

Manchmal kann's so einfach sein!

Winterpause & das fünfhundertzwölfte Gedicht

Eschwege Niederhone

Der Geschmack des Ungereiften

Es scheint die Bläue des mittleren Himmels wie gerade neu geschlüpft
Vom Winter bebrütet, den Übermut preisend und fesch sich ein Platz zwischen Wolken erhüpft
Eskortiert es den ersten Sonnenstrahl, der in diesem Jahre zählt
Und aufdringlich die trägen Samen aus ihrem zähen Schlafe quält

Schon säugt das kecke Vorhutblau die daseinsscheue Ahnung
Und all das "Freu dich nicht zu früh!" - es gilt nicht mehr als Warnung

Nachmittag & das vierhundertachtundsiebzigste Gedicht

Puerto Viejo

Die Weichheit und Milde vom Nachmittagslicht

Diese Weichheit und Milde vom Nachmittagslicht
Wo hitzegebeugt sich die Piepmätze sammeln
Und die Blüten sich spreizen vor Nektargewicht
Bis duftender Singsang tönt: "Fertig zum Rammeln!"

Ach, du Nachmittagslicht tust so weich und so mild!
Aber in deinem Herzen schlägt's räudig und wild ...

Orosital & das vierhundertachtundfünfzigste Gedicht

Orosital

Immergrünus tropicans

Nimmersatte Pflanzen quengeln:
"Regen! Regen!" und "Mehr Licht!"
Drum sagt Petrus seinen Engeln:
"Morgen wieder Extraschicht!"

Es gibt in den Tropen stets doppelt viel Wetter
Es ist auch der Regen hier irgendwie netter

3.430 m & das vierhundertsiebenundfünfzigste Gedicht

Irazu Krater

Naturreligion

Blind im Nebel, kalt und nass
Irr ich zum Irazu-Krater
Spüre: Ich seh trotzdem was!
Da wurd' ich glatt gläubig, Pater ...

Camp Amoureux & das dreihundertdreiundfünfzigste Gedicht

Fyling Sifaka

Sifaka im Camp Amoureux. Ein Ripostegedicht zu Bert Brecht.s "Erinnerung an die Marie A.".

Marie A. frisst ihre Kinder

Die eine Wolke weiß ich noch ...
Die als Schäfchen vom Land auf das Meer rausgetrieben
Der Verkleinerung trotzend - um schließlich dann doch
Ihrer Auflösung nachgab, bis nichts mehr verblieben
Als weitere Wolken, die ich noch erinner'
Jenem Schicksale folgend, dass keine Gewinner
Am Himmel von mir zu melden waren ...
Nur Berichte von Helden und Wolkengefahren

Bis zum Abend vom Meer eine ungeheuer weiße Front
Eroberte den Horizont ...
So viel wolkige Allmacht, vom Himmel besessen!

Ach, könnt' ich doch all diese Wolken vergessen ...

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