Herbst

Herbstgedichte!

Moldauschleife & das eintausendzweihundertfünfzigste Gedicht

Blick auf Krumau an der Moldau

Im letzten Sommer

Die Wespen schwärmen hungrig aus
Und stehlen den Motten ihr Licht.
Selbst der kundigste Waidmann trägt nichts mehr nach Haus,
Er sieht sich nicht mal in der Pflicht.

Der Sommer schwenkt das Hungertuch,
Doch schon längst wird an Zähnen genagt.
Treuer Unmissverstand ziert des Jahreslaufs Fluch,
Der hatte im Schatten geparkt.

Du predigst stoisch Zuversicht,
Aber irgendein Jahr gilt zuletzt.
Wie der Frühling uns einwebt im einstfernen Licht,
Verschanzt sich der Zauber vorm Jetzt.

Du traust dem Kreislauf alles zu,
Doch ein Blatt fällt, das scheint überreizt.
All das Wespengeschwirr billigt mir keine Ruh.
Vor Herbst wird der Stammbaum verheizt.

Gartenausgang & das eintausendzweihundertsiebenundvierzigste Gedicht

Englischer Garten, Ausgang Schwabing

Summer's End

Es herbst schon wieder in die Welt -
Dieser Schlag lässt sich nicht mehr parieren.
Wie dünn sich heut der Tag erhellt!
Im Himmelhochblau zelten Schlieren.

Ein Abschied wiegt sich ins Gemüt,
Dessen Umfang wir noch nicht erkennen.

Wie stets ist es gefühlt verfrüht,
Sich jetzt von den Gärten zu trennen.

Eisbachufer & das eintausendachtundvierzigste Gedicht

Am Eisbachufer im Herbst

Im Verlauben

Auf laubbedecktem Rasen liegen
Derweil die weit'ren Blätter fliegen ...
Zu sagen: "Baum, bei bess'ren Wettern
Würd' ich mich hier auch entblättern!"

Luitpoldpark & das eintausendsiebenundvierzigste Gedicht

Luitpoldpark in Schwabing

Unherbst (Flammt ein Flämmchen)

Flammt ein Flämmchen alter Wärme
Um dein kaltes Haus
Sein Gemüt voll Wellnesstherme
Schrüht vor Saus und Braus

Dabei war bei uns Lethargie allseits beschlossen
Das Rücktrittsgedudel ward weidlich genossen

Was hadert das Gedärme?

Erst proklamiert sich neue Zeit
Nun schlampt sie mit der Gültigkeit
Und mogelt sich hinaus

Buchs & das eintausendsechsundvierzigste Gedicht

Im Schlosspark Nordkirchen

Die zwei Jahreszeiten

Die Sonne schwalbt durchs Schattgeäst
Und Laub wie Laub krönt Welten farben
Wie wallt sich auf zum Schatz der Rest!

Als würde noch geheim: Es starben
Die Prachten solcher Königtümer
Im angestammten Jahrestakt
Und üblich reisst's von ungestümer
Glorie Herzhaut, falben nackt

Für dich regt sich schon Auferstehung
Mit mir schimpft Herr St. Nimmerlein
Schwenkt längstens in die Unumgehung
Des baldigst Ganz-Gewesens ein

Überbleibsel & das siebenhundertfünfundachtzigste Gedicht

Am Eisbach

Herbstzeit

Nun wird's Herbst – Zeit des Verfalles
Hältst du durch, Bursch, erbst du alles!

700 & das siebenhundertste Gedicht

Riesenschildkröten auf La Digue

Herbst

Mein Körper orientiert sich jetzt auch Richtung Sterben
Und fort vom "Weiter wie bisher ..."
Durchbrummt von 'nem inneren Blätterverfärben
Stimmt er mich nun ein aufs "Na, geht halt nicht mehr!"

Doch die Müdigkeit in mir scheint plötzlich so richtig
Und Zukunft an sich mal so gar nicht mehr wichtig
Mein alter Eifer grölt verzerrt
Und schmückt bloß der Endlichkeit ewigen Wert

Herbsterben & das sechshundertachtundsiebzigste Gedicht

Herbstlaub

Ein Letztes

Dieses Feld trägt noch immer die Sonne
Doch es hat sich im Kopf schon getrennt
Es strahlt in der üppigsten Wonne
Die sich in sich selber verbrennt
Noch wabert die fröhliche Zeit
Im frecher fröstelnden Dunst
Schon greift vom Waldrand aus weit
Des Winters grobe Kunst
Der malt ohne Farben
Schon löscht er, was bunt
Wir jedoch haben
Noch ohne Grund
Angst ums Jetzt - es
Hält sich matt
Manch letztes
Blatt

Laubspeise & das sechshundertfünfundsiebzigste Gedicht

Herbstlaub

Die Laubspeise (Mahl des Simpels)

Bis mir mürb is
Ess i Kürbis-
Suppe jeden Frühherbsttag
Weil i Kürbissuppe super-
Gern (mit Pinienkernen) mag

Septemberhimmel & das sechshundertdreiundsechzigste Gedicht

Septemberhimmel

Und ob ich schon wanderte

Kurz feiern wir die Überzahl
Schon stirbt uns einer weg

Gott, ständig wandern wir durchs Tal!
Und kommen nie vom Fleck

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