Herbst

Die thematische Einteilung meiner Gedichte ist im Gange. Hier finden Sie in Zukunft alle Herbstgedichte!

Münchner Schatten & das vierhundertdritte Gedicht

München Stadtsilhoette

Vember

Der novemberigste aller November
Schleicht durch die Nässe der Schuhe sich ein
Es ist seine Düsternis längst nicht mehr stemmbar
Das "ohne dich" formt sich erst jetzt zum "allein"

Selbst der Regen scheint heute im Regen-Sein traurig
Und es sind vor dem Vorschlag schon alle dagegen
Vom Busbahnhofsdach überschüttet das Grau mich
Im Blättermatsch spiegeln sich nichts und der Regen

Kastanien & das dreihundertdreiundachtzigste Gedicht

Eisbachwelle

Die Sommersimulation Münchens läuft weiter! Trotzdem beiße ich mich an den Herbstgedichten fest.

Herbstgedicht für seltsame Kinder

Kastanien, Kastanien
Kastraten und Knast-Arien
Arkadiens krasse Nagetiere
Und Katasteramtspapiere
Karstig knacken die Cassetten
Gleich Kastiliens Kastagnetten:
"Was haste getan, Ian!?"
Überall Kastanien!

Blätter & das dreihundertzweiundachtzigste Gedicht

Schwabinger Herbst

Indian Summer

In Erinn'rung an die Sonne
Wechseln Blätter ihre Farbe
Dass man all der Wärme Töne
Besser im Gedächtnis habe

Laub & das dreihundertneunundsiebzigste Gedicht

Herbstlaub

Herbstlaub

Wenn Herbstlaub mir aufs Haupthaar fällt
Und gnädig bedeckt all die lichteren Stellen
Die manch Gedicht schon hergestellt
So drängt es die Erben, die Stämme zu fällen

Wie mutig die sich an den Sägen verheben
Und an den verlockenden Knebelverträgen
Die man lockig abgesegnet
Und bald schon die Stille der Flocken beregnet

Indes kämme ich mein Haupthaar
Lass das Laub hinunterschweben
Wenn ihr Bäume es erlaubt, ja
Mag ich noch ein Jährchen leben -
Nicht den Blick nach oben richten:
Übers Schweben möcht' ich dichten

Dreiweiher & das dreihundertsiebenundsiebzigste Gedicht

St. Gallen Dreiweiher

Spaziergang am Dreiweiher von St. Gallen.

Badeanstalt im Herbst

Wir grasen im letzten Grün des Jahres
Steh'n Modell für die Mär der Eroberungszüge
Ein Greis seufzt schon vor dem Dessert: "Nun, das war es ...!"
Und still resigniert schreit man aus Reflex: "Lüge!"

Winter werden kommen
Jeder einzelne wird wie ein Heer uns erscheinen
Winter werden kommen
Man wird dann selbst Tage wie diesen beweinen

Hauch des Winters & das dreihundertsechsundsechzigste Gedicht

Belo Tsiribihina

Nun wäre das erstgesetzte Ziel geschafft: 366 Gedichte für die 366 Tage des (Schalt)Jahres. Da aber das Ziel auf 500 Gedichte aufgestockt wurde, kann nun nicht der Stift beiseite gelegt werden, sondern muss sich gesputet werden - 134 Gedichte in den restlichen zweieinhalb Monaten...! Und weil diese kalt zu werden drohen, hier ein Foto aus dem Westen Madagaskars - vor drei Wochen aufgenommen und schon sehr weit entfernt.

Hauch des Winters

Plötzlich beugt sich das Jahr
Und will nicht mehr leben
Und es hat sich beinah'
Jedes Blatt aufgegeben
Es entglänzt sich das Grün
Und zerzaust sich ins Gilben
Den Dichtern entflieh'n
Die romantischen Silben ...

Mählich türmt sich der Eindruck von Straße und Dreck
Und in vier bis fünf Wochen ist alles hier weg
Was der Frühling an zartigste Zweiglein getrieben
Wird von Fußtritten klobigstem Schuhwerks zerrieben

Für vier Monate wird dann der Film angehalten ...
Und die Leinwand im spärlichen Restlicht erkalten

Tourblues & das vierundachtzigste Gedicht

Isarauen

Und schon wieder auf Achse. Beim Aufbruch schon Heimweh. Na, Gottseidank geht's in die immer vergnüglich stimmende Schweiz - das mag uns Gedichte folgender Strickart ersparen (die nach der Strickart Zwei zufällig ausgewählte Anfangszeilen weiterschreiben im Dienstagsslammer Workshop aus mir purzelten):

Die Dahlien 2.0

Immer, wenn die Dahlien blüh'n
So spät im Jahr noch frisches Grün
Blick' ich verdutzt
Aufs schlecht genutz-
te, nun schon fast vergang'ne Jahr
Und frag' mich, ob es nicht vielleicht
Nicht jetzt erst, da die Zeit mir weicht

Von Anbeginn verloren war

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