Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

  • Nachbarschlossgarten & das zweitausendneunhundertneunundvierzigste Gedicht

    Nachbarschlossgarten & das zweitausendneunhundertneunundvierzigste Gedicht

    In Nymphenburg

    Müsste ich nicht viel mehr ruhen
    Und Dinge ruhen lassen?
    Sollt‘ ich mich nicht langsam nun
    Nicht mehr erzür’n … und hassen?

    Einfach dieses Bächlein dort
    Stundenlang betrachten.
    Bald schon bin ich von hier fort …

    Weißt du noch: Wir lachten
    Von Vorfreude und Glück gestählt.
    Wir haben’s doch gut getroffen!?
    Allein ich hab das Ziel verfehlt
    Und aufgehört zu hoffen.

    Ich seh, dies Bächlein spricht zu mir
    In seinem muntren Treiben:
    „Suchst du die Ruhe? Sie ist hier.“
    Nur ich. Werd hier nicht bleiben.


  • Bayrischzell & das zweitausendneunhundertachtundvierzigste Gedicht

    Bayrischzell & das zweitausendneunhundertachtundvierzigste Gedicht

    Vor der Abreise

    Nachdem man’s arg gefeiert hat,
    Wird man das satte Bayern satt!
    „Hey, Wirt – i schnauf un sauf wian Tia!
    Mir ward nie fad das Mia san mia …“
    Doch meist seid ihr Idioten!

    Es sei den feisten Bayernleut die Bayerei verboten!

    Zurück genullt
    Richtung menschlich normal –
    Für der Offenheit Huld
    (neben Berg, Alm und Tal)!


  • Schliersee & das zweitausendneunhundertsiebenundvierzigste Gedicht

    Schliersee & das zweitausendneunhundertsiebenundvierzigste Gedicht

    Wolfratshausen

    Was für’n Hundeparadies –
    Rundum gelungen – ist doch dies
    Wolfratshausen!

    Dort kann der Lupus Ratten schmausen …


  • XXL Fressnapf & das zweitausendneunhundertsechsundvierzigste Gedicht

    XXL Fressnapf & das zweitausendneunhundertsechsundvierzigste Gedicht

    Hilfe zur unprätentiösen Beschreibung des Pfauenfrauenfederkleids

    Es taumeln tausend Tauben über Kaiserlaut’ner Tau –
    Sie weisen darauf hin, die Farbe Taupe sei Braungrau.

    So würd auch ich sie taufen – im Kotau raun‘ ich: „Genau!“

    Es taugt zur Pfaunbeschreibung auch vertrauter Wörter Bau.


  • TunelRi & das zweitausendneunhundertfünfundvierzigste Gedicht

    TunelRi & das zweitausendneunhundertfünfundvierzigste Gedicht

    Wie Gott dich schuf

    Ich bin immer noch der Nackte von damals,
    Verkauf mich nur sehr schlecht.

    Die von Fluten genomm’ne Gard’robe des Ahrtals,
    Von Disputen beschuhtes Textiliengeflecht,
    Der Dresskot besinnlicher Instagram-Postings,
    Der Stoff eines „Das ist mal echt grandios!“-Dings
    Nebst „Was daraus noch werden kann!“ –
    Dies alles zieht mich manchmal an.

    Es kleidet mich leidlich und viel zu betont,
    Dabei war doch die Umwelt mein Nacktsein gewohnt –
    Das Überwinden meiner Scham,
    Den Blick hinein in meinen Darm.

    Bin noch immer das nackte Baby von früher –
    Nur aktuell ein Spätentblüher.


  • Vidikovac Fortica & das zweitausendneunhundertvierundvierzigste Gedicht

    Vidikovac Fortica & das zweitausendneunhundertvierundvierzigste Gedicht

    Die optimale Routine

    Man kann an solch Zeitvertreib nichts mehr verbessern:
    Am Strand sich entkleiden, dann Körper bewässern.


  • Hafengiraffen & das zweitausendneunhundertdreiundvierzigste Gedicht

    Hafengiraffen & das zweitausendneunhundertdreiundvierzigste Gedicht

    Crossover-Ripostegedicht zu „Das ästhetische Wiesel“ von C. Morgenstern und „Kind im Manne“ von E. Roth

    Der ungenierte Esel

    Ein Esel aß an einer Brez’n
    Inmitten hungr’ger Spez’n,
    Hat sich – bevor was übrig bleibt –
    Auch noch ’ne Halbe einverleibt.

    Nun, mir verriet das Sonnenrind:
    Der Graue bleibt im Geist ein Kind,
    Denkt: Wattahat, dathatta,
    Wird per Hammhamm und ohne Maß
    Den nicht vorhand’nen Hunger stillen.

    Frisst hier deshalb.
    Der ungenierte Raffzahn tut’s
    Um nachher satt zu chillen.


  • Umsturzversuche & das zweitausendneunhundertzweiundvierzigste Gedicht

    Umsturzversuche & das zweitausendneunhundertzweiundvierzigste Gedicht

    Die Kunst der tighten Stille

    Und plötzlich ist’s Gelassenheit,
    Mit der ich Unverfrorenheit -en
    All eurer Seiten grille.

    Ich röste endlich ohne Leid
    Die schwergewicht’gen Kleinigkeit -en
    Mit Kunst der tighten Stille.

    Aber nein, mein Wille ist nicht überwunden –
    Man kann ihn im Sessel der Gleichmut erkunden!
    Er atmet im hintersten Winkel der Lunge
    Mit übereindeutig euch schmähender Zunge.

    Und die verbleibt, wiewohl vergrämt,
    Im Kern, auf ewig: ungezähmt.


  • Auf der Lungomare & das zweitausendneunhunderteinundvierzigste Gedicht

    Auf der Lungomare & das zweitausendneunhunderteinundvierzigste Gedicht

    Ja, das! (Zum Ursprung gewisser Gliedmaßen)

    Ja, das ist mal ’ne Promenade!
    Wer könnt da contra Nade sein?

    „Für sowas wurd ich auch erfunden,“
    Berichtet mir mein Wadenbein.


  • Bootsnest & das zweitausendneunhundertvierzigste Gedicht

    Bootsnest & das zweitausendneunhundertvierzigste Gedicht

    Ja, manchmal braucht’s nur den richtigen Anstoß! (Ein Walzer)

    Wenn ich so’n Seebär wär,
    Ein Weltenmeere Bär,
    Geflickt von Seemannsgarn und Buddeln Rum,

    Ich ging mit Jim und Hein
    Bei uns zum Schwimmverein –
    Denn dazu fehlt allein es mir an Mumm!


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