Krummzeiler

Isarstrom & das eintausendvierhundertzweiundvierzigste Gedicht

Blick auf die Isar von der Großhesseloher Brücke

Gepaarte Parts verscharrter Charts unsres nachcorona Pfads

"Bei schwächelnden Corona-Viren
In Tschechiens Kronen investieren!"
Lautet der Berater Rat.

"Die Masken gegen Covid-19
Ganz modisch aus so'n Canvas-Zeug näh'n!"
Leitet der Vernarrten Naht.

"Bitte nicht in Quarantänen
Überschrittlich sicher wähnen!"
Läutet der erstarrte Staat.

Marostica & das eintausenddreihundertfünfundneunzigste Gedicht

Alte Stadtmauer von Marostica

Du Idiot! (Die chinesische Mauer)

Dauernd
Mauernde Chinesen
Als im Bau tätige Wesen
Hab‘n der Welt
Dies hingestellt -
Heute sind‘se maosetot.

Schau‘s dir an, du Idiot!

Im Prinzipal & das eintausenddreihundertdreiundsiebzigste Gedicht

Prinzregententorte im Prinzregententheatercafé

Erster Versuch über Prinzregententorte: Where the streets have a name
(Das Verorten von Torten)

Es kennen Enten echt winzige Orte,
Wo sie Prinzregententorte
Unbeseen einst aßen
(auch wenn sie's Mahl vergaßen).

Wohl manche können schlecht mit Worten -
Bei Enten sind's die Tortensorten.

Schon besser geht's mit Straßen.

Haukivesi & das eintausenddreihundertneunundvierzigste Gedicht

Steg am Haukivesi an den Saimaaseen

Der niedrigstehenden Winterzeitsonne

Mir ist schon klar,
Dass du, mein Star,
Dich heut dieses kleine Stück nur erhebst -
Als Zeichen, dass du doch noch lebst,
Überwinternd,
Bis des Winters üble Winde letztlich überwunden sind.

Denn im Jahresstreit gewinnt,

Wer nicht ständig strahlt in Taten,
Sondern übt, sie abzuwarten.

Fichten & das eintausenddreihundertsechsundvierzigste Gedicht

Fichten am Saimaasee

Dudu (Zum Borgen von Därmen)

Ich versenke meinen Arm
Manchmal tief in meinem Darm.
Dort hat er es mollig warm,

Doch gilt dies nur für einen!

Darum leih
Für Nummer Zwei
Dudu mir doch den deinen!

Saimaa & das eintausenddreihundertvierundvierzigste Gedicht

Winter An den Saimaaseen

Wintereinbruch

Mit schwadigem Tänzeln vom Schneestaub im Wind
Als frostige Spielart von Nebel,
Mal prustet die eisige Kühle dich blind,
Mal prickelt die Haut vom Geschwebel,
Bis klirrendbrüll‘nde Winterzeiten
Über sorgsam zugeschneiten
Sorgenbrettern mordend wettern,
Ist es wahrschneilich,
Das in Reih‘ sich
Herbstschmerzen verflüchtigen,
Frostmarken mich. Als Süchtigen.

Rathaus Hannover & das eintausendzweihundertneunzigste Gedicht

Rathaus Hannover

Innenpfui

Der Hausrat
Vom Rathaus
Schaut fad aus.

War da der Etat
Aus dem Bau-Referat
Schon verbraten nach Mauern der Außenfassade?

Dieser Inhalt
War nie in halt -
Das ist ausgesprochen schade!

Rummel & das eintausendzweihundertachtundsiebzigste Gedicht

Oktoberfest München 2019

Zu spät, aber nicht zuu spät

Fürs Wannenbad war's schon zu spät -
So würzt denn dann mein Tête-à-Tête
Bei jenem Date mit Annegret
Ein aus dem Achselnass geweht-
Er, angeregter Moschusduft
(mein ungepflegter Modus Schuft),
Der untentwegt die Luft durchfegt,
Was Annegret dazu bewegt,
Dass sie mich zu 'nem Bad einlädt,
Sich zu mir in die Wanne legt
Und dann im Ineinander rät:

"Vereinigung und Reinigung
Vereint man gern in einem Schwung!"

Vierschanzentournee & das eintausendzweihundertachtundsechzigste Gedicht

Skisprungschanze bei Garmisch-Partenkirchen

Unbequeme Interpretationsterrains liebgewonnener Zitate

Freiheit ist auch immer die Freizeit der Allrad-Lenkenden.

Moldauschleife & das eintausendzweihundertfünfundvierzigste Gedicht

Moldau-Wehr in Krumau

Die Riskante zu Krumau

Es lässt der Lauf der krummen Auen
Sich Gottseidank nie ganz umschauen.

Belächelt von dem weltlich raren,
Gänzlich Unberechenbaren,
Musst du den Mut zu Wasser lassen.

Man schwimmt im Unberechenbaren
Über Schlünde von Gefahren,
Die unablässig nach dir fassen.

Warum soll ich, wirst du mich fragen,
Den Sprung ins krumme Nass dann wagen?

Nun. Das ist eigentlich fast zu einfach.

Weil im Mainstream nie 'was Brillantes entsteht,
Wenn das Wasser dir nicht bis zur Riskante steht.

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