Krummzeiler

Färberei & das eintausendneunhundertvierte Gedicht

Textilfarben in einem Souk in Chefchaouen

Würze des Reisens

Wird dieses Gewürz im Daheim nochmals schmecken?
Oder uninspiriert fade Breichen bedecken,
Auf ewig den Klecks der Exotik verstecken?

Wird es irgendwer von deinen Gästen wohl checken,
Wieviel Pfunde der Ferne im Nachgeschmack necken,
Um dann nach genussvollstem Fingerbeschlecken
In Demut den lobenden Daumen zu recken?

Oder kann diese Würze nur eines bezwecken:
In dir die Erinn'rung ans Fortsein zu wecken?

Warschauer Straße & das eintausendneunhundertzweite Gedicht

Blick auf den S-Bahnhof Warschauer Straße

Istzustand vs. Warschauer Straße

Warschauer Straße,
Schau', Du wars' ma'
Sechsträngig gängiger Umschlagplatz.

Doch man hat Dich
Ratzefatz

Zu NullAchtFuffzehn degradiert,
Mit Billigrampen ramponiert.

Und plötzlich soll jeder hier zweigleisig fahr'n
Und kann sich die geistige Mitarbeit spar'n.

Am Bauwerk versündigt,
Den Fahrgast entmündigt -
Vielleicht heißt In-die-Zukunft-Schau'n
Bloß geistig/gleisig abzubau'n.

Medersa & das eintausendachthundertachtundsiebzigste Gedicht

Fez Medersa

Die Erbschaft

Frag mich morgen,
Frag mich irgendwas,
Bevor meine Antworten schimmeln!
Ich kann die Details nicht im Ganzen verborgen,
Muss Kleinstteile fassbar entwimmeln.

Nur auf die Verluste ist stetig Verlass.
Gewiss ist, man wird sich verlassen.

Noch steh ich als Safe da - frag mich irgendwas,
Bevor wir den Zeitpunkt verpassen!

Burghamer Filz & das eintausendachthundertachtunddreißigste Gedicht

Heide im Burghamer Filz

Der Pfennigfuchser

Ich hörte,
Die Fähe
Sähe es gern,
Sie würde vom Rüden nun FuchsSie genannt.

Dies störte
Blümerant
Den Herrn.
So reklamierte flugs er,
Er sei der Fäh' nich FuchsEr.

Mondfinsternis & das eintausendachthundertfünfundzwanzigste Gedicht

Mondfinsternis 2018 über München

SARS @ Stan

Der Arschcharme der Scharia / harzt Abschaum in das Hier.

Und die Schabenschar blafft "Aller Altlast sei Ehr!"
Der Glauben trägt brav sein Maschinengewehr.

Eschwege Markt & das eintausendsiebenhundertzweiundneunzigste Gedicht

Markt in der Altstadt von Eschwege

Gelegenheitsgedicht (Im Wartezimmer)

Nimm dir für das Wartezimmer
(kann's dir echt nur raten) immer
Irgendetwas mit zum Schreiben!

Dann kann von dem Zeitvertreiben
Doch noch etwas übrig bleiben.

Davon zeugt auch dies Gedicht.
(wenn man's streng sieht: eher nicht)

Kloster B'beuern & das eintausendsiebenhundertachtundsiebzigste Gedicht

Silhouette der Klosterkirche von Benediktbeuern

Wohlernährt & benedikt

Wenn sich ...

Bei wohlernährten Bauern
In Benediktbeuern
Nach mehreren Schauern
Die Ernten verteuern,

So wird ...

Sehr, sehr bald das Moos rar -
Ist für die Leut vom Kloster
Dann leider auch kein Kloß da!

Nachbaramsel & das eintausendsiebenhundertvierundsiebzigste Gedicht

Amsel auf dem Nachbardach

Länder in Not

In Bungabunga
Steckt Gabun

Und kann nix dagegen tun.

Wassermarsch & das eintausendsiebenhundertsiebenundsechzigste Gedicht

Fontäne im Hofgarten von Schloss Schleisheim

Beherrscherung

Wie vor Scharen zarter Zaren
Charme wie Contenance bewahren?
Mag man einer deart raren
Chance ganz entsagen?
Oder die Enthaltsamkeit
Halt auf eine andre Zeit
Samtensanft vertagen?

Ruhpolding & das eintausendsiebenhundertneunzehnte Gedicht

Gehzeiten

Wanderer, ist es schon soweit,
Dass auch deine Wanderzeit
Tatsächlich sich
Allmähehlich
Annähern will
Den von gelben Schil-
Dern prognostizierten Gehzeitminuten?
Musstest du dich dafür insgeheim sputen?
Läufst du nun gar
Manchmal Gefahr,
Sie laufend zu überbieten
Wie lausigste Sonntagslaufnieten?

Leider ist es so, dass für die Restzeit auf Erden
Auch Angeber zunehmend
Langsamer werden.

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