Tiere

Gedichte, in denen Tiere die Hauptpersonen sind.

Einzigartig & das zweitausendvierhundertsiebenunddreißigste Gedicht

Ein Strandzugang von Varadero Beach

Das Rind als Löwenanteil

Dass Kühe ständig fressen,
Indes der Löwe meistens ruht,
Bewegt die Frage: Wessen
Gewissen schlürft hier ruhig Blut?

Und wie wird Friedlichkeit belohnt,
Wenn über ihr ihr Leiden thront?

Winterheimkehrer & das zweitausendvierhundertsiebte Gedicht

Im Botanischen Garten München

Finkenattacke, nach Erweichen der Firnis

Der Vögelchen sprühender Lebenselan
Tut manchem Wurm nicht gut.
Er nährt den Gesang früher Finken und Star‘n
Nebst deren neue Brut.

Mon(o/u)ment & das zweitausenddreihunderteinundneunzigste Gedicht

Münchner Rathaus im Abendhimmel

Ahoi!

Ahoi, ihr Büchsenspanner, ortet ihr mir meinen Wal!
Mir war ja dieser Ozean bislang nur sehr egal.

Doch jed' Horizont ist für euch voll Moby Dick -
Harpunenkommunenbewährt ist der Trick,
Verschwor'n zum "Ja, da bläst er!"-Chor!
Schon geht an Bord: der nächste Tor.

Mir war ja dieser Ozean bislang nur sehr egal,
Doch Büchsenspanner orten mir auch ungefragt den Wal!

Ringlokschuppen & das zweitausenddreihundertachtundachtzigste Gedicht

Der Ringlokschuppen in Mülheim an der Ruhr

Knorke Knorpelfisch - super Suppe!

Nachdem sie seit Wochen im Sand sich verkrochen,
Fand unser Koch Jochen jetzt doch noch'en Rochen!

Treibholz & das zweitausenddreihundertfünfundachtzigste Gedicht

Stillleben in den Isarauen

Ripostegedicht zum "Tango Korrupti" von Rainhard Fendrich .

Das ständig tänzelnde Tangoru

Fragt man dich: Na, wo willst du mal hin?
Sagst du: Australien.
Doch weil du Bayer bist,
Siehst du snur eine Meute Stiere
Statt Beuteltiere -
Was echt zum Reihern ist!

Du schwärmst, die Faunawelt Down Unders
Säh so sehr anders
Und nach Vollendung aus.
Doch kennst der Tiere Eigenheiten
Aus alten Zeiten
Der Sendung mit der Maus.

Ja, auf den Weiden und der Alm hat's
Halt keine Wombats
Und auch kein Känguru
Man hört der Landwirte Gebäuer
Und Wiederkäuer
Und alle machen Muh!

Aber in der Stadt im Zoo
Gibt's zumindest irgendwo
Ein Gehege, das der Pflege einer Käng'ruherde dient

Refr.: Und wenn ein Känguru bespuckt di,
Entflieh solch Gängelei und duck' di
Glaub nicht, der frechen Tiere Speichelei
Sei Schmeichelei – Kerl, guck die Viecher an:
Die stamm'n, so wie sie sich gewanden,
Statt von Down Under aus den Anden!
Trotz der Exotik ihres Karmas - san das ganz normale Lamas!

Du schwärmst beständig von Australien
Doch du weißt, dahin
Ist es ein weiter Weg.
Und du beteuerst die Koalas,
Die ham total was
Sind flauschig, süß und träg.

Auch deren Nahrung Eukalyptus
Hat soviel Rhythmus,
Der in der Sehnsucht weckt.
Jedoch statt Ozeaniens Zonen,
Wo diese wohnen,
Hast du den Zoo entdeckt.

Denn die hab'n ein Känguru,
Dessen Anblick reicht, dass du
Die Ausstrahlung von Australien mit einem Mal verspürst.

Refr.: Und wenn ein Känguru bespuckt di,
Entflieh solch Gängelei und duck' di
Glaub nicht, der frechen Tiere Speichelei
Sei Schmeichelei – Kerl, guck die Viecher an:
Die stamm'n, so wie sie sich gewanden,
Statt von Down Under aus den Anden!
Trotz der Exotik ihres Karmas - san das ganz normale Lamas!

Kanalwächter & das zweitausenddreihunderteinundsiebzigste Gedicht

Blick aus dem Ca' d'Oro auf den Canale Grande

Ripostegedicht zu Heinz Erhardts "Die Made".

Der Marder

Unter eines Ladas Haube
Nagt der Klan der Marder Taube

Vaters Bauch wär nicht so'n leerer,
Wär'er nicht Alleinernährer.

Doch

Marder-Mama war einmal -
Hängt schon längst am Marderpfahl.

Nach dem Mahl mahnt Vater Marder:
„Warte grad ma hier am Lada!
Küken-Kuchen als Dessert
Bring ich zum Verzehr noch her!
Bleib du, Madel, brav im Lande -
Ma' ma Papa keine Schande!“

So sprach Vater und entwich
Marders Mädel aber schlich
Zu dem Lada-Ladekabel
Kappt's mit seinem Marder-Schnabel.
Nach hartem Schlag der Varta-
Batterie briet da am Lada
Ein bald gut gegarter Marder!
Klar, dank derart Bratgrad-Hader
Barst die zarte Halsschlagader -
Wie erwartbar naht da'n Marder
Gradewegs dem Pfad ins Nada. Schada.

Vater Marder sah die Kleine
Denkt: „Nu gilt's, den Küken-Kuchen
Augenblicklich umzubuchen!
Den ess ich jetzt alleine!“

Itaipu & das zweitausenddreihundertzweiundvierzigste Gedicht

Der Itaipu-Staudamm bei Foz de Iguazú

Lämmer & Dämme

Wenn alle Dämme brechen,
Weil Lämmer sich erfrechen,
Sie tief und massiv abzugrasen -
Dabei auch Lehm und Stein frasen
(und schließlich gar noch das Eszett),
Macht solch vermess'nes Essen fett.

Sie - ich dachte, das erwähn' ich -
Sind darin dem Menschen ähnlich.

Capybara & das zweitausenddreihundertneununddreißigste Gedicht

Wasserschweine am Itaipu-Staudamm

Schokoladentieretiere

Schokoladentieretiere
Sind Hasen und Insekten -
Nicht Kühe oder Schweine,
Die uns fleischlich immer schmeckten.

Macht uns die Milch voll Kakao
Denn treulos blind beim Essen,
Dass wir so vollends zuckerschwirr
Die Zuckenden vergessen?

Nun gießt die Sauen, gießt den Ochs
In Form'n der Schokolade -
Für Käfer, Bienen, Kerbgetier
Ist die Substanz zu schade!

Ausgeflogen & das zweitausenddreihundertunddreizehnte Gedicht

Unsere an die Gentrifizierung verlorene Wohnung in der Tengstraße 4.

Schönen Gruß an den Nachmieter

Normalerweis' bin ich zu Amei-
Sen doch eher gräuslich -
Heut scheiß ich drauf, weil raus. Ja, mei,
Dann macht's euch hier fei häuslich
Und seid dem neuen Herrn am Herd
Sehr gerne eine Plage!

Lang fand ich euch bekämpfenswert -
Nun wünsch ich schöne Tage!

Schlossmühle & das zweitausendzweihundertachtundneunzigste Gedicht

Im ersten Stock der denkmalgeschützten Schlossmühle von Lauchhamer, ehemals Mückenberg

Rüden haben kurze Beine

Zwischen Dobermännerbeinen,
Die ganz oben sich vereinen
In giganter Körpermasse,
Magst du zwar sehr klein erscheinen -
Wie von weit entfernter Rasse.
Doch du weißt ob deiner Klasse,
Fleckst umher mit Niedlichkeiten,
Die putzmunter unterschreiten
Limits, die ein Reißzahn setzt.
Grobe Dobermännlichkeiten
(Bild des Hundseins bis zuletzt) -
Nun ist's Putzigkeit, die fetzt!

Alle Rechte bei Susanne Digel, die das Gedicht im Rahmen der Rio-Spendenaktion 2023 gekauft hat.

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