Politik

Gedichte mit politischem Hintergrund oder entsprechender Attitüde.

Der tote Elefant & das eintausenddreiundsechzigste Gedicht

Totes Elefantenbaby im Bwabwata Nationalpark

Ripostegedicht auf Rilkes "Das Karussell"

Das nächste Karussell

Gib Acht, mein Kind, wenn der Schatten dreht!
Dann hat hier im Weiler fast nichts mehr Bestand
Denn ein Bund von Gefährten erschafft sich sein Land
Und Umtrieb spricht ein Hetzgebet
Sie alle haben Wut in ihren Mienen
Und große Böen weh'n mit ihnen
Und dann und wann auch ein toter Elefant

So gart das Hier in noch stiller Gewalt
Schnurrt vor Sattheit so träge wie drückend
Maues Gebläh scheint wie in sie gekrallt

Und jedem liegt stets ein Beweis auf der Zunge
Man erhebt wie zum Schwur seine rechteste Hand
Da bölkt's wie von Zähheit gezeichnetem Schwunge

Und dann und wann auch ein toter Elefant

Wer will sich noch in Verkommenheit üben?
Wer tätschelt Gebelle mit werbenden Zungen?
Wer eint alle wachsam zerstrittenen Jungen?
Schauder und Aufstand gerier'n sich in Schüben

Und dann und wann auch ein toter Elefant

Und Volk geht hin und weiß nicht, was es wendet
Und kräht nur dreist und hat kein Ziel
Ist roh und zürnt wie vom Grauen geblendet
Und teilt sich den Traum vom gewonnenen Spiel
Ein Mahnmal wird leicht übersehen
Wenn's Wissen erblindet und verschwindet
Weshalb so ein Dickhäuter fiel

Steele-West & das eintausendneununddreißigste Gedicht

Am S-Bahnhof Steele-West

Temperament/tur

An dem wackligen Punkt zwischen Simmern und Sieden
Ist schon so viel verheizt und noch gar nichts entschieden

Doch alles rüstet sich zum Kampf
Drängt auch dich zur Position:
Wo beziehst du die Bastion?
Willst du Eis sein? Oder Dampf?

Isarschnellen & das eintausendvierzehnte Gedicht

Isarschnellen bei Unterföhring

Im Unterschied

An meinem ersten
Geburtstag in sauberer
Unterwäsche fraß ich die
Sparkasse auf. "DIE
Sparkasse oder EINE
Sparkasse?", fragte ein in
Reinster Angriffslust badendes Gegenüber. Das
mache einen Unterscheid! - zur Erklärung ergänzend.

"Für mich nicht!", überwand
Ich meine oft wehrlose Antworterei. Zusätzlich mit:
"Saubere Unterwäsche - DAS macht einen Unterschied!"

Neubaugebiet & das eintausenddreizehnte Gedicht

Neubaugebiet am Olympiapark

Der Müllsammler

Dieser Schuh wäre noch zu gebrauchen in anders geordneter Welt
Es schmettert der Sinnöden Fauchen, wenn's feintaktig Ambosse prellt
Die Äcker für schlechtes Gewissen sind unakrobatisch bestellt
In die Böschungen wird nicht gebissen, nur gesinnungsharmonisch gebellt
Hier könnt' sich ein Mögliches spannen über Sterne, Himmel und Zelt
Doch ohne Tat zieht es von dannen - ich bin's, der sich zu ihm gesellt!

Ich hege mein Abseits wie andre ihr Geld
So kann ich in Reichtümern tauchen
Als wäre in anders geordneter Welt
Ein solcher Schuh noch zu gebrauchen

Helgoland revisited & das neunhundertsiebenundneunzigste Gedicht

Auf dem Weg zur Langen Anna

Bei meiner Lesebühne P&P wünschten sich die Zuschauer mit großer Mehrheit ein Ripostegedicht auf Jan Böhmermanns Erdogan-Schmähgedicht. Ich nahm mich der Aufgabe an, unter besonderem Fokus darauf, das Gedicht in einer einem Staatsmann angemessenen Qualität zu verfassen - nicht wie die eher dahingerotzten Böhmermann-Verse, die vermutlich vor allem auch wegen mangelnder lyrischer Qualität beanstandet wurden.
Ich bin bei der bereits etablierten Unterleibsthematik geblieben - weswegen hier im Netz auch nur die "entschärfte" Version veröffentlicht wird. Vielleicht ja ein Beitrag zur Befriedung des aufgekommen Streits.

Die Eichel Recep Erdogans (Ein respektvolles Schmähgedicht)

Altersfleckgrindig, vom Speckglanz gefettet
Zuckt nach 'nem Spuckkrampf, nun ölig gebettet
Im spermaverkrusteten Schamhaargewölle
Gleich einer Verwesungsmief hortenden Hölle:
Die Eichel Recep Erdogans

Ein Teich gekippten Pferdeharns
Vermochte nicht an ihr Aroma zu reichen
Kein Dom voll weichgekochter Leichen
Könnte jene versengende Fäulnis entsenden
Wie 'ne Eichel, gestreichelt von Erdogans Händen

Schon als ein In-die-Hosen-Kacker
War er ein echter Motherfucker
Beim Drang auf Mamas Schoß zu rutschen
Ging's bloß um: "Los hier - Pimmel lutschen!"
"Denn Frauen," lehrt sich Erdogan
"Sind Herdtier und mir Untertan!"

So war Recep Ätztyp Erdogan
Im Pre-K-Alter schon erfahr'n
Und seine ädrig durchknorpelte Schwellkörperpracht
War ihm immer zur Hand bei dem Weg an die Macht
Fast göttlich verstand Erdogan
Auch der Mullah Puller hochzufahr'n
Mit religiös verbrämter Kraft
Ging's jetzt um den Alleinherr-Schaft

Und ganz oben, da keimt die Recep-Eichel
Umschleimt von Alte-Männer-Speichel
Und buttergelb verkästem Samen / Ja, fußgeruchgetauft sind alle
Ergüsse, die aus Erdi kamen / Und fermentiert in Retro-Galle

Und jeder, der von diesem Gestank noch nicht blind
Lehrt jetzt sein türkisch verwurzeltes Kind:
"Fass lieber Herd und Ofen an
Als irgendwas vom Erdogan!"

Wie könn'n wir Mutter Erd erspar'n
'Nen weit'ren Tag mit Erdogan?
Bevor da wer 'nen Würgreiz kriegt
Sobald von der Türkei man spricht -
Eins der schönsten und spannendsten Länder Europas!
... in der Hand des der Steinzeit verpflichteten Opas!?

Entledigt euch seiner, oh, ihr freundlichen Leute
Tut's mit Wut, notfalls Blut, aber tut es - noch heute!

Sylt revisited & das neunhundertsiebenundachtzigste Gedicht

Strand von Westerland

ABC-Schützen

Und ein weit'res Wort soll büßen
Dass du so empfänglich bist
Dir kann schon den Tag versüßen
Wenn was U-N-U-M-G-Ä-N-G-L-I-C-H-(!!) ist

Zürne der Majuskeln Eiter!
Stopp den Treck der Letternschar!
Treib dein Spielchen emsig weiter
Bis du schweigst - für immerdar ...

Gletschereis & das neunhundertneunundsechzigste Gedicht

Die entscheidenden Schritte

Lässt es sich im Blut erkennen
Dass dich von dem Weiter trennen
Schritte von zu großer Weite -
So steht Scheitern fürs Gescheite

KÜStenKArneval & das neunhundertsiebenundvierzigste Gedicht

Flug nach Swakopmund

Nach der Unabhängigkeit

Ich steh' an einer Plüschbar
Vom Skakopmunder Küska
Am Rande des Verstands

Hier, wo sich alte Zeiten
Ein kleines Jetzt bereiten
Im Schoß verlor'nen Lands

Das, was aus alten Bauten
Die Einstigen beschauten
Ruft scheu noch sein Helau

Ein Stückchen Nordseebade
Im Glück der Maskerade ...

Entplüscht es nicht zu rau!

Solitaire & das neunhundertneununddreißigste Gedicht

Solitaire in der Namibwüste

Der Dogmatick

Um jede Unendlichkeit Zäune zu bauen
Ist dein deine Bestimmung vertiefender Job

Dass Andre solch Werk zu missachten sich trauen
Will nicht in dein weihevoll Untier von Kopp

Wöhrsee & das neunhundertfünfzehnte Gedicht

Wöhrseebad Burghausen

Gen Ezareth

Klar, kann ich auch übers Wasser geh'n
Und jedweden Fluss wie ein Laufband besteh'n!

Doch besser
Gefällt mir in puncto Gewässer
Die Option, darin nackig zu schwimmen

Biste eher so einer, der von oben erlöst?
Oder mehr wer, der sich zum Vergnügen entblößt?

Das mag jeder selber bestimmen

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