Politik

Gedichte mit politischem Hintergrund oder entsprechender Attitüde.

Kloster Blaubeuren & das achthundertsechsundneunzigste Gedicht

Kloster Blaubeuren

Politische Kunst

Diese Welt drängt mich ständig, mal klar zu entscheiden
Mein indifferentes "Kann beiderlei leiden!"
In das Kaltschwimmerbecken des Lebens zu stoßen

Dort prust' ich vernehmlich mit aufrecht großen
Parteiergreifen und Konformmicherklär'n

(Wenn bloß all die andern Optionen nich wär'n ...)

44 Suchwurmspitze & das achthundertneunundachtzigste Gedicht

Chorgestühl im Ulmer Dom

Den kommenden Veteranen

Das Siegreiche darf sich schon wieder verpissen
Zur Notiz noch die Anzahl der Leichen
Im Gilb ihrer Kopfhäute glitzern die Nissen
Bevor sie dann gleichsam erbleichen

Von einem Twen wird der bereits welke Triumph
Zu den alten Geschichten geschrieben
Der Jugend ist hierfür kein Griffel zu stumpf
Und sie drängt uns, sie dafür zu lieben

30 Blauschockfolgen & das achthundertfünfundsiebzigste Gedicht

Nachthimmel am Isaruferweg

Erfolg

Nun, der Angriff erfolgte
Und Ergriffenheit wolkte
Über jene Zielobjekte
Denen jetzt der Projektile
Inhalt tief im Kopfe steckte
Als Frucht der Hülsen, derer viele
Kullerten vom Trottoir

Bis dass Totenstille war

27 Männerkunde & das achthundertzweiundsiebzigste Gedicht

Ruhpolding Ausblick

Unverzeihliches

Das Unverzeihliche bleibt in der Welt
Wie ein passloses Alpenmassiv
Für mögliche Freisprüche zu sehr entstellt
Zu maßlos, zu schmerzhaft, zu tief

Doch möchte die Welt nicht nur fassungslos flennen
Lässt allerlei Münder Begründungen nennen
Nach denen man scheinheilig dann nur bemisst
Dass etwas unverzeihlich ist

18 Spindseligkeit & das achthundertzweiundsechzigste Gedicht

Ruhpolding Rathaus

Statt Laminatlamentos

Ich glaube, dass heut' sich der Raufaseranstrich
Für dich als Erlöser entscheidet
Und dass auch der Estrich - getreu lächelnd - sich
Am Schein deiner Göttlichkeit weidet

Du formulierst immerfort schnuckelig scharf
Du erklärst dieser Welt eloquent, was sie darf
Du hast dir für uns eine Meinung gebaut

Vom Baumarkt murrt einsam der Lagerbestand
Ich glaube, den dauert das Warten

Allein, all mein Glaube ist irrelevant
Nur du wandelst Worte in Taten
Und hast als Polier dich mit Allmacht betraut

2 Knüpfwerk & das achthundertsechsundvierzigste Gedicht

Der Heilige Georg. Nikolaiviertel Berlin

Die Bewegten

Die Düsternis eint uns als Leidensgenossen
Und einhellig kling'n unsre Lieder
Vielleicht hat man einst aufeinander geschossen
Und sicherlich tät' man es wieder

Herr Ober, dies Drittelchen Geisterverwandtes
Zentriert unsre Mitten aufs Essen!
Umsäumt unsre Teller noch leidlich Verbanntes
Ersucht stiller Kammern Vergessen!

Denn Düsternis eint uns als Leidensgenossen
Und einhellig kling'n unsre Lieder
Vielleicht hat man einst aufeinander geschossen
Und sicherlich tät' man es wieder ...

Chinesischer Turm & das achthundertelfte Gedicht

Chinesischer Turm

Dem Fem

Ich möchte dich mal richtig gendern
Und ramm' an jedes End' ein "-In"
Werd all den alten Code verändern
Bis dass ich völlig sprachlos bin

Du musst mich darum nicht lang bitten
Mich treibt der Liebreiz deiner Wünsche

Apollotempel & das achthundertdritte Gedicht

Apollotempel im Schlosspark Nymphenburg

Leck mich

Der Gestiefelte Kater?
Ein triefender Pater?
Ob miefende Darter,
Gewiefte Berater -

Einzig qualifizert ist als Chief von Big Data:
Ein niemals sich zierender Stiefkindervater

Schwanthaler Höhe & das siebenhundertneunundneunzigste Gedicht

U-Bahnhof Schwanthaler Höhe

Trotzkissimo

Ich mag eure hölzernen Lieder nicht singen
Werd mich aus der Gruppengemütlichkeit zwingen
Die mit scharfen Prinzipien im Wildwuchse mäht
Für ein neues Jahrhundert der Frigidität

Ein Zweck, der das Verbiestern heiligt
Ist aus seinen reichen Ideen entführt
Ich bleibe gerne unbeteiligt
Wenn spätere Zeit eure Maßstäbe kürt

Berliner Volksbankrest & das siebenhundertzweiundachtzigste Gedicht

Zentrale der Berliner Volksbank

Grundsatz und Einwand

Das Prinzip, es denkt für mich
Im Prinzip verrenkt's auch dich

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