Pflanzen & Natur

Die thematische Einteilung meiner Gedichte ist im Gange. Hier finden Sie in Zukunft alle Gedichte vom Wandeln in der Natur sowie Gedichte, in denen Pflanzen die Hauptrolle spielen.

Herbsterben & das sechshundertachtundsiebzigste Gedicht

Herbstlaub

Ein Letztes

Dieses Feld trägt noch immer die Sonne
Doch es hat sich im Kopf schon getrennt
Es strahlt in der üppigsten Wonne
Die sich in sich selber verbrennt
Noch wabert die fröhliche Zeit
Im frecher fröstelnden Dunst
Schon greift vom Waldrand aus weit
Des Winters grobe Kunst
Der malt ohne Farben
Schon löscht er, was bunt
Wir jedoch haben
Noch ohne Grund
Angst ums Jetzt - es
Hält sich matt
Manch letztes
Blatt

Kochelseesteg & das sechshundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Kochelseesteg

Rosen

Es ist, einmal enttarnt, der gewöhnlichste Duft
Nur er schlüpft als exotisches Ahnen
Und verfolgt deine Sinne als zähester Schuft
Er verhöhnt deine Freude als zahnen-
Des Sehnen nach etwas mehr Orient und so
Auf leicht zu becircendem Glaubensniveau
Dass du, Haremsberechtigter, schlürfst erste Dosen ...

Doch all dein Verlangen begnügt sich mit Rosen

Oktoberfest & das sechshundertvierundfünfzigste Gedicht

Oktoberfest 2017

Zapfenreich

Oan Zapf'n hängt an einem Ast
Noch ruhig baumelnd und gefasst
Schon fällt er nunda auf die Wies'n

Wo du, da sie an Zapfen reich
(die noch dazu einander gleich)
bloß findest jenen, doch nie diesen

Vogelinsel & das sechshundertvierundzwanzigste Gedicht

Altmühlsee Vogelinsel

Landmaus und Stadtmaus

Wie viel Gegend liegt wohl so im Nirgendwo rum
Ohne zu wissen, wieso?
Die mächtigsten Bäume haut's mittendrin um
Und niemand macht daraus 'ne Show

Doch die Orte, um die die Themen kreisen
Sie machen mit Allmacht in allem sich breit
Sie speichern das Wasvorzuweisen
In simulierter Ewigkeit

Forst & das sechshundertzweiundzwanzigste Gedicht

Pullacher Forst

Ripostegedicht zu "Mondnacht" von Joseph von Eichendorff.

Mondnacht bei Hausarrest

Der Eichendorff hat Hausarrest
Und einsam ist's im Wald
Heut lobt kein Vers das Blattgeäst
Als göttliche Gestalt

Die Linde rauscht bedeutungslos
Der Linda droht das Gleiche
So all des Sinnens Schwere bloß
Ohn' Dorffpatron der Eiche

Die Vögel weiten - nur zum Test
Die seelenlosen Flügel
Und alle finden Hausarrest
Viel grauslicher als Prügel

Isarhochwasser & das sechshunderteinundzwanzigste Gedicht

Isarhochwasser

Daß Du ewig denkst an mich

Du hast das Heidenröslein gebrochen
Danach vielleicht zweimal an ihm noch gerochen
Es mit sanftem Druck ins Heu gelegt
Dass es doch zumindest im Notfall verpflegt
Und nicht so sehr am Heimweh leide

Es war in Deinen Augen Weide
Und fügte sich ins tote Gras
Wie dem Grundton derselben Erkenntnis: "Das war's!
So abgrundlos kurz war vorm Leiden das Glück ..."

Und auch Du wünschtest ihm nun die Heide zurück

Rollfeld & das sechshundertachte Gedicht

Rollfeld FJS München

Weitengrade

Heute dacht' ich, kurz vorm Späti,
Plötzlich an die Serengeti.

Du, der Du noch niemals da warst,
Nie ein Gnu so nah im Gras sahst,
Sagst, gar weit wär's bis zum Späti.

Alter, in der Serengeti
Klebt an jedem "Ach, so weit ..."
Noch ein Stück Unendlichkeit!

Weiherbach & das fünfhundertvierundneunzigste Gedicht

Weiherbach bei Puchheim

Seelenfrieden

Hier schwappt es sich aus
Das bekloppte Getue
Mal murgelt das Blesshuhn
Und mal gibt es Ruhe
Es gurgelt ein Wellenversuch

Da muss was im See sein
Das atmet die Seel' ein
Und fläzt sich zufrieden in Frottee und Tuch

Und du sitzt daneben
Schaust raus auf den See, denn
Da blitzt immerzu etwas Sonne im Schwipp
Tanzt dunkliger Glimmer
Von tanigem Schimmer
Allplanig galönzigt ein windhauchend Trip

Und mulmig riecht die Kühle rüber
Ein Natterich schlürft durch die Küber
und Barkschmelz küsst die Leckenlipp

Am Ufer von den Badeseen
Entsperrt sich alles Grundversteh'n

Fürstenberg & das fünfhundertneunzigste Gedicht

Postamt Fürstenberg an der Havel

Im Tempelgarten zu Neuruppin

Lieg' erschöpft im frisch Gemähten
forsch reckt sich das Überstand'ne
Ob auch die, die dies hier säten
schätzten das Nicht-Mehr-Vorhand'ne?

Wie viel Lieger lagen hier
zu Apollons Füßen?
Wie viel Mal gelingt es dir
Wiederseh'n zu grüßen?

Kommst vielleicht nie wieder her
lauschig war's, doch austauschbar
Draußen lockt so viel Noch-Mehr
sagst du dir – wie jedes Jahr

Schön wär's nur, wenn ich zum Ende
solche Ruhe wieder fände
mitten frisch geschnitt'nem Gras

Dass, wenn ich siech niederliege
sanftes, leichtes Heimweh kriege
nach dem Sommer dieses Jahrs

Pamplemousses & das fünfhunderteinundsiebzigste Gedicht

Seerosen in Pamplemousses

Letzte Ölung

Der Waldrand an Städten
Verlautbart mit Kühle:
"Wenn die mich nicht hätten
Sie stürben an ...!"

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