Zürich

- 20.02.16 Zürich, Poetry Slam, Rote Fabrik
- 16.06.16 Zürich, Dead or Alive Slam, Pfauen Theater

Zürichhorn & das zweihundertachtundzwanzigste Gedicht

Zürichsee

Blick vom Zürichhorn. Und ein Plädoyer für das störungsfreie Bedichten:

Der See

Tausend Sonnen blitzen im Wellen-Geschwappe
Hundert Himmel bebläuen den Horizontboden ...

Ein Entenpaar schnattert: "Ach, halt deine Klappe!
Wir hassen der Dichter Erpressermethoden
Ihr solltet euch schämen mit euern Bebildern
Den Eindruck von Schönheit so schändlich zu lenken!
Als sei die Empfindung nicht anders zu schildern
Als wär'n die Herrn Dichter nur fähig zu denken!"
Ich nicke sanft, schenk' ihnen Brot
Das Gift drin wirkt vor Abendrot

Und schwer wie Blei senkt sich die Ruhe
Auf das abendplane Rund
Das Gequake und Gebuhe
Schweben durch den See gen Grund

Zürichsee & das zweihundertsiebenundzwanzigste Gedicht

Zürichsee

Nach Dauerregen endlich wieder Ausgelassenheit am Zürisee.

Verweile doch!

Könnte das ewig so weiter gehen ...
So versperrte allein diese Möglichkeit
Den Blick auf die Brachen vom Nicht-mehr-Bestehen
Die wahre Benotung im Zeugnis der Zeit

Zürich & das sechsundfünfzigste Gedicht

Zürichsee

Im Regen angekommen, im Frühlingssonnenschein raus. Zürich versöhnt.

Zur Ich und zum Du

So, als sei es ganz natürlich
Führte eine fremde Spur mich
Schnurgeraden Weges zur Ich
Dem feminin wurzelnden Kern meines Lebens

Da sprach zur Ich ich
"Komm, verführ mich
Scheint's auch etwas ungebührlich
Hier, in der Kannschonstadt Zürich!"

"Kann schon sein, dass ich das mache
Doch das bleibt ganz meine Sache
Zum Du drängst du mich vergebens!"

Zu dumm, zu dumm, zu dumm, zu dumm
So seufzend kehrt' ich wieder um

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