Städte

Gedichte über Städte und Städtenamen.

Ca' d'Oro-Anleger & das zweitausenddreihundertvierundsechzigste Gedicht

Blick aus dem Ca' d'Oro auf den Anlegersteg im Canale Grande

Misslungene Anreise

Am Brenner war'n die Venen dicht,
Drum kennt der Herr Venedig nicht.

Pão de Açúcar & das zweitausenddreihundertvierundzwanzigste Gedicht

Blick vom Pão de Açúcar auf die Seilbahn und Copacabana

Rio d. J.

Stefan Zweig hat bezeugt, du seist "Alles-Zugleich",
Mal schamtrabend arm und dann urplötzlich reich.

Weil beiderlei Härtegrad nicht immerzu gilt,
Erschwindelt Idylle den Weg sich ins Bild.

Das Elend ist bunt und die Üppigkeit grün.
Die Bergketten retten dich ritterlich kühn.

Und alles bewegt sich zum Feiern.

Das bürstet die Sorgen aus keinem Kopf raus,
Und ständig tropft hier die Bedrohung ins Haus.

Da bin ich dann längst schon in Bayern.

Muschelminna & das zweitausenddreihundertundvierte Gedicht

Muschelminna / Toberentzbrunnen, ein 1887 erbauter Brunnen auf dem Postplatz in der Stadt Görlitz

Zittau

Auch Zeit wird's, dass du Zausel liest,
Dass Zittau in der Lausitz ist,
Wohin du aus Prinzip nicht ziehst,
Weil du Wicht zu autistisch bist!

Marmorpalais & das zweitausendzweihundertzweiundachtzigste Gedicht

Blick über den Heiligen See auf den Marmorpalais im Neuen Garten

Potsdam, zu Zeiten der Waffenruhe

Heut hab ich in Potsdam
Doch nur an den Kotzkram
Mit der Lach- & Schieß gedacht,

Lud in der Idylle
Die Wumme mit Gülle
Für eine nächste Zeter-Schlacht.

Vielleicht reicht diese Munition
Aus Potsdam, dass ich sehr bald schon
Mir denk im Scheine spät'rer Sonnen:

Hab den Tag einst verloren, doch dadurch gewonnen!

Towerbridge & das zweitausendzweihundertachtundsiebzigste Gedicht

Relondoned

Und London ist nach all den Jahr'n hier stetig Stadt geblieben,
Nur wir hab'n unsre Zeit nach Dort dann andernorts vertrieben -
Und die will in Gesichtern sich nun sichtbarstens entfalten.

Die Städte sind noch immer ganz und wir jetzt auch: die Alten.

Malecon & das zweitausendzweihunderteinundsiebzigste Gedicht

Am Malecon der Altstadt von Havanna

Malecon

Malecon, du Hurensohn,
Säumst den Rand zum Meer,
Träumst von Assimilation
Der Wogenwucht mit Teer.

Zucht und Ordnung, Malecon,
Streifst du von der Klinge
Und zwei Welten hängen schon
Erschlafft in deiner Schlinge.

Vedado & das zweitausendzweihundertachtundsechzigste Gedicht

Am Malecon in Verdado

Lost in Havanna

Aus dem Dunkel der Winkel lockt's hektisch:
"An Anhaltspunkt: Alter, versteck disch!"
Plötzlich löscht alle Richtung sich aus meinem Weg,
Orientierung verrinnt, schon ist Licht Privileg.
Wie rasend schabt sich Resignieren
In mein früh'res Souverän,
Ich muss Verirrtheit konstatieren,
Fahrigflach lass ich mich geh'n.

Vor Demut ob der Gassen Massen Macht
Geh ich zurück zu sich'rem Ursprung.
Rasselnd japst es in mir sacht:
"Warst grad ganz schön aus der Spur, Jung!"

Doch ein Blick auf den Stadtplan am Morgen beweist:
Ich habe mein Ziel einfach sehr gut umkreist.

Viñalesdowntown & das zweitausendzweihundertsechsundsechzigste Gedicht

Iglesia del Sagrado Corazon de Jesus am Hauptplatz in Vinales

Soundtrack de Viñales

Conga-Schläge, Pferdehufe,
Dieselröhren, Kinderrufe
Irgendein Tierlaut (sei's Vogel, sei's Kröte),
Mofa-Geknatter zu Rumbabandtröte.

Diskussionen-Geplapper, das plötzlich durchdringt:
Der Wind, der in den Zweigen singt.

Der Nachbarhund bellt sich mal wieder in Rage
Und ich bin der Boss von der Rooftop-Etage.

All diese Dinge, die hörbar passieren,
Drängt es mich, vers-technisch niederzuschmieren,
Dass ich sie im ruhenden Puls meiner Füße
Auf anderer Brüstung einst wiederbegrüße.

Alle Rechte bei Markus Berg, der das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2023 - eigentlich für den 20. April, pardon! - von mir gekauft hat.

K-Wilhelmshöhe & das zweitausendzweihundertachtundvierzigste Gedicht

Am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe

Wann die Touri-Info auf Konfro-Kurs geht ...

Nun, was geschieht wohl in Kassel,
Wenn grad niemand umsteigen mag?

"Das würde, du lästrige Assel,
Für alle ein sehr schöner Tag!"

Prato della Valle II & das zweitausendzweihundertfünfunddreißigste Gedicht

Statue auf dem Prato della Valle in Padua

In Padua (wo sprachlich Naheliegendes von Realitätsferne zeugt)

"Würd' gern mit dir zum Paar!
Du aa?"

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