Reisen

Globetrottergedichte und andere Verse vom Reisen und Unterwegssein.

Blitzbegegnung & das zweitausendvierhundertachtundsechzigste Gedicht

Orang Utan bei der Sukau Rainforest Lodge

Waldspaziergang mit Orang Utans

So sehr nah,
So sehr da,
So, so unvorhersehbar …

In Ehrfurcht
Oder eher Furcht?
Äh, äh, ähtwas unberuh'gt!?

Ein Moment,
Ein Monument,
Das sich ins Gedächtnis brennt.

Silberhaubenlangur & das zweitausendvierhundertvierundsechzigste Gedicht

Silvermonkey im Baku-Nationalpark

Dschungelexkursion

Makakenattacken,
Mückenzerdrücken
Und immer den Blick in die Kronen,

Wo die Wildnis regiert,
Als Gebild irritiert
Von niemals erschließbaren Zonen.

Gespringe, Gesinge,
Wurzelgepurzel
Und immer den Blick in die Wipfel.

Wenn Genickstarre droht
oder Krokodiltod,
Ersehn' ich der ersten Welt Zipfel.

Borneo & das zweitausendvierhundertfünfundvierzigste Gedicht

Sarawak

Vor Jahren ward es fester Plan,
Ist dann Prospekt geblieben.
War damals direkt angetan,
Doch ließ mich stets verschieben.

Ich vagabundierte durchs Vorzügegeben:
Mal nach dort, mal sofort, mal geplant und mal eben.

Den Prospekt letztes Jahr dann ad acta gelegt
Ins Archiv des Recycling-Containers -
Nach dreißig Jahr‘n immer noch sehr gut gepflegt
(Ich hab mir gedacht, ich erwähn das)!

Was hat mich damals fasziniert,
Wie weiß ich, was noch stimmt?
Manchs Traum Buffet an Wert verliert,
Sobald man davon nimmt ...!

Doch ich ließ, prospektlos aufgebrochen,
Mein dreißig Jahr jüngeres Herz wieder pochen
Und erkenne: Was einst meine Neugier gerührt -
Es versteht sie noch immer zu stillen.
Ein sehr langer Weg hat mich hierhin geführt
Aus tief eingefrorenen Willen.

Transferstaffage & das zweitausendvierhundertdreiunddreißigste Gedicht

Haus auf der Straße nach Mantanzas

Taxifahrt am Morgen, stadtauswärts

Das Höhenflugrausch-artige,
Fremdstädtisch Taxifahrtige
Lässt den Tanz der Verkehre genießen.

Das Einsaugen von Athmosphären,
Als wenn sie Augentauchgrund wären -
Bald ganz in sich zerfließen ...

Bei geöffnetem Fenster, vom Fahrtwind gekühlt,
Hat sich mir die Stadt in die Arme gespült.

Badetag & das zweitausendvierhundertsechsundzwanzigste Gedicht

Varadero Beach

Dem Sonnenbrillenglas

Du bist ein wahrer Star-Artist,
Tünchst Scheenet um in "scheener".

Wie schau und blau ditt Meer grad ist -
Ditt ahnt da draußen keener!

Sehschlitz & das zweitausendvierhundertdreiundzwanzigste Gedicht

An der Russisch-Orthodoxen Kirche Unserer Lieben Frau von Kasan in Alt-Havanna

Ein Hotelzimmer erstmals betreten

Bin gewiss, dass ihn jeder, der reist, sehr gut kennt:
Den Hotelzimmer-erstmals-Betreten-Moment.

Wenn der erste Blick in den geöffneten Raum
Den Begeisterungssturm drückt auf Windstärke "kaum",
Dich juchzig ins neue Plumeau schmeißen lässt
Oder unschlüssig bleibt vor dem praktischen Test -
In der Bleibe auf Zeit wird dein Kurzschicksal tagen.

Und mehr lässt sich nicht auf den ersten Blick sagen.

Cinco Palmas & das zweitausendvierhundertsechzehnte Gedicht

Varadero Beach beim Hotel Cuatro Palmas

Hengststirnigkeit bei der Souvenierwahl

„Hast du mir etwas mitgebracht,
Von deiner Zeit im fremden Land?“

„Fühl mal hier, autsch!, sachte, sacht ... -
Da schwelt ein feister Sonnenbrand!
Ein eher ärmlich‘ Souvenir,
Schien erst wohl dessen Wärme mir,
Doch ich fand, die lang vermisste
Stand fast zwanghaft auf der Liste
Dräng’ster Mängel im Daheim!“

(Denkst du jetzt „Welch Hengst von Reim!“?)

Züriseewasser & das zweitausendvierhundertdritte Gedicht

Blick auf den Zürichsee

Am Mythenquai, Anfang April

Am Mythenquai kühle ich Anfang April
Meine Füße fühlbar im See, denn ich will
Die Sonne, die Berge, den Schweiß, die Schweiz halten,
Den Alltag, das Alter und Alldas abspalten.

Zum Speichern der Einmaligkeit
Will ich mich so ermahnen,
Eh Trott, Stress und vertane Zeit
Sich abermals verzahnen.

Alle Rechte bei Lukas Hofstetter, der das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2024 erstanden hat.

Kein Zürich & das zweitausenddreihundertsiebenundneunzigste Gedicht

Marienplatz-Skyline

Unterwegs ohne Kamera

Ist ja klar: Es ergießt sich die Malerischkeit
In den kameralosigen Tag!

Ständig bin ich unbändigstens ablichtbereit -
Wenn nichts sich zeigen mag!

Prompt türmt Idyll sich auf Idyll
Zum Input grauer Zellen.
Das, was ich konservieren will -
Schon hat's die ersten Dellen!

Wie sich der Berg, der Berg!, !der Berg!
Im Kirchturm-Off erhebet! -
Was eines Suchers Lebenswerk,
Wird ex und hopp durchlebet.

Gebannt bind ich ums Ungebannt
Die Fesselchen vom Restverstand.

Was sich bewahrt im Innern,
Lässt sich dereinst erinnern:
"Das war der Tag in jenem Jahr,
Da ich mal ohne Kamera!"

In Nordbayern & das zweitausenddreihundertneunundsiebzigste Gedicht

Fassade der Elbphilarmonie

Auf Tour

Immer wieder Wiesen grün'n,
Immer wieder auf die Bühn',
Immer wieder quer durch Bayern -

Wimmernd: Ich droh auszuleiern!

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