Alter & Schmerz

Die thematische Einteilung meiner Gedichte ist im Gange. Hier finden Sie in Zukunft alle Gedichte, die dem Thema Älterwerden und Lebensabend zuzuordnen sind.

Klagenfurt & das zweihundertvierzigste Gedicht

Klagenfurt City

Die Gassen von Klagenfurt.

Ja, is nich einfach ...!

Manchmal würd' ich gern in Kärnten
Heidelbeer'n und Kernobst ernten
Manchmal sind mir - ganz banal
Beer'n und Kernobst scheißegal

Heißt's dann: "Letzte Runde, Mann!"
Steh' ich da, wo ich begann ...

Innsbruck & das zweihundertsechsunddreißigste Gedicht

Nordkette Innsbruck

Genau fünf Jahre ist es bereits her, dass ich für einen Sommer Poet in Residence von Innsbruck war ...

Der nostalgische Blick

Es gilt beständig, altes Schwärmen
Mit neuen Jauchzern aufzuwärmen
Scheint auch manch Schönheit, streng beseh'n
Schon weit entfernt vom Fortbesteh'n
Zeigt doch für dich sich immerdar
Wie schön es hier mal früher war

Zürichsee & das zweihundertsiebenundzwanzigste Gedicht

Zürichsee

Nach Dauerregen endlich wieder Ausgelassenheit am Zürisee.

Verweile doch!

Könnte das ewig so weiter gehen ...
So versperrte allein diese Möglichkeit
Den Blick auf die Brachen vom Nicht-mehr-Bestehen
Die wahre Benotung im Zeugnis der Zeit

Frankfurt & das zweihundertzweiundzwanzigste Gedicht

Frankfurt am Main. Fußgänger-Einflugschneise vom Bahnhof.

Frankfurt am Main. Fußgänger-Einflugschneise vom Bahnhof. Alt vs. Neu.

Auf der Bank

Wenn das Junge sich über das Alte erhebt
Und den ersten Geschmack seiner Reife erlebt
Gerät dies oft rauschhaft und unbalanciert
Was freilich im Eifer kein Schwein int'ressiert

Und doch müssen all die gewachsenen Bachen
Den berstenden Ferkeln stets Übermut machen
Ermuntern zum abermals nächsten Versuch
Bewundern: "Ja, hast du denn noch nicht genug!?"

Man war ja schließlich auch mal jung
Durchlebte jenen Überschwung
So selbstverliebt wie unverfror'n
Doch ging mit dem Haar auch der Ehrgeiz verlor'n

Nun, lasst uns die Jugend mit Nachsicht betrachten
Gleich wie man vordem uns getan
Wir rücken eins auf auf dem Bänkchen zum Schlachten
Und sie steht direkt hintenan

Schlosssaal Immenstadt & das zweihundertfünfte Gedicht

Schlosssaal Immenstadt

Die beeindruckenden Decken-Eindrücke vom Slam im Immenstädter Schlosssaal wirken nach:

Deckungskapital

Für meine bescheidene Renteneinzahlung
Bitte ich lieb um mehr Stuck und Bemalung
Von Alten- und Pflegeheim-, Krankenhausdecken!

Denn sollte ich dort dereinst zeitreich verrecken
Ängstigt mich, dass ich nur stur in weiße
Ödnis starre und denk: "Scheiße,
Hätt'st beizeiten du mehr eingezahlt
Für einen, der Decken bestuckt und bemalt!"

Wendelstein & das hundertsechsundachtzigste Gedicht

Wendelstein

Wendelstein, Mainstreet. Und wieso hörst du jetzt mit alldem auf?

Im Rückzug

Wandeln oder Wandern?
Mein Plan ward der der andern

Kurort & das hundertneunundsiebzigste Gedicht

Kurpromenade Baden-Baden

Abschied von Baden-Baden. Erholt, natürlich.

Kurpromenade

Alle wollen sich hier erholen
Hier erholen wollen sich alle
Alte toll'n herum wie Fohlen
Promenier'n mit frohem Schalle
Dass sich dran die Jungen laben
Solche Restzeit noch zu haben

Selig streckt sich der Spazierweg
Uns wohlgefällig das Altern zu mildern ...
Spröde Pragmatik nennt das vielleicht Irrweg

Doch krönt den Genuss ja sein Wird-nichts-Verhindern

Späte Ehren & das hundertvierundsechzigste Gedicht

Die Fantastischen Vier beim GEMA-Fest

Und noch ein Nachtrag zum 28-Jahre-auf-einen-Preis-Warten.

Sehr geehrte Juroren

Gebt mir die Preise, aber gebt sie mir leise
Es gibt jetzt nichts mehr zu bejubeln
Es ist nur Pietät, die euch elendig spät
Veranlasst, an mir Lob zu hudeln
Längst ist alles vergeben, doch nichts ist verzieh'n
Das, was ich mir verdiente, habt ihr nun verlieh'n

Schulslam & das hunderteinundvierzigste Gedicht

Sassari Gastronomieschule

Zum Schulslam in Sassari. Wilder Vormittag.

Noschonung

Entscheidungen, liebe
Jungen und Mädchen
Sind die adjustier'nden Rädchen
Die im Körperwuchse wohnen

Haut nur laut und stetig rein
Stellt sie ständig anders ein
Später bleibt noch so viel Zeit
Um sich in Beständigkeit
Für das, was man niemals erreichte, zu schonen

Franz Josef Strauß & das hundertfünfunddreißigste Gedicht

Helsinki Tervasaari

Am Flughafen hat man Zeit, aber keine neuen Fotomotive. Daher noch etwas Herziges aus Helsinki.

Leichte Ziele

Wie konnte euch DAS grad berühren?
Da lasst ihr euch zum Händewaschen
Ins frisch polierte Bad entführen
Mit prall gefühlten Jackentaschen!?

Ihr tänzelt satt
Ich seufze matt
Weil ihr im Punkt Ergriffenheit
So gänzlich glattgeschliffen seid

Seiten

RSS - Alter & Schmerz abonnieren