Frühling

Du bist's, ich hab dich vernommen ... Frühlingsgedichte!

Ruhpoldinger Kätzchen & das eintausendsiebenhundertachtzehnte Gedicht

Frühlingserwachen in Ruhpolding

Frühlingstöne

Es stülpt sich aus der Starre
Ein beplüschter Gruß hervor,
Zupft an der F-Gitarre,
Spitzt das zart gescheckte Ohr,

„Akkorde, Akkorde!“, fordern da Chöre,
Ihr Echo frohlockt prickelnd: „Sekt, Sekt, Sekt!“,
Es bersten vor Fülle die Bäuche der Störe
Und stracks wird die Tanzwut der Pollen geweckt.

Alles bugwellt ein Leben,
Das sich wiedererhellt -
Mit symphonischem Beben
Enthüllt sich die Welt.

Viererspitzenprimus & das eintausendsiebenhundertneunte Gedicht

Wiedenkätzchen vor der Viererspitze des Karwendelgebirges bei Mittenwald

Frühling in den Bergen

In den Bergen greift der Frühling glatt
Dem Winter zwischen die Beine.
Das Grün raunt: "Wie jefällt uns dat?!"
Jede Blüte postet unter #ichoderkeine

In den Bergen gleißen parallel
Das Schneeige und Kleeige -
Zwei Helligkeiten im Duell.
Schafft's heute der Noch- oder Schon-wieder-Fähige?

In den Bergen ist Frühling ein rüder Verdränger.
Der Winter weicht lästernd: "Ich kann dafür länger!"

Lechtal & das eintausendsechshundertvierundfünfzigste Gedicht

Blick ins Lechtal vom Füssener Kalvarienberg

Das erste Frühlingsgezwitscher

Im Durchschnitt verliert man bei Vogelgesang
Pro Stunde drei Kilo Gewicht.
Für dich, kleines Tönnchen, ist kurz über lang
Der Gang raus ans Tageslicht Pflicht!
Denn die Tönchen der Vögel sind so unbeschwert,
Da wird manches Röllchen gleich mit aufgezehrt.
Und Frühling lädt ein in die frühere Zeit,
Da warst selbst noch du nicht so ausladend breit!

Derweil sich die Baumkrone eintiriliert,
Scheint Leichtigkeit allseits entlockt.
Von Düften beschwingter Gesang jubiliert
Im Park, der von Lastern durchjoggt.
Aus tänzelndem Hüftgoldglanz murmelt's verschwommen:
"Frühling, du bist's - ach, ich hab zugenommen!
Mach du nun uns Winterbeladene schlank!
Ja, Frühling wird es, Gott sei dank!"

Endknospen & das eintausendvierhundertdreiundvierzigste Gedicht

Frühling am Stauwehr Icking

Für Frühlingsfürsprecher

Das aus Knospen ins Leben sich räkelnde Blatt
Trägt schon im Entstehen, so traurig und matt,

Das Los, dem strahlenden Pressing des Sommers nicht einmal im Ansatz gewachsen zu sein.

Ist dies Sein nun vergebens gespült in die Welt
In Gestalt eines zähen Geblühs, das gefällt

Und bloss verzichtbar als künftig Verkomm'nes ... bevor ich es ausspreche, sagst du streng "Nein!".

Adalbertstraße & das eintausendvierhundertvierunddreißigste Gedicht

Frühlingsabend über der Adalbertstraße in der Maxvorstadt

Wonnentage

Es tummelt sich Pracht in so einfachen Dingen -
Wie zögernde Knospen und Sahneverschlingen,
Das hummelumsummenste Frühlingserwachen,
Ein zungenspitzfindiger Schmaus für den Rachen,
Die Rundungen sonnenprall mundender Beeren,
Das vor einem Fick mit den Blicken Verzehren
Und was diese Liebe noch sonst mit uns macht,
So ungestüm einfach - führt's schlichtweg zur Pracht!

Back to Schwabing & das eintausendvierhundertdreißigste Gedicht

Baumblüte in Schwabing

Das Frühlingserwachen zu Corona

Der Frühling haut grad richtig raus
Und macht auf dicke Buxe!
Der grünt hier ein für tausend "Woah!"s,
Es blüht das "Hallo, guck'se!?".

Doch kann der allerfarb Brillanz
Das Zepter sich nicht nehmen:
Es lähmt den Blick die Dominanz
Des Themas aller Themen.

Italienvorfreude & das eintausenddreihundertsiebenundsechzigste Gedicht

Erinnerung an Mailand im Dez, Vorfreude auf Venedig im Feb

Flaneure im Vorfrühling

Hightech-Jogger, Kickboardrogger
Outdoorblogger, Stubenhogger
Turtelchöre, Amorteure
unterschiedlichster Odeure/Gangartgrazienausgestaltung
hochdruckhörig, upflamörig
und vertieft in Unterhaltung

Im Buggy brüllt die neue Brut
Wetter prächtig, Stimmung juut
Mancher zerrt sein Sonntagshündchen
aus dem Trott der Gassi-Ründchen

Kellner, stell die Tische raus
Ich lass' heut die Jacke aus
Frühling kommt. Na, wunderbar
Duft aus Blütenkelchen
Dies' Jahr schon im Februar
ich weiß nich' mal, welchen

Uni-Gelände & das eintausendeinhundertachtundsechzigste Gedicht

Freising Weihenstephan Hochschule

Frühling, nochmaliger

Noch einmal locken alle Blüten
Wie ein Befehl zum Neuanfang.
Noch einmal eint Natur das Brüten
Und schaltet in den höchsten Gang.
Noch einmal bäumt sich auf zum Willen
Die frisch entschlüpfte x-te Kraft.
Wie keinmal wird's die Sehnsucht stillen,
Die tief ins Unerfüllte klafft.

Bürgerpark & das eintausendeinhundertvierundsechzigste Gedicht

Im Braunschweiger Bürgerpark

Blüten des Frühlings

In sanften Junge-Mädchen-Farben
Räkeln sich die Äste,
Belecken ihre Winternarben
Und herzen neue Gäste.

Wer backt die Welt so maßlos schön -
Wir steh'n doch nur vor Bäumen!?
Der Farben Pracht erreicht die Höh'n
Von angetrunk'nen Träumen!

Und jede Ahnung fragt schon bang,
Wie lang der Zauber bleibt.

Die Kürze schürt vielleicht den Zwang,
Dass Welt so übertreibt.

Abladen & das eintausendeinhundertachtunddreißigste Gedicht

Kräne am Hamburger Hafen

Februarsonne

Der Frühling küsst schon wieder mit Zunge!

Doch fragt's mich, ob der alte Junge
Es wirklich mit mir ehrlich meint.

"Zu früh ist's!", blitzt's in den Taschentuchfahnen,
Die dutzendnäsig wringend warnen,

Dass alles noch gefährlich scheint!

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