Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Paradiesstille & das eintausendachthundertneunundachtzigste Gedicht

Schnelle Tage

Frühmorgens hält sich der Tag noch an die Zeit,
Gen Mittag erhebt er die Peitsche und schreit:

"Sputet los, ihr müden Minuten und Stunden,
Scheucht den Tag in die Dunkelheit, dass er verschwunden

Ist, bevor die To-Do-List sich leert -
Damit sich Lebenszweifel mehrt!

Weil man nichts wirklich hinkriegt und nichts voll vollbringt,
Eh dass die Nacht zum Abschied winkt -
Schon ahnend, dass, wenn's wieder tagt,
Man abermals samt Plan versagt!"

Fès Citystorch & das eintausendachthundertdreiundachtzigste Gedicht

Storchennest in der Medina von Fes

Kalif Storch

Es wurde wohl etwas zu lange gelacht,
Um das Zauberwort sich zu behalten.
Nun fehlt die in Märchen vergangene Macht:
Wir werden nie wieder die Alten.

Wir nisten jetzt im höchsten Punkt unsres Baus,
Während drinnen die Nachfolger feiern,
Und schauen in Demut nach Eulenkot aus.
Doch finden nur welchen von Geiern.

Medersa & das eintausendachthundertachtundsiebzigste Gedicht

Fez Medersa

Die Erbschaft

Frag mich morgen,
Frag mich irgendwas,
Bevor meine Antworten schimmeln!
Ich kann die Details nicht im Ganzen verborgen,
Muss Kleinstteile fassbar entwimmeln.

Nur auf die Verluste ist stetig Verlass.
Gewiss ist, man wird sich verlassen.

Noch steh ich als Safe da - frag mich irgendwas,
Bevor wir den Zeitpunkt verpassen!

Färberviertel & das eintausendachthundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Das Färberviertel in der Médina von Fez

Schönfärberei

So mancher nur weit vorne steht,
Weil ihn ein andrer hintergeht.

Fez Souk & das eintausendachthundertdreiundsiebzigste Gedicht

Zerstörte Schaufensterpuppe im Souk in der Medina von Fez

Politics

Wie abgerichtet wird gewichtet
Und Gerechtigkeit designt,

Deren schlichtweg echte Richtung
Uns in Sichtverpflichtung eint.

Tagesanbruch & das eintausendachthundertzweiundsiebzigste Gedicht

Sahara Dünen bei Erg Chebbi

Schwarzmaler

Der Himmel ist so klinisch hell,
Wir brauchen schwarze Sterne.
Zu chronisch lacht die Himmelszell' -
Drum mach dich frei und lerne:

Die gute Laune als Gebot
Sei anderen verpflichtend,
Die social-media-devot
Den scharfen Kontrasten
So schräg betont nah steh'n -
Nach anderer Sehnsucht gewichtend.

Saharanomaden & das eintausendachthundertneunundsechzigste Gedicht

Nomadenzelt in der Sahara

Ach, lasset uns die Lässigkeit ...!

Ach, lasset uns die Lässigkeit
Auf Dachterrassen lernen -
Sobald wer krass nach "Stressen!" schreit
Uns sternenwärts entfernen!

Das Verlassen
Der Terrassen
Lässt sich kess verschmerzen,
Trägt man statt Gehässigkeit
Lässigkeit
Im Herzen.

Game of Thrones & das eintausendachthundertzweiundsechzigste Gedicht

Der oft als Filmkulisse genutzte Kasbahkomplex von Ait Benhaddou

In den Influencerkulissen

Zicklein, Zicklein ohn‘ Gewand,
Wahrlich, du stöhntest schon über Verstand!
Weh, Schnittchen, du bist die Verblödetste hier -
Aber der Flittchen Influencercharme
Im Enddarmdunst von Instagram
Prägt in Tausenderpacks die verödendste Gier!

Unterkunft in Fez & das eintausendachthundertachtundfünfzigste Gedicht

Das Riad Salam in Fez

Du lernst fürs Leben

Sammel Eindrücke, um sie mit Wissen zu paaren,
Bis sie sich als Einsichten neu offenbaren
Und sich im Ornat deines Geistreichs versammeln,
Um dann im Abort tapfren Fleischs zu vergammeln.

Hassan II. Moschee & das eintausendachthunderteinundfünfzigste Gedicht

Hassan-II.-Moschee in Casablanca

Casablanca - ein Annäherungsversuch II

Was latzt man als Glatzkopf im Abendbasar
Für ein Fass voll Sackhaar? Bezahlt man da bar?

Seiten

RSS - Feuer abonnieren