Hotelausstattung & das eintausendneunhunderterste Gedicht

In der Eingangshalle Salam Riads in Fes

Mittelmaßstab

Ein eingedelltes Mittelmaß
Will meinem Selbst ich bieten.
Ich kolonialisiere Spaß
Und ignoriere Nieten.
Wo ich mich als Mogul aufführ,
Ist Arme-Sau-Terrain -
Da erlässt man dem Image die Ausleihgebühr
Und ruft die Noblesse "à demain!".

Ich pimpe mir mein Mittelmaß
Für das Sinnenreich der Dekadenz
Im Ferienhaus gepflegter Stars.

Nur denke ich ständig: "Hier brennt's!?"

Rabat Beach & das eintausendneunhundertste Gedicht

Blick auf den Strand von Rabat

Afterworkbar (Der erste Menkenkevers)

Zu viel Menkenke, zu wenig Getränke -
Ich denke, es fehlt mir an Flair in der Schenke!

Königspalast Rabat & das eintausendachthundertneunundneunzigste Gedicht

Eingan zum Königspalast von Rabat

Reptilienstepper

Wir tanzen auf den Rücken von Krokodilen
Und jeder verlor schon ein Bein.
Wir zählen uns beide als manche von vielen,
Denn man tanzt ja nicht gerne allein.

Und wir komm'n nicht umhin, uns einander zu danken,
Aneinander gelehnt nicht mehr kritisch zu schwanken -
Wär'n wir auch prinzipiell bereit
Zu früh bestand'ner Wackligkeit.

Ob wir je zurück an das Ufer gelangen?
Ob ich einbeinig doch besser flieg?

Wenn andre auch um unsre Sicherheit bangen -
Noch immer läuft unsre Musik!

Essaouira Hafen & das eintausendachthundertachtundneunzigste Gedicht

Am Fischereihafen von Essaouira

Nippesplädoyer

Recht nutzlos scheint manch Souvenir

Handwerkliche Sensationen!
Arbeitsstunden, die kaum lohnen ...

Und du denkst schon beim Kauf:
"Hm, was soll ich damit?"
Doch was zahlst du schon drauf?
Also gehst du den Schritt ...

Und erst im heimischen Revier

Streng gepflegte Traditionen,
Denen Mythen innewohnen!

Bringt die Haptik allein
Jene Strände zurück,
Schwebt der Nippes ins Sein
Als ein wertvolles Stück.

Eingangshalle & das eintausendachthundertsiebenundneunzigste Gedicht

In der Eingangshalle des Humboldt-Forums

Stadtteiler Zweizeiler: Schöneberg

... trotzig schreibt der Rechtschreib-Scherge
Schöner Berg und Schöne Berge.

Gärten der Welt & das eintausendachthundertsechsundneunzigste Gedicht

Seilbahn in den Marzahner Gärten der Welt

Stadtteiler Zweizeiler: Marzahn

Oh, wie schön ist's in Marzahn -
Dort essen alle Marzipan!
(Die Marzahner Mäzenen-Szene
Hat deswegen ooch keene Zähne)

Cascades Chillout & das eintausendachthundertfünfundneunzigste Gedicht

Mehr Bilder anzeigen Karte von Akchour, Marokko Akchour Marokko  Cascades d'Akchour (Chefchaouen)

Im RE 1 (3115) Richtung Eisenhüttenstadt

Nach Werder weitet sich mein Blick
Und der See scheint die Zugfahrt zu blenden.
Die Nostalgie ist längst ein Tick,
Der durchknistert mein Lebenbeenden.

Doch ist sein Hohlheit ein purer Genuss,
Stützt das Ruhende strahlzuerwecken.

Mich reizen schon lange die Ufer vom Fluss,
Wo frühere Selbsts mich entdecken.

Magdeburger Dom & das eintausendachthundertvierundneunzigste Gedicht

Magdeburger Dom

Für das Abendthema des Lesebühnenwettbewerbs in Magdeburg, UNESCO-Welterbe, habe ich den Refrain vom Poetry & Parade Abschiedssong "Föhn" entsprechend dem jüngsten Welterbe - Bedeutende Kurstädte Europas - umgedichtet.

Föhn goes Kur

Kur - Kur - Kur
Stressvermeidung pur
Wir trinken Wasser mit Furzgestank
Sind vor Entspannung krank

Neoberlin & das eintausendachthundertdreiundneunzigste Gedicht

In der Eingangshalle des Humboldt-Forums

Stadtteiler Zweizeiler: Prenzlauer Berg

Prenz'lberger stöh'n, wenn's Ärger ob des Nachbarns Nachtbar gibt!
Vor die man zunächst 'nen Riegel, dann den Kinderwagen schiebt.

13 & das eintausendachthundertzweiundneunzigste Gedicht

Pappelallee

Gerade ein Mahnmal umstreunt das Vergessen.
ein Schrei ist ein Schrei ist ein Schrei
Was sorgsam in brutalen Zahlen vermessen,
Borgt uns spröde Tablettchen, bedruckt mit "Verzeih!".

Man kann einen vordem geharkten Pfad harken.
ein Schrei ist ein Schrei ist ein Schrei
Man kann all die Reue am Pavillion parken,
Aber die mit dabei war'n, sind nicht mehr dabei.

Die Mathematik lässt sich immer vererben,
Auch Repliken von "Arbeit macht frei",
Erinnern, gemahnen wie weitere Verben.
ein Schrei ist ein Schrei ist ein Schrei

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Frank Klötgen - Post Poetry Slam - immer frische Gedichte & Fotos RSS abonnieren