Neuaufbau & das eintausendeinhundertsechsundachtzigste Gedicht

Blick auf die Frauenkirche Dresden

Urlaub im Vakuum

Und das Ich! wird wieder mal größer geschrieben,
Derweil sie das Wir! simulieren
Und den letzten Rabatz aus den Freiräumen schieben
Aus purer Freud am Kasernieren.

Und die Blockwarte schreien auf Online-Geheiß:
"Ein Richtig! lässt sich stetig steigern!"

Tief in Kopfschüttelskepsis erschlägt mich ihr Fleiß.

Fast fliehe ich in das Verweigern.

Leipheim II & das eintausendeinhundertfünfundachtzigste Gedicht

Am Bahnhof Leipheim

Theseus

Ich habe mein Schiff vor dem Sinken gerettet,
Habe Planke um Planke durch Frischholz ersetzt,
Die Durchlässigkeit mit Lasuren befettet
Und schwimme nun wie runderneuert im Jetzt.

So trägt mich noch immer die alte Gestalt,
Da ich selbstüberholt endlich seetüchtig bin.

Bis mein Kurs sich verflüchtigt im schwellenden Bald
Und kein Wort sich noch fügt auf die Frage "Wohin?".

Donauwörth & das eintausendeinhundertvierundachtzigste Gedicht

Nebenarm der Wörnitz an der Insel Ried Donauwörth

Das Prophetische an Donauwörth

Zwei Stund' streunt ich durch Donauwörth - nein,
Nach anderthalb schon war dies Örtlein
Beseh'n. Wie manches andre
Durch das ich wohl noch wandre.

Fürstenzug & das eintausendeinhundertdreiundachtzigste Gedicht

Fürstenzug Dresden bei Regen

Ein weiterer Song vom kommenden 13. Marilyn's Army Album "Zeit zu schrei'n"

New Gang

Willkommen Vollbremsung,
Jetzt geht es Vollgas Marsch, zurück!
Hey, Mann, du stolperst hier nur stoisch rum
Und Du bewegst dich nicht ein Stück!
Du musst im Brustton des Bewusstseins flöten:
Schluss mit lustig - alles töten!
Und die Stilkadaver überleben
Nur dank deiner Gnade.

Du hast dich zu zu lang vor den andern versteckt
Und in dem new new Gang läuft es fast zu perfekt!
Du hast dich zu zu lang vor den andern versteckt
Und in dem new new Gang läuft es fast zu, fast zu perfekt!

Du musst im Brustton des Bewusstseins flöten:
Schluss mit lustig - alles töten!
Und die Stilkadaver überleben
Nur dank deiner Gnade.

Du hast dich zu zu lang vor den andern versteckt
Und in dem new new Gang läuft es fast zu perfekt!

Willkommen Vollbremsung!
Willkommen Vollbremsung!
Und all die Stilkadaver überleben
Nur dank deiner Gnade.

Du hast dich zu zu lang vor den andern versteckt
Und in dem new new Gang läuft es fast zu perfekt!
Zu zu - new new,
Nun läuft alles in deinem Gang.

Schloss Suresnes & das eintausendeinhundertzweiundachtzigste Gedicht

Schloss Suresnes in Schwabing vom Garten der Katholsichen Akademie

Endlich Geld (ohne Ende)!

Das Ausrauben von Banken
Bezirzt meine Gedanken.
Wir haben hier nicht ewig Zeit
Und dort haust eine Möglichkeit -
So dreh'n sich die Gedanken
Ums Ausrauben von Banken.

Das Ausrauben von Banken
Heißt "Neue Chancen tanken!"
In dem Spielraum alter Sorgen
Bietet sich kein bess'res Morgen -
Uns bleibt, um aufzutanken:
Das Ausrauben von Banken.

Dem Ausrauben von Banken
Hab ich viel zu verdanken.
Einfach rein und alles nehmen,
Nachher ein klein wenig schämen -
Auch ihr mögt euch erlauben,
Mal Banken auszurauben!

Bahnhof Ü-Holthausen & das eintausendeinhunderteinundachtzigste Gedicht

Bahnhof Überruhr-Holthausen

Alte Heimat

Verlasse Essen immer
Bei allerschönstem Wetter.
Von nun an wird's nur schlimmer
(from now on it gets better).

Ich bin in Essen ständig
Von Traurigkeit umweht.
Denn alles wird lebendig
('cause everything seems dead).

Bleib Essen stets verbunden
Und kehr zurück, ich schwör's!
Ich lecke meine Wunden
(my sepsis became worse).

Überruhr Heights & das eintausendeinhundertachtzigste Gedicht

Feld am Überruhr Holthausener Friedhof

Mit vertrautem Gesang

Wir werden zurück wie Verwundete geh'n
Und hangeln uns durch das Erinnern.
Wir werden verwundert die Uhren umdreh'n
Beim Ausschauversuch nach Gewinnern.

Es zieht eine Schwermut die Ufer entlang,
Die werden wir nicht mehr verdauen.
Wir säuseln uns ein mit vertrautem Gesang
Und wir schauen und schauen und schauen.

Olympiaturmblick & das eintausendeinhundertneunundsiebzigste Gedicht

München und Olympiapark vom Olympiaturm

Erkenntnisgewinn mit zwei Ausrufezeichen

Unter aller Sau
Hab ich heut gelegen
Und weiß nun genau,
Wie die sich bewegen,
Diese Schweine!
Die hab'n Beine!

Rheinbrücke & das eintausendeinhundertachtundsiebzigste Gedicht

Rheinbrücke in Basel

Das alte weiße Mann

Wir sind die letzten unserer Art,
Uns hat es bald niemals gegeben.
Und Raffgier klaubt sich nach Diktat
Das Restlein Überleben.
Die Altbekannte schreit jetzt schriller,
Im Einklang mit neuem Stupiden.

So führt der längst fällige Tod von Godzilla
Noch weiter fort vom Frieden.

Farbigkeit & das eintausendeinhundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Rathaus Basel Front

Von Basel und Selba

Die Bälger werd'n von selba
In Basel immer gelba!

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