Schliersee

- 03.09.2019 Planschen
- 20.10.2019 Flanieren

Dämmerung & das eintausendzweihundertsechsundneunzigste Gedicht

Schliersee Bergkette

Magellan

Wir kehrten auf Victoria zum Ausgangspunkt zurück.
Erfahrungsschätze lehrten uns den Unbestand von Glück
Und dass, was wir mit Fug entdeckt, sich nicht mit Recht verhielt.
Manch kühner Treffer zeigte nur: Wir hatten falsch gezielt.

Jetzt fragst du, ob nicht dennoch das Erreichte tröstend sei?!

Vermutlich, aber Gott sei Dank: Ich war nicht mehr dabei.

Burgruine & das eintausendzweihundertfünfundneunzigste Gedicht

Gipfelkreuz der Ruine Hohenwaldeck am Schliersee

Herbstdefät

Wie noch Inspirierendes finden
In des Tages gespensterndem Grau?
Zäh zieh'n sich des Jahrs letzte Rinden,
Die ich mir zum Maulknebel kau'.

Das Blatt, das versprach, sich zu wenden,
Klebt verrottungsbereit auf Asphalt,
Da Radios Warnungen senden,
Draußen bliebe es fortan sehr kalt.

Hohenwaldeck & das eintausendzweihundertvierundneunzigste Gedicht

Wald bei der Ruine Hohenwaldeck am Schliersee

Ich erinnere, wir sannen Großes

Ich erinnere, wir sannen Großes
Bei dem ersten Gefühl in der Stadt.
Jede Aussicht versprach Grandioses -
Wir wurden nicht müde, nicht satt.

Allein, wir haben nichts getan -
Und das merke ich heut in den Straßen.
Längst sind die Züge abgefahr'n
Mit dem Zeugs, das zu tun wir vergaßen.

Ich erinnere, wir sannen Großes -
Doch dann warteten wir viel zu lang.
"Stand mal alles bereit!", weißt du. Bloss es
Geschah niemals was ohne Zwang.

Und jetzt? Zieht's uns nach nirgends hin -
Wir sind sehr informiert, aber gähnen.
Kein Einsatz macht noch irgend Sinn -
Und das kostet uns nicht einmal Tränen.

Museumsdorf & das eintausendzweihundertdreiundneunzigste Gedicht

Hof im Wasmeier-Dorf

Im Bukolischen

Keiner könnte so fremd sein,
Dass ihn hier niemand grüßt.
Der Ort flößt ungehemmt ein,
Dass die Welt dafür büsst,
Nicht überall derart bukolisch zu sein.

Du machst dich - ironisch - mit alldem gemein.

Doch da glimmt eine Sehnsucht,
Die sich schürt zum Magnet,
Die dir bis ins Versteh'n flucht:
"Hier schnurrt ein Planet -
Und du stammst aus ihm außerirdischer Welt!"

Oft hoffst du auf Fragen, die niemand dir stellt.

Clouds & das eintausendzweihundertzweiundneunzigste Gedicht

Maibaum im Wasmeier-Dorf

Angebot schafft Nachfrage

Siehe da: Mein Schamhaarklon
Im Angebot von Amazon!

... und täglich flüstert mir Alexa:
"Du, ich wüsst' da einen Waxer!"

Die Wörth & das eintausendzweihunderteinundneunzigste Gedicht

Die Wörth - Insel im Schliersee

Halo

Wir kreisen im unverwandt Gleichen,
Gebannt, Lob und Preis zu erreichen.
Indes ein Dunkles um uns hängt
Und unsre Sichtbarkeit versengt.

Wir werden das Lob und den Preis niemals seh'n
Und in den Halo übergeh'n,

Des Ungescheh'ns Materie sein
Und neuen Lichtern blinder Schein.

Westufer & das eintausendzweihundertzweiundsechzigste Gedicht

Schliersee Westufer

Zwischen den Frieden

Zum Gelingen des Lebens fehlt dir jeder Einwand
Meinen Wunschzettel scheltest du Gier
Weil den förmlichen Frieden ich etwas zu klein fand
Für die Partyausstattung vom Hier

All der Streit ward mir nicht in die Wiege gelegt
Ich nannte mich einstmals bescheiden
Was des Ärgers nicht würdig, hat mich nie zerregt
Was sollte man unnötig leiden

Dein Gezwäng aber spitzt sich aufs Kommende zu
Das mag ich dir nicht überlassen
In dem Bannkreis vom allüberstrahlenden Du
Will ich nicht noch weiter erblassen

Man muss sich nicht auf anderer Kosten verstärken
Doch hier geht es schlussendlich um Stil
Den Triumph werd' vermutlich ich nicht mal bemerken
Nur es scheint, er bedeute noch viel

Schliersee & das eintausendzweihunderteinundsechzigste Gedicht

Schliersee Ufer

An der anderen Mole (zum Platzieren von Nostalgie)

Da ich hier nun am Pier steh
Anstatt mit dir am Schliersee,
Scheint alles so verfahren.

Doch hilft es zu vermeiden, Kind,
Die Feststellung: Wir beide sind
Nicht das, was wir mal waren.

RSS - Schliersee abonnieren