Winter

Die thematische Einteilung meiner Gedichte ist im Gange. Hier finden Sie in Zukunft alle Gedichte, die der kalten Jahreszeit zuzuordnen sind!

Winterpause & das fünfhundertzwölfte Gedicht

Eschwege Niederhone

Der Geschmack des Ungereiften

Es scheint die Bläue des mittleren Himmels wie gerade neu geschlüpft
Vom Winter bebrütet, den Übermut preisend und fesch sich ein Platz zwischen Wolken erhüpft
Eskortiert es den ersten Sonnenstrahl, der in diesem Jahre zählt
Und aufdringlich die trägen Samen aus ihrem zähen Schlafe quält

Schon säugt das kecke Vorhutblau die daseinsscheue Ahnung
Und all das "Freu dich nicht zu früh!" - es gilt nicht mehr als Warnung

Wilder Kaiser & das fünfhundertsiebte Gedicht

Wilder Kaiser

Nach dem Vorsatz

Nach einem Resthauch Eleganz
Späht's aus dem alten Leib
Ich wed'le ihn zum Zeitvertreib
Durchs erste Meer von Ranz

Doch die Sonne in Wintern bleibt nie lang
Da empfiehlt's sich, man hängt sich an Treues
Kein Januar schenkte uns je wirklich Neues
Alles geht seinen stetig verlangsamten Gang

Restschnee & das fünfhundertsechste Gedicht

Schneefall im Januar

Heute killt der Regen die sorgsam über Wochen angesammelten Schneeberge. Eine Erinnerung.

Der Burnouter zum Schnee

Schnee, du alles bedeckende Ruhe

Bleib mir weg von meine Schuhe!
Denkst du Held, mit weißen Rändern
Ließe sich die Welt verändern?!

Obwohl das sein mag, alldieweil
Ich ahn' längst, dass das Gegenteil:
Schwarze Ränder unter Augen

Als Weltenveränd'rer gar nix taugen

Biedersteiner Kanal & das fünfhundertdritte Gedicht

Eisstockschießen vorm Nymphenburger Schloss

Unterm Eise

Unter dem Eise
Blubberte leise
Eine Blase
In mein Ohr
Und im Gase
Hört ich Welten
Die die trübe Schicht erhellten
Unter der ich gern erfror ...
Meine Arme ausbreitend
Reglos gleitend
Auf der Reise
Unterm Eise

Neustart in halblang & das fünfhunderterste Gedicht

Weihnachtsgeschenk

Nachdem 2016 hier in 500 Gedichten meine Poetry-Slam-Abschiedstour dokumentiert wurde, soll mindestens bis zum Erscheinen des Tourtagebuchs im Herbst 2017 weiter gedichtet werden. Über 5 Millionen Zugriffe auf die Gedichte im Jahr 2016 lassen ein lyrisches Bedürfnis im Netz vermuten, das ich gerne weiterhin bediene. Da aber der Roman zur Tour ebenfalls geschrieben sein will, heißt die Losung für 2017: Jetzt aber mal halblang!

Das soll sich keinesfalls auf die Länge der hier veröffentlichten Gedichte beziehen (die 500 Gedichte von 2016 hatten eine durchschnittliche Länge von gut zehn Zeilen) - sondern auf das avisierte Ziel von 250 Gedichten im neuen Jahr. Das scheint nach letztem Jahr beinahe wenig ...

Mein Drinnenleben

Flocken die fallen und Socken die schocken -
Zwei Gründe mehr, in der Wohnung zu hocken!

Dezembersonne & das vierhundertfünfzigste Gedicht

Isarauen

Die Milde der Dezembertage

Und ein Friedensangebot
Pupst sich aus dem Himmel
Lächelnd weicht der Kältetod
Weihnachtsmarktgebimmel

Fühl dich wie ein Lämmchen, dem
Nie ein Leid geschieht!
Wenn der Frost auch - trau, schau, wem!
Schon sein Messer zieht

Unzugvögel & das vierhundertzweiundvierzigste Gedicht

Der Rest

Nein, keiner von uns klagt der Schmerzen
Die noch vom November verschuldet
Gewärmt von verbitterten Scherzen
Fühlt jeder sich etwas geduldet

Wir kennen die Grauheit der Gräuel
Uns muss man im Grunde nichts zeigen
Wir dulden des Winters Geheuel
Und die nicht gleich sterben, die schweigen

Bahnhof Göttingen & das vierhundertachtunddreißigste Gedicht

Göttingen

Der erste Winter

Wer im Schnee die Meisen tötet
Wird es schwerlich spurlos tun
Jeder Schlachtplatz warnt errötet
Dass die Mörder niemals ruh'n

Schlucken erst die Sonnenblenden
Still und stetig das Verenden
Wird man jeder Wahl verwaisen
Im Jahrhundert ohne Meisen

Grippenpause & das vierundfünfzigste Gedicht

Rhinerhorn

Als wenn sich der Körper mit aller Macht gegen meine Abschiedstour stemmen wollte, schleicht sich pünktlich zum Start einer längeren Terminrutsche eine störrische Erkältung in den Vordergrund. Doch vorm Verzagen gilt es sich an gute Momente der tour zu erinnern, die ja - s.o. - noch keine Woche zurückliegen.

Für die Gnad der Strahlen

Für solche Wintersonnenstrahlen
Würd' ich fraglos auch was zahlen
Das sag' ich, wo ich jetzt grad
Sechzig Franken angespart

Du lachst, da könnt' ich lange warten
Echte Wintersonnenstrahlen
Kösten sicher zwölf Milliarten
Und die wär'n in bar zu zahlen

Zwölf Milliarden - wirklich wahr?

Wie lang' ich wohl daran spar'?
Das müsst ich erst kalkulieren ...
Bis dahin in Kühle frieren

Schnee & das fünfundvierzigste Gedicht

Davos

Vor einem Monat noch auf Hawaii rumgelümmelt, jetzt in den Davoser Alpen Ski ausleihen. Und wieder muss die Sonnenbrille ausgepackt werden. Das Leben kann schon dekadent sein.

Reines Weiß

Es schneit. Und schneit und schneit. Und schneit
Zerstreut sind Flocken weiß und breit
Auf Wälder, Felder fälltder Schnee
Und weht sein kühles Negligé
Als schalldichte Hülle ums Brodeln der Welt
Das verstummt und verschluckt wird vom Schnee, der noch fällt
Und weiterhin all unsre Spuren dem Schein weiht
Das tapfer Erstapfte sogleich wieder zuschneit
Und es schneit. Und schneit und schneit. Und schneit
Und alles wird zur Kleinigkeit

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