Ickinger Stauwehr & das eintausendvierhunderteinundvierzigste Gedicht

Am Stauwehr Icking

Der gereifte Aufreger

Ist der Nachricht Wert gesunken,
Wird genervt bald abgewunken -
So nun schlummert er final
Vor erneuter Startblockwahl.

Löwenzahn & das eintausendvierhundertvierzigste Gedicht

Frühlingswiese bei Schäftlarn

Das Löwenzahnlos

Wie Möwen um 'nen Dieselkahn
Schwirrt durch die Wies' der Löwenzahn.

Wo jene sich 'nen Pott erwähl'n,
Heißt's hier der Blüten Zottel zähl'n,
Die sich vom tief orangenen Kern
In strahlend helles Gelb vermehr'n.

Trotz solcher Chance zu faszinier'n,
Kann diese Pflanze nur verlier'n:
Als zuu gewöhnlich abgetan
Wird allgemein der Löwenzahn.

Marienplatzplatz & das eintausendvierhundertneununddreißigste Gedicht

Der Marienplatz zu Coronoa-Zeiten

Lustig, New Comedian?

Bemüht verhehlst du, dass es schmerzt,
Womit du uns den Tag verscherzt!

Odeonsplatzplatz & das eintausendvierhundertachtunddreißigste Gedicht

Der Odeonsplatz zu Coronoa-Zeiten

Leinsamenbrot

Lass den Samen von der Leine,
Leer ein Fass vom Damenweine!
Korn soll diesen Teig durchfließen
Und mit Bleigehalt erschießen!

Stärke ist des Brotes Süße!
Eingeback'ne Kerne füllen
Kerker wie devote Grüße
An die letztgefall'nen Hüllen.

Halbmast & das eintausendvierhundertsiebenunddreißigste Gedicht

Licht mast vom Olympiastadion München

Der letzte Geck

Beehren Sie, Fräulein, mich baldigst zum Tee
In meinem verheerenden Balz-Separee?!
Wo der Kitsch meiner Kissen aus Plüsch und aus Samt
Schon selbst nicht mehr wissen will, woher er stammt.

Hier wirkt noch des alten Stils vorletzte Chance,
Hier wirbt noch der Wirklichkeit Resteleganz,
Hier stirbt unvollendet mein Dasein als Geck,

Sirrt "Darling, Darjeeling?". Und dann ist es ...

Auf weiter Flur & das eintausendvierhundertsechsunddreißigste Gedicht

Bei den Schlössern Schleißheim

Zeit sich locker zu machen und damit auch für ein Lied - auf die Melodie von "Schneeflöckchen, Weißröckchen" zu singen.

Wir müssen mit einem Anstieg der Infektionszahlen auf nicht mehr erträgliches Maß rechnen!

Ach, Drosten,
Dir Pfosten
Bangt nun um die Angst,
Der du doch den Hype deines Podcasts verdankst!

Munichlove & das eintausendvierhundertfünfunddreißigste Gedicht

Munich loves Europe - im Olympiapark

Ende der Diskussion

Mir dünkt den Einspruch, Euer Ehren,
In Eurem Namen abzuwehren:
Wir sind am Punkt, da Diskussionen
Noch nicht einmal als Übung lohnen -
Man schmückt sich nur noch mit Gebelle
Und rückt kein Stück mehr von der Stelle -
Drum lasst uns unsern Blutdruck senken
Und nicht noch weit're Zeit verschenken!

Adalbertstraße & das eintausendvierhundertvierunddreißigste Gedicht

Frühlingsabend über der Adalbertstraße in der Maxvorstadt

Wonnentage

Es tummelt sich Pracht in so einfachen Dingen -
Wie zögernde Knospen und Sahneverschlingen,
Das hummelumsummenste Frühlingserwachen,
Ein zungenspitzfindiger Schmaus für den Rachen,
Die Rundungen sonnenprall mundender Beeren,
Das vor einem Fick mit den Blicken Verzehren
Und was diese Liebe noch sonst mit uns macht,
So ungestüm einfach - führt's schlichtweg zur Pracht!

Stadtspaziergang & das eintausendvierhundertdreiunddreißigste Gedicht

Ludwigstraße vorm Siegestor

Da macht es sich der Herr Poet doch mal wieder sehr einfach ...

Auflösung von Wolkenfeldern,
Auszahlung von Fördergeldern,
Ablösung von Nachtwachtschichten,
Ansammlung von Kurzgedichten -
Jeder kann in schweren Zeiten
Einen großen Beitrag leisten!

Maxvorstädter Vögel & das eintausendvierhundertzweiunddreißigste Gedicht

Wandbemalung am Nachbarhaus in der Maxvorstadt

Zum Sport im öffentlichen Raum

Zu viel Sport in den Kanälen,
Zu viel Sport auf allen Pfaden,
Zu viel Ort darf Sport sich wählen,
Überall nimmt Optik Schaden.

Ständig schnauft und japst und schwitzt es,
Ständig schaut's nach Camping aus,
Ständig blökt ein überhitztes
Blödgesicht aus Körpern raus,

Die in eine Form sich bringen,
Die vorab jed Stil vermisst.
Ehrgeiz gärt im zähen Ringen,
Das die treue Smartwatch misst.

Zu viel Sport in meinem Sichtfeld,
So viel Sport - und immer hässlich!
Was der Plebs für seine Pflicht hält,
Ächtet der Flaneur als grässlich.

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