Geld und Karriere

Gedichte zu den Themen Geld, Karriere und Reichtum.

Grand Bassin & das fünfhundertsiebenundsechzigste Gedicht

Am Grand Bassin

Och, Herr!

Och, Herr, schenk den Reichen ein langes Leben!
Die Armen sind einfach nicht so schön
Drum darf es sie gern etwas kürzer nur geben
Es lässt sich an Reiche viel besser gewöhn'n!

Schenk denen, die nach Stil nicht streben:
Ein Jahr McDonald's-Sparmenü!
Und lass die Reichen länger leben

Die Armut ist per se perdu!

Neugrün & das fünfhundertzweiundfünfzigste Gedicht

Englischer Garten

Sprösslinge

Das unbedarfte Gras, es prahlt
Recht abenteuerlich
Ich ahn', wenn wer fürs Taxi zahlt
Bin's nachher wieder ich

Doch bewarte ich weiters die Halme im Kommen
Ob der Chance einer Möglichkeit, die schon verschwommen
Am schalen Rand des Nahen nagt

Das macht ja keinen satt

Auch strahlt ein Glanz, der ungewagt
Im Abendlicht schon matt

Schwermut/Leergut & das fünfhundertdreizehnte Gedicht

Deutsches Historisches Museum Berlin

Pfand der Helden

Ich leerte auf der Autofahrt
Mit Zielpunkt "Leergutautomat"
Vier Flaschen Wermut - ohne Pfand
So nahm denn wahr das halbe Land:
"Seht her, er trinkt nicht nur für's Geld ...!
Man ehre dich, du Leergutheld!"

Pazifik & das vierhundertdreiundachtzigste Gedicht

Küste bei Quepos

Der Überflüssige

Ich hab mich mit einigen Wassern gewaschen
Verkühlt an dem Inhalt von mancherlei Flaschen
Bin stetig in innere Bäder versunken
Ein guter Freund lobt: "Der ist ständig betrunken!"

Wie schmal auch der Flaschenhals - ich ließ es fließen
Den Strom meines Reibachs in Gläser ergießen

Dir, Wirt, jedenfalls blieb ich niemals was schuldig
Drum bleib auch im Überdruss etwas geduldig!

Wir kriegen das gewisslich hin
Wenn ich erst wieder flüssig bin!

Toronto & das vierhundertdreiundfünfzigste Gedicht

Traum und Wirklichkeit

Ein Brontosaurus aus Toronto
Räumte nachts im Traum sein Konto

Morgens sah der Bronto, yeah
Konto is ja gar nich leer!

Kultfabrik & das vierhundertsiebzehnte Gedicht

Technikum Kultfabrik

Der vermutlich sauberste Konzertsaalboden der Welt. In München, natürlich.

Überzeugt

Wir sind im Hier nicht zum Vergnügen
Dem sollten sich auch unsre Mundwinkel fügen
Wir wollen den Mindestansprüchen genügen
Polieren Gewissen mit Bissen und Rügen

Winterthur & das vierhundertfünfzehnte Gedicht

Winterthur

Nothilfe Ski

Geschwind betoure ich die Schweiz
Des Sommers mit 'nem huere Geiz
Weil alle Franks bestimmt sind zur
Gestaltung meiner Wintertour

Exit Weinstraße & das vierhundertsechste Gedicht

Von der Weinstraße nach Basel ...

Auf der Weinstraße

So ein Weinstraßenkind möchte ich gerne sein
Ach, täglich verputzt' ich -
Kläglich verschmutzt - zig
Schoppen
Alle Hirten und Wirte
Hier lud ich dann ein
Mich bäuchlings zu poppen

Und ganz ohne Schrei'n
Bezahlten mich die Peiniger

Und als rektalen Reiniger
Führt' abermals mir Wein
Ich ein

Man soll ja nicht zu glücklich sein -
Ein stückweit hatt' ich einfach Schwein!

So genießet in Maßen:
Den Wein und die Straßen!

Monopteros & das vierhundertzweite Gedicht

Englischer Garten Monopteros

Entschlossenheit

Ich möchte gerne hoch hinaus (Betonung auf "hinaus")!
Da ihr mir diesen Weg verwehrt - wie sieht's denn unten aus?

Marienplatz & das vierhunderterste Gedicht

U-Bahnhof Marienplatz

Ripostegedicht zu Novalis "Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren"

Wenn doch vor Zahlen und Figuren ...

Wenn doch vor Zahlen und Figuren
Gefügig alle Dichter spuren ...
Als Pagen ihrer Gagen müssen
Grad sie, die's eig'ntlich besser wissen
Den Furor zähmen zum bequemen
Für-den-Sponsoren-zurück-sich-Nehmen
Wenn dann sie auch in den Metaphern
Versuchen, Großes nachzuaffern
Kopieren sie in ihr'n Gedichten
Die immergleichen Weltgeschichten
Doch verbleibt die Inbrunst unversehrt
Jenes selige Geifern
Und tolle Ereifern
Für Stil und Genie
Aber auch Anarchie
Dass Figuren und Zahlen
Werd'n wertlose Schalen
Schreibt der dichtende Wicht
Dieses eine Gedicht ...
Dann sei er trotz allem für dieses verehrt!

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