Petite Anse & das eintausendeinhundertsechsundfünfzigste Gedicht

Rind am Petite Anse auf La Digue

Meine Füße

Sag: schuhlos, barfuß, bloße Quanten!
Mach: jene zwei zu frei Benannten!

Hundertjährige & das eintausendeinhundertfünfundfünfzigste Gedicht

Riesenschildkröte am Anse Lasio Praslin

Zum Geburtstag

Heut' warnt die DIN vom Candlelight:
Ein weit'res Jahr ist abgelaufen!
Es türmt sich die vertane Zeit
Zu einem übergroßen Haufen.

Dir winken weder neues Glück,
Noch höhere Gehälter -
Du kriegst ein schönes Kuchenstück
Und bist ein Jährchen älter.

Inselhuhn & das eintausendeinhundertvierundfünfzigste Gedicht

Huhn auf La Digue

Von glücklichen Hühnern

"Tock, tock, tock!", gluckt's aus der Henne,
Die ich gockelglücklich nenne,
Wie sie sich mit Nochschopf regt!

Eh man sie zum Kochtopf legt.

Anse Royale & das eintausendeinhundertdreiundfünfzigste Gedicht

Anse Royale

Vom Reisen

Nichts könnte mir je die Erinn'rung vergällen,
Die mir dieser Erde besondere Stellen
In Demut tief ins Hirn gebrannt!
Fast scheint's, man tankte von der Weisheit,
Als ob solch Seelenspeis' uns einweiht
In Orte, die noch unbekannt ...

Foddis & das eintausendeinhundertzweiundfünfzigste Gedicht

Foddis in Victoria auf Mahè

Der Komfortzonenkünstler

Der Komfortzonenkünstler kann, was er kann,
Und er weiß, seit er's weiß: Das kommt an.
Er wagt sich an alles im Kleinen heran,
Ihn hält steter Applaus stets im Bann.

Der Komfortzonenkünstler bleibt fest überzeugt,
Die Welt sei 'ne dienstbare Scheibe,
Die ihn als ihr Schäfchen verlässlich besäugt -
Er sucht keine größere Bleibe.

Praslin & das eintausendeinhunderteinundfünfzigste Gedicht

Sonnenuntergang am Anse Laszio auf Praslin

Schwyzertütsch an Stränden

Du schienst mir ein "Ich hab mich niedlich forever!"
Und schillerst nun plötzlich ganz garstig im Sand.
Dein Sang ist auch hier nicht zu artifiziell, er
Zerlöscht nur all das, was ich mit ihm verband.

Wir können, was wir lieb gewannen,
Nicht ungeprüft begreifen.
Willst du dein Herz für immer bannen,
Muss es auch weiter schweifen!

Universitätskantine & das eintausendeinhundertfünfzigste Gedicht

Luftballons in der Kantine der Universität der Seychellen

Menschen

Es ist gar nicht notwendig, Menschen zu essen,
Um menschlichen Wohlgeschmack nicht zu vergessen.
Wir können die Nähe von Körpern genießen,
Auch ohne die Zahnreihen um sie zu schließen -
Zur Sättigung lässt man das Augenlicht stöhnen
Und wohlig Odeure das Stammhirn verwöhnen.

Es braucht auch im Abstand das stiere Begehren,
Um menschliche Leiber mit Anstand zu ehren -
Von sexuellen Attraktionen,
Die in jedem Hinblick lohnen,
Muss niemand die sinnlichen Fingerchen lassen!

Doch schmause auch vom Unbekannten,
Drück dich nicht vor Varianten -
Es gibt so viel Menschen, um nichts zu verpassen!

Anse Takamaka & das eintausendeinhundertneunundvierzigste Gedicht

Ausblick vom Anse Takamaka

Going on a Tata to Anse Takamaka

Wroom, the indian engine roars,
Wroom, click, gear-gear, roaaaamm ...
And the multitude of rupee coins
In the driver's plastic bag
Clicker-di-click-click
Like the treasures of a pirate's chest
But there's no way out of Victoria
Without getting ... stuck ... in ... traffic ...
Stuck ... in ... traffic ... stuck
And the fully packed rumbler sighing:
How did all these cars get on that island?

But after the airport - we fly away
On and on and on and on and anse on anse on anse on anse ...
Passing 150 shades of green in a lushness
And lust for growth
That it bothers me
That just by looking at it
Even as a man you could get pregnant
And on and on and anse on anse ...
We call "Devan!" by the sight of palm trees -
Leaving the Tata for Anse Takamaka,
Understanding in the shimmering sand
That we've never understood the colour blue
And would never be able to describe
Anyone this range of blueness -
Except for saying
That we
Were
There.

Anse Laszio & das eintausendeinhundertachtundvierzigste Gedicht

Sonnenuntergang am Anse Laszio auf Praslin

Ripostegedicht zu Bert Brechts „Komm Mädchen, lass dich ...“

Das generische Maskulinum

Komm dorthin, wo da steh‘n
Die Mädchen und der Hopfen!
Ins Leben lass dich geh‘n
Und Dir das Herz verstopfen!

Das geht bis in die Füße!
Und ist die Wurzel wund,
So bunkre für dich Grüße -
Sag: „Danke, bin gesund!“

Die höchste Krone gilt
Dem Duttenpracht-Entblößer!
Die Sorgen werden mild,
Des Lebens Freuden größer.

Der Blick streift meist zu eilig -
Am Bauch verweilt mein Mund!
In Lieb und Lust wird heilig
Der Erdenkugel Rund.

La Digue & das eintausendeinhundertsiebenundvierzigste Gedicht

Anse Source D‘Argent

Die Leichtigkeit der Mählung

Komm, lass uns einander verbindlichst verbinden!
Wie sollten wir zwei noch was Besseres finden?
Klingt das zu bescheiden? Den Neidern vielleicht.

Die grämt, was uns beiden an Lebensglück reicht.

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