Strand/Meer

Gedichte, die am Strand liegen.

Sylter Sand & das dreihundertzwanzigste Gedicht

Dünenwanderweg Sylt

Sylter Sand / Die Leiche

Ob es an der Hitze lag
Oder an 'nem Blitzeinschlag?

Ich selber schwieg, als man mich fand
Tot ausgestreckt im Sylter Sand

Schon fast bedecktes Rieselziel
Ein vorbestimmtes Strandfossil

Strandcruising & das dreihundertneunzehnte Gedicht

Sylt Strand bei Kampen

Am Strand

Ich konjugiere die Vergangenheitsform von Effektivität
Und verfehle dabei noch die Unternorm - von morgens früh bis spät

Im Korridor meines Elans herrscht der Strand, ganz tief gedrückt ans Meer
Wo die Kühle des stiebenden Salzdunsts entspannt - mit Füßen, sandstapfschwer

Wenn du in den Kern meiner Langsamkeit dringst, der sich nur selbst umgarnt
Mag sein, dass du gleichtief und tiefer noch sinkst - nun gut, du bist gewarnt!

Der beglückende Schimmer benässter Haut wird eins mit ihrem Glanz
Vor der noch die windigste Brise abflaut ob solcher Eleganz

Silhouettenbeglättend versiegt die Zeit ins tiefgedrückte Meer
Vor dem Idyllen-Kokon der Einsamkeit entseufzt sich Gegenwehr

Ich konjugiere die Gerundiumsform von Attraktivität
Aus der sonnenbetankt sich der Rest an Strom ganz ohne Puls entlädt

Dünenwanderweg & das dreihundertachtzehnte Gedicht

Dünenwanderweg Sylt

Letzter Inselwechsel vor Madagaskar: Sylt.

In der Gischt

Schlürfend holt sich die gierige Ebbe
Das grade gewonnene Strandgut zurück

Doch wenn wir das nicht beachten
Alles nüchtern betrachten
Waren die paar Sekunden
Die wir mit ihm verbunden

Für ein bis zwei Leben
Schon neidbares Glück

Seebrücke & das dreihundertunderste Gedicht

Seebrücke Heringsdorf Usedom

Abschied von der Insel.

Letztes Mal auf Usedom

Gebückt und an Krücken auf Seebrücken geh'n
Sich über die Aussicht entzücken: "Ach, schön ...!"
Entrückt das Bestehen des Glückes erseh'n -
Die näher gerückte Zurückfahrt bestöh'n

"Also, nächstes Jahr fahren wir wieder hier her!"
Und dann bleibt ein Stück auf der Seebrücke leer ...

Heringsdorf & das dreihundertste Gedicht

Strand Heringsdorf Usedom

Stranden. Im 300sten Gedicht. Ohne großen Aufwand, bitte.

Läppisch

In Inselseligkeit möcht' ich kiten
Lässig am Schlepptau im Wrap lauer Zeiten

Usedom & das zweihundertneunundneunzigste Gedicht

Strand Heringsdorf Usedom

Tourstress. Nicht.

Der Wert ausgezogener Schuhe (Der Strandurlaub)

Ich erklär dir den Wert ausgezogener Schuhe:
Ab hier is' nu' Ferien, klar? Fresse, Kind! Ruhe.

Schon spürst du Spur'n von Wohlgefallen
Schnurrend durch die Sohlen wallen
Und Ballen, Rist und Zehen schenken
Uns Ärger-, Stress- und Wehen-Senken
Und die Meter, die barfuße Schritte erspar'n
Befördern das Endstück zum Sinnesorgan
Zum Ruhepol aller Körperfläche
Getaucht in Fußbad, Meer und Bäche
Im in Urlaubsland verstreuten Sand
Pult dösig man mit Sachverstand

Denn das ist der Wert ausgezogener Schuhe
Hasse verstanden? Dann Fresse, jetzt! Ruhe.

Husum & das zweihundertdreiunddreißigste Gedicht

Husum Hafen

Hafenmelancholie bei einsetzender Ebbe.

Festmachen

Dieser Kai ist ein stiller Sehnsuchtsort
Nur von Schaukelgeräuschen der Schiffe umsummt

Eingemehlt schleicht sich der Himmel von Bord
Und das Rufen von Fernweh und Bläue verstummt

Dünen & das zweihundertachtzehnte Gedicht

Strand bei Westerland

Mehr Feedback aus den Dünen.

Kurt & dünig

"Das Wattengras am Dünenrand
Gleicht dem leicht angeschwitzten Strubbelhaar
Vom hoch geschätzten Kurt Cobain!"

Verkündete ich kühn dem Land
"Und wer's bislang noch nicht so sah
Der sollt' es jetzt so seh'n."

Nordsee & das zweihundertsiebzehnte Gedicht

Strand bei Westerland

Ein Off-Day On-Shore.

Strandkorb

Ihr Körper irrte übern Sand
Bis sie 'nen leeren Strandkorb fand

Der Korb gab ihr 'nen Korb, sprach: "Nein!
Dein Corpus passt hier gar nicht rein!"

Und schwer enttäuscht sank in den Sand
Ihr Mehrgewicht an Körper ein

Den Körben, die so uncharmant
Soll dieses eine Lehre sein!

St. Pauli Landungsbrücken & das zweihundertsechzehnte Gedicht

St. Pauli Landungsbrücken

Back on board in Hamburg. Alte Gewohnheiten revisited.

Nächster Halt: Landungsbrücken - Ausstieg zu den Hafenfähren

Ohne Landungsbrückenstegbesteigen
Fühle ich mich nicht richtig in Hamburg gelandet
Kuttertuckerunterzuckert, dumpfschiff und barkassenklamm
Hafenflairverfehlte Schnucke, nicht so richtig auf dem Damm
Bin rattig verkehrtrum im Lande gestrandet
Und muss mich zunächst mal im Wellengang neigen

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