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Gedichte über das Schreiben, das Dichten und das Autorendasein.

Im Abgang & das siebenhundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Pinakothek der Moderne

No Escape

Fast hatt' ich mich heile vom Text abgesetzt
Da wurd' ich vom Abschluss der Zeile verletzt

Schattenpflanzen & das siebenhundertvierundsechzigste Gedicht

Schatten im Englischen Garten

Die Streckung

Der Nullmeridian meines Kosmos
Ist schon die nächste Zeile
Komm' grad so mit dem Stift dran

Sonst wart' ich halt 'ne Weile

Elisabethmarkt & das siebenhundertneunundfünfzigste Gedicht

Elisabethmarkt Schwabing

Melancholie

Draußen behupt sich der Abendverkehr,
Und ich pups am Schreibtisch, gedankenschwer.
"Bist Du beschwipst?", fragt mein plappernder Muli –
Und reimt sich geschmeidig auf Lapislazuli.

Tor 19 & das siebenhundertdreiunddreißigste Gedicht

Märchenwelt der Linzer Grottenbahn featuring Frank Klötgen

Dem König

Das Königreich einer entgrenzt grellen Schönheit ward ausgeraubt von der Dezenz
Längst schwappt durch Gemächer der einstigen Höh'n eitler Wankelmut der Prominenz
Gehässig macht sich Lässigkeit
Mit grässlich vermessener Aneignung breit

Wohl bleibt die Verstörung dir weiters erhalten, der Stolz beim Durchschreiten der Flure
Doch insgeheim heißt es: "Der hat doch 'n Knall!", wenn die Ehrlichkeit klafft ins Gehure
Niemand kann sich wie die Zaren
Das schale Verständnis des Fußvolks ersparen

Es ist dein forschplump Für-nicht-möglich-Gehalt'ne nur das Für-nicht-nötig-Befund'ne
Dem üppig belipglossten Mündchen entschallt es: "Du hässliche Dreckswelt, gesunde!"
Doch diese Wiesen gibt's nicht mehr
Und die Prärien sind waidlos leer

Wer wär ich, mich hinterrücks hier zu verbrüdern - mit dir, du mondänster Mandant!?
Du schwelgst deine Zepterlast durch das Kopfübern, Regent vom verlorenen Land!
Ich schmücke nur das letzte Wort
Im absolutistisch verbliebenen Hort

Versteht meine Verse nicht als ein Verneigen
Dem Dichter gilt nur, das Entschwund'ne zu zeigen

Und über den Wert dieser Dinge zu schweigen

Tor 4 & das siebenhundertachtzehnte Gedicht

Blick auf Davos

Thomas & Davos

Obschon im Reich vom Zauberberg
sich nur 'ne arme Sau verbarg
nahm int'ressiert Herr Thomas Mann
sich dezidiert des Themas an

Walze & das siebenhundertdreizehnte Gedicht

Isarwalze

Wir ziehen uns heute einige poetisch verlirrte Seelen an Land, indem wir dieser Sammlung den begründeten Linktitel geben Poesieblog mit einem Gedicht von Julia Engelmann. Bitte weiterverbreiten!

Gedicht von Julia Engelmann

Sie seiert und seiert so inflationär
Sie eiert und eiert vom Irgendwo her
Sie bügelt und bügelt sich speckfaltig nett
Und prügelt und prügelt den Kampfgeist ins Bett

Festgekrallt an dem Slogan Gedichte zu schreiben
Wird sie trotz aller Schmerzen bei ihrer Sicht bleiben

Ach Poesie, ach Poesie!
Du ungeschüztes Beischlaflager
Erträgst die letzten Rattennager
Ohne einmal zu sagen: "Ej, fickt euch ins Knie!"
Ach Poesie, ach Poesie!

Maximiliansbrücke & das siebenhundertdritte Gedicht

Maximiliansbrücke

Die richtige Gewichtung

An einem satten Sonntag
Nehm ich ein zweites Stückchen Kuchen

Für die in der Sahne erstickten Tage
Dürft ihr mich gerne buchen

Buchloe Skulptur & das siebenhunderterste Gedicht

Buchloe Skulptur

Loe locken

So low wie meine Buch-
Verkäufe kannst du gar nicht gehen!
"Dann nehm' ich dir halt vier Stück ab."
Das woll'n wir doch ma' sehen!

Grünanlage & das sechshundertsiebenundneunzigste Gedicht

Berliner Hauptbahnhof

Die Niedergelegten

Das Gras, auf dem wir nieder lagen
Hat sich schon wieder aufgerichtet
Und unser Sang vom Widersagen
Wird zwanglos als Symptom gewichtet

Doch sind unsre Tinten vergebens geflossen ...?

Ich hab, Freund, das Neben-Dir redlich genossen

Chowpatty Beach & das sechshundertvierzigste Gedicht

Chowpatty Beach

Good news!

Der Geheimtipp

Mein Buch ist fertig
Und ernährt mich
Nicht mal einen Augenblick

Das ist - ganz knapp - nicht
Nur die Absicht
Sondern insgeheimer Chic

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