Friedenskirche & das eintausendvierhundertsechsundachtzigste Gedicht

Die Ost-West-Friedenskirche, auch bekannt als Kirche von Väterchen Timofej, ist eine Kapelle in München-Oberwiesenfeld.

Urlaub 3

Hier ist das Geringste schon höchst fotogen
Und wir stellen uns immerzu Fragen.
Chirurgisch detailt sich ein lustvolles Seh'n,
Umströmt von Gedöns wie Behagen.

Langwied & das eintausendvierhundertfünfundachtzigste Gedicht

Sonnenblumenfeld bei den Langwieder Seen

Urlaub 2

Stets unumwunden auf dem Sprungbein in lokale Fluten,
Mal stunden sich Sekunden hin, mal sputen sich Minuten.

Kies & das eintausendvierhundertvierundachtzigste Gedicht

Kiesgrube bei den Langwieder Seen

Urlaub 1

Trödeleien, Blödeleien herrschaftsfrei genießen
Und mit semiguten Tropfen jeden Tag begießen.

Tenghimmel & das eintausendvierhundertdreiundachtzigste Gedicht

Ausblick aus meinem Bürofenster auf die Tengstraße

Partykeller

Wie verödet sind nun unsre heitersten Säle,
Als wär'n alle Feste entflogen -
Sodass mein Erinnern, aus dem ich erzähle,
Klingt sehr dubios bis verlogen.

Räume sind nicht die gleichen mehr ohne Personen.

Dieser Satz ist so einfach addiert.
Sie behagen den Leben, die sie rasch durchwohnen -
Und danach sind sie mumifiziert.

Clemensstraße & das eintausendvierhundertzweiundachtzigste Gedicht

Hausfassade in der Clemensstraße zu Schwabing

Das Leibchen des Filius'

Am Tag, da ich dies Hemd erstand,
Warst du als Halt noch lebend hier.
Ist erst zerschlissen mein Gewand,
Lieg ich wohl bald schon neben dir.

Riedlhütte & das eintausendvierhunderteinundachtzigste Gedicht

Am Kreuzotternpfad im Bayrischen Wald bei Riedlhütte

Der Influencer scheitert am Medienwechsel

Will ich wirklich viel zu viel?
Wieso ist's so TVzil? (engl. Aussprache von "TV" vonnöten)

Goldsteig & das eintausendvierhundertachtzigste Gedicht

Am Goldsteig Wanderweg im Bayrischen Wald bei Riedlhütte

Verjährendes Gedicht

Die Zeilen in der Erde sind
So unerreichbar da -
Wiewohl kein Wort ich wiederfind',
Ihr Sinn bleibt weiters nah.
Es reicht die Tiefe im Verlust
Von selbst nicht ans Verloren.
Stell dich in seinen Schein, du musst
Nicht extra danach bohren!

Kreuzotter & das eintausendvierhundertneunundsiebzigste Gedicht

Am Kreuzotternpfad im Bayrischen Wald bei Riedlhütte

Kreuzotter

Ein dünner halber Meter trügt
Die Ungefährlichkeit.
So wenig Gift im Wald genügt,
Dass wer "Zu Hülfe!" schreit.

Ein wechselwarmer Stolperstein
Trübt unser Sich-so-sicher-Sein.

Exotisch bleibt ein Rest Gefahr,
Wo alles schon bereinigt war.

Ein dünner halber Meter nur.

Du weißt: Es kann ihn geben.

So schleicht ein Stücklein Urnatur
Durch Unterholz und Leben.

Am Kreuzotterpfad & das eintausendvierhundertachtundsiebzigste Gedicht

Am Kreuzotternpfad im Bayrischen Wald bei Riedlhütte

Gespaltene Kreuzungen

Kreuzt man Kreuzottern mit Ottern -
Würd' wohl das Ergebnis stottern?
"Schlangenschlampe - mir egal!",
Pampt recht eingeschnappt der Aal.

Sommerwind & das eintausendvierhundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Im Englischen Garten, Nordteil

Zwischen den Spaghettigängen (Heya, Enrico!)

Zwischen den Spaghettigängen
Spielst du mir das Lied vom Tod
Mit wiederkehr'nden Binnenlängen
Im Endlosschliff als Zugangscode
Zu fast mantrösem Spannungsdrill -
Unfassbar laut und greifbar still.
Als Blasebalg in Atemnot
Zu mundharmonischbangen Klängen
Wattiert mich das Dessertverbot
Zwischen den Spaghettigängen.

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