Kunst & Inbrunst

Gedichte zur Kunst und der künstlerischen Inbrunst nebst dem entsprechenden Leiden.

Hawaii revisited & das neunhundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Maui - Black Beach at the Road to Hana

Nach dem Abbau (und Gründe zu grinsen)

Wir kamen nicht nur viel zu spät zu dem Fest
Wir waren noch nicht einmal da
Uns tarnte die eigne Präsenz nur zum Test
Wie alles, was löschenswert war

Die Einladung quillt wie kopiert durchs Revers
Ich könnt ihre Anzahl nicht schätzen
Du nimmst, sag ich mir, einfach alles zu schwer!
Doch vieles scheint leicht zu ersetzen

Wir sehn uns - nach allem - noch immer im Recht
Und errechneten schon unsre Zinsen
Wir hielten die Haltung in diesem Geflecht
Wir bunkerten Gründe zu grinsen

Sossusvlei & das neunhundertvierunddreißigste Gedicht

Sossusvlei

In der Wüste

Bin der erste Mann auf dem Mond auf Erden
Spür', dann und wann geklont zu werden
Und bleibe dennoch ganz allein

Zwar werden die, die mir nur gleichen
Wohl niemals irgend Wasser reichen
Doch nährt sie mein Vergessensein

Wöhrsee & das neunhundertfünfzehnte Gedicht

Wöhrseebad Burghausen

Gen Ezareth

Klar, kann ich auch übers Wasser geh'n
Und jedweden Fluss wie ein Laufband besteh'n!

Doch besser
Gefällt mir in puncto Gewässer
Die Option, darin nackig zu schwimmen

Biste eher so einer, der von oben erlöst?
Oder mehr wer, der sich zum Vergnügen entblößt?

Das mag jeder selber bestimmen

Kloster Blaubeuren & das achthundertsechsundneunzigste Gedicht

Kloster Blaubeuren

Politische Kunst

Diese Welt drängt mich ständig, mal klar zu entscheiden
Mein indifferentes "Kann beiderlei leiden!"
In das Kaltschwimmerbecken des Lebens zu stoßen

Dort prust' ich vernehmlich mit aufrecht großen
Parteiergreifen und Konformmicherklär'n

(Wenn bloß all die andern Optionen nich wär'n ...)

34 Stichlingsverwesung & das achthundertneunundsiebzigste Gedicht

Kaltern am See

Gib auf, kleiner Bruder!

Der Hort deiner Pläne ist eine Hospiz
Ein Defekt kann vom Sterben sich gut unterscheiden
Der Sonnenaufgang ist ein schwaches Indiz
Er erwärmt nur den Mut, in der Unnot zu leiden

23 Hauptmannsplausch & das achthundertsiebenundsechzigste Gedicht

Stuttgart Killesbergpark

Im Lügestütz

Die Infamität deiner Fehltrittlegenden
Zwingt höflichste Fanblocks ins Stutzen
Auch Loyalitäten gebärenden Lenden
Misslingt, erstem Zweifel zu trutzen

An dem Punkt, ab dem dir niemand mehr glaubt
Wirst du all deiner alten Geschichten beraubt
Und die Ungeheuer verweh'n ...

Wer erklimmt noch deines Ekels Wall?
Nur vermindertes Mitleid gedeiht hier im Stall -
Und Größ'res ist niemals gescheh'n

8 Kerbchenkalender & das achthundertzweiundfünfzigste Gedicht

In den Isarauen

Von Kerben

Stärke trägt stets die Option von Gewalt
Wie 'ne nicht ausgefahrene Klinge

Doch in meinem Sparbuch steht, dass ich noch kalt
Von Schwäche als Luxusgut singe

Silhouette Island & das achthundertdreiundzwanzigste Gedicht

Blick von Beau Vallon auf Silhouette

Alter Ego

Stetig scheint mir mein Wagemut etwas zu sagen
Wie: Ich glaube, ich meinte wen anders als dich!
Jene Pfade, die in meine Trottbahnen ragen
Wollen zuviel Gepäck fürs sich wandelnde Ich

Messemännchen & das achthundertzwanzigste Gedicht

Leipzig Messemännchen

Neonarkotische Rebellion

All der Provozierrat
Als Vollzug einer Tat
Gönnt uns stübisch ein bübisch' "Hoho!"

Wie wir dekonstruieren
Und Grenzen passieren!

Die Welt schaut kurz auf, sagt: "So, so."

Messlatten & das achthundertachtzehnte Gedicht

Marienplatz

Den Hürden

Einfach jedes und alles gutbesser zu machen
Wo ist das Problem?
Durch die Séparées, die sie mit Andacht bewachen
Knistert mein Poem

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