Berg, Fluss & Tal

Naturgedichte, die zwischen Berg und Tal spielen.

Pericolo & das neunhundertzweiundsiebzigste Gedicht

Sterben in den Bergen (und eine Frage zur Nachlassverwaltung)

Wenn ich mit zerborst'nem Rückgrat
mir erspar die Gondelrückfahrt
Könnte sie – sollt ich so sterben
meine Braut als Hinfahrt erben?

Oasen & das neunhundertsiebzigste Gedicht

Bergflora

Substrat des Überragenden

Tödlich grau
Im Nahbeschau
Ist der Fetisch
Majestätisch
In die Höhe rag'nder Gipfel
Sehr gewöhnlich
Zeig'n die Höh'n sich
Als von kleinen
Schottersteinen
Üppigst überstreute Wipfel

Die fanden sich schon auf den Straßen
Eh unsre Lust auf Höh'n entfacht

Wie oft hat das, was wir besaßen
Ein neuer Standpunkt schön gemacht

Tabaretta & das neunhundertachtundsechzigste Gedicht

Blick auf den Ortler

Wegzehrer

Auf den Pfiff vom Murmeltier
Griff ich zu dem Urquell-Bier
Durch der Schluchten Schlund zu laufen
Ist kein schlechter Grund zum Saufen

Bergsteiger & das neunhundertsiebenundsechzigste Gedicht

Standfeste Kuh in Südtirol

Der Weg nach oben

In der Nabelschnur des Mutes
Stockt nun alle Blutzufuhr
Jeder Ahnung schwant nichts Gutes
Rundherum droht Absturz pur

Und kein Schritt lässt Dich passieren
Und Durchlitt'nes ignorieren
Eins nur hilft dich anzutreiben:
Deine Angst hier steh'nzubleiben

Ortler & das neunhundertsechsundsechzigste Gedicht

Ortler Normalrouteeinstieg

An für Sich(t)

... nur für Sportler ist der Ortler

Doch sobald die Nebelschwaden
Seinen Gipfel blickdicht baden
Ist der Berg, kaum zu verhehlen
Nur für Blinde zu empfehlen

Victoriafälle & das neunhundertsiebenundfünfzigste Gedicht

Victoriafälle

Die Victoriafälle

Zu diesem Thema sagte schon
Der Forscher David Livingstone
Begeistert schöne Worte

Nun sehe ich vor Orte:
Es stürmt aus des Sambesi Regen
In einem fort hervor die Gischt
Erfrischt die Welt mit forschem Segen
Derweil sie stumm nach Worten fischt

Und als Sprachloser steh ich vorm tosenden Toben
Und wünschte, ich könnt' es wie Livingstone loben

Okavango & das neunhundertsechsundvierzigste Gedicht

Auf dem Okavango

Im Fluss

Es fließt ein lyrisches Gefühl
Durch des Okavangos Stille
Strudelt stolz zum Chorgestühl
Und zerströmt in Wille, Wille

Etoshapfanne & das neunhundertdreiundvierzigste Gedicht

Etoshapfanne

Etoshapfanne

Greift die Weite nicht mehr breiter
Geht es an den Seiten weiter

Mit dem voll entleerten Feld
Misst sich nur das Himmelszelt

Sossusfly & das neunhundertachtunddreißigste Gedicht

Flug über die Namib

Wüstenblick

Winde schaben die Konturen
Schatten werfen die Schraffuren
Und erteil'n ihre Lehrstunde Geometrie
Büsche tüpfeln Kleckskontraste
Gott drückt die Beleuchtungstaste
Zur Sonnenstrahlneigungsgradfarbsymphonie

Und am Ende ist alles nur, alles nur Sand
Ein jegliches Leben verdunstender Strand

Dead Vlei & das neunhundertsechsunddreißigste Gedicht

Dead Vlei

Dead Vlei

Hierhin kommt ganz sicher kein Fluss mehr vorbei
Für so viel Hoffnung reicht nicht der Platz auf der Welt
Nur der Lehm der Erinnerung bettet dies Vlei
Und die Gegenwart wirkt wie daneben gestellt

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