Strand/Meer

Gedichte, die am Strand liegen.

Petite Anse & das dreihundertachtundfünfzigste Gedicht

Petite Anse La Digue

Die letzten Stunden an der See.

Das Meer der Schwimmer

Es ist ja das Meer der Matrosen
Nun nicht das Meer der Schwimmer ...
Will wer gute Stimmung verlosen
Gewönnen wir Badenden immer!

Uns sind ja die ödesten Überfahrten
Nur ein fahrtwindgetöntes In-Freude-Erwarten
Und das Meer niemals Gegner, nur Spielkamerad

Zwar wähnt sich manch Seebär gut doppelt so hart
Und bestimmt für das Ruder, am Dreh der Gezeiten ...

Wir sind die von solcherlei Zugzwang Befreiten!

Anse Source D'Argent & das dreihundertsiebenundfünfzigste Gedicht

Anse Source D'Argent

Ohne Worte.

Meergewicht

Da ich hier auf La Digue lieg
Und gut vier Kilo mehr wieg
Im Einklang mit dem Wellengang
Erschnarche ich mir Walgesang
In einem Paradies aus Sand
Bin ich ganz Meer, bin ich ganz Strand

Tsingys of Bemaraha & das dreihundertsiebenundvierzigste Gedicht

Hängebrücke Great Tsingys

Weltnaturerbe Tsingys. Scharf und hoch.

Son of the Earth

Wir wandern durchs Korallenriff
Als eines Seesterns letzte Erben
So ließ uns jetzt der Plattenschliff
Nur einen finst'ren Berg aus Scherben

Sylter Sand & das dreihundertzwanzigste Gedicht

Dünenwanderweg Sylt

Sylter Sand / Die Leiche

Ob es an der Hitze lag
Oder an 'nem Blitzeinschlag?

Ich selber schwieg, als man mich fand
Tot ausgestreckt im Sylter Sand

Schon fast bedecktes Rieselziel
Ein vorbestimmtes Strandfossil

Strandcruising & das dreihundertneunzehnte Gedicht

Sylt Strand bei Kampen

Am Strand

Ich konjugiere die Vergangenheitsform von Effektivität
Und verfehle dabei noch die Unternorm - von morgens früh bis spät

Im Korridor meines Elans herrscht der Strand, ganz tief gedrückt ans Meer
Wo die Kühle des stiebenden Salzdunsts entspannt - mit Füßen, sandstapfschwer

Wenn du in den Kern meiner Langsamkeit dringst, der sich nur selbst umgarnt
Mag sein, dass du gleichtief und tiefer noch sinkst - nun gut, du bist gewarnt!

Der beglückende Schimmer benässter Haut wird eins mit ihrem Glanz
Vor der noch die windigste Brise abflaut ob solcher Eleganz

Silhouettenbeglättend versiegt die Zeit ins tiefgedrückte Meer
Vor dem Idyllen-Kokon der Einsamkeit entseufzt sich Gegenwehr

Ich konjugiere die Gerundiumsform von Attraktivität
Aus der sonnenbetankt sich der Rest an Strom ganz ohne Puls entlädt

Dünenwanderweg & das dreihundertachtzehnte Gedicht

Dünenwanderweg Sylt

Letzter Inselwechsel vor Madagaskar: Sylt.

In der Gischt

Schlürfend holt sich die gierige Ebbe
Das grade gewonnene Strandgut zurück

Doch wenn wir das nicht beachten
Alles nüchtern betrachten
Waren die paar Sekunden
Die wir mit ihm verbunden

Für ein bis zwei Leben
Schon neidbares Glück

Seebrücke & das dreihundertunderste Gedicht

Seebrücke Heringsdorf Usedom

Abschied von der Insel.

Letztes Mal auf Usedom

Gebückt und an Krücken auf Seebrücken geh'n
Sich über die Aussicht entzücken: "Ach, schön ...!"
Entrückt das Bestehen des Glückes erseh'n -
Die näher gerückte Zurückfahrt bestöh'n

"Also, nächstes Jahr fahren wir wieder hier her!"
Und dann bleibt ein Stück auf der Seebrücke leer ...

Heringsdorf & das dreihundertste Gedicht

Strand Heringsdorf Usedom

Stranden. Im 300sten Gedicht. Ohne großen Aufwand, bitte.

Läppisch

In Inselseligkeit möcht' ich kiten
Lässig am Schlepptau im Wrap lauer Zeiten

Usedom & das zweihundertneunundneunzigste Gedicht

Strand Heringsdorf Usedom

Tourstress. Nicht.

Der Wert ausgezogener Schuhe (Der Strandurlaub)

Ich erklär dir den Wert ausgezogener Schuhe:
Ab hier is' nu' Ferien, klar? Fresse, Kind! Ruhe.

Schon spürst du Spur'n von Wohlgefallen
Schnurrend durch die Sohlen wallen
Und Ballen, Rist und Zehen schenken
Uns Ärger-, Stress- und Wehen-Senken
Und die Meter, die barfuße Schritte erspar'n
Befördern das Endstück zum Sinnesorgan
Zum Ruhepol aller Körperfläche
Getaucht in Fußbad, Meer und Bäche
Im in Urlaubsland verstreuten Sand
Pult dösig man mit Sachverstand

Denn das ist der Wert ausgezogener Schuhe
Hasse verstanden? Dann Fresse, jetzt! Ruhe.

Husum & das zweihundertdreiunddreißigste Gedicht

Husum Hafen

Hafenmelancholie bei einsetzender Ebbe.

Festmachen

Dieser Kai ist ein stiller Sehnsuchtsort
Nur von Schaukelgeräuschen der Schiffe umsummt

Eingemehlt schleicht sich der Himmel von Bord
Und das Rufen von Fernweh und Bläue verstummt

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