Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Centro Storico & das eintausenddreihundertachtzigste Gedicht

In der Altstadt von Trient

Auf Italien - ein Trinkspruch

Das Licht auf den Steinen braucht hier keine Sonne -
Ein tief im "Es war einmal ..." startweg begonne-
Nes sinnenfreudfrommes, quellsprudelndes Glück
Bewahrte sich schadlos als Gnad' des berück-
Enden, wurzelbesäufenden Auftaus Moment,
Des' Bruderblut man gleich erkennt.
Alles schmeichelt reich und haltig dir,
Löst olle Knotigkeit im schier-
En Erlebnis vom alles umarmenden Leben -
Auf das lasst uns das Glas erheben!

In Übersee & das eintausenddreihundertsechsundsiebzigste Gedicht

In Übersse am Chiemsee

Das Poltern des Jovialen

Du säh'st dich gern als weites Feld,
Doch stolperst über Ränder.
Denn weiters zwängt dich deine Welt
In engstliche Gewänder.

Frühaufsteher & das eintausenddreihundertfünfundsiebzigste Gedicht

Frühlingsvorboten im Februar

Die Erstsemester

Wirf einen letzten Blick zurück
Zur heimeligen Lichtung,
Dann schreit' voran in neues Glück!

Bald ändert sich die Richtung.

Am Prinzregentenbad & das eintausenddreihundertvierundsiebzigste Gedicht

Giselabrunnen gegenüber vom Prinzregentenbad

Letzter Versuch über Prinzregententorte

Der Prinzregenten Torte Schichten
Wollt' ich gern adäquat bedichten,
Wollt' des Palminglanz' Schokohüllen
Mit fetter Poesie befüllen.
Biskuitlich sowie cremekakaoen
Wollt' Vers um Vers ich schichtend bauen.

Allein, auf wirklich adäquaten
Poem gilt's weiterhin zu warten ...

Eisbach & das eintausenddreihundertzweiundsiebzigste Gedicht

Eisbach im Englischen Garten

Coup per du

Mag die Welt sich mal ganz kurz notieren:
Mir ist grad was Tolles geglückt.
Das wird niemand interessieren,
Aber ich bin noch vollends verzückt.

Prinzregentfirst & das eintausenddreihundertsiebzigste Gedicht

Auf dem Dach vom Prinzregententheater

Der Selbstmörder

Ach, er stand irgendwie nur daneben -
Und die Welt schien ihm immer zu klein!

Nun, er hatte schon Lust auf das Leben,
Doch die Umstände schrie'n so laut: "Nein!"

Zero Gravity & das eintausenddreihundertsechsundsechzigste Gedicht

Die Ausstellung Zero Gravity in der ERES Stiftung Schwabing

Gnadenhof

Du reichst der Welt die fremden Federn,
Mit denen sie sich schmückt.
In Daunenkissen findet jeder 'n
Kleinod, das ihn schmückt.

Schon liegt dein Köpfchen wieder hart,
Das hindert dich am Schlafen.
Die hab'n dich hier aus Angst verscharrt,
Du könntest wen entlarven.

Zu gierig rupfen sie dein Hab
Und geben keine Ruhe.
Und schon verdächtigt sich ein Grab
Wie zu bequeme Schuhe.

Du musst - egal, wie alt er ist,
Den Einspruch noch erheben.
Du bist - egal, wie müd du's bist,
Halt immer noch am Leben.

Luitpoldpark & das eintausenddreihundertfünfundsechzigste Gedicht

Sonnenuntergang über München vom Luitpoldpark

Ripostegedicht zu "Für alle die im Herzen barfuß sind" von Jan Skácel.

Für alle die im Magen Schuhe tragen

Allen, die im Magen Schuhe tragen,
Gelingt das Leben arschlochleicht.
Die müssen nicht ständig den Kröten entsagen -
Egal, welch Quak man wohin laicht.

Man muss sich nur drauf einigen,
Ganz Stein zu sein - zur Not zum Schein.
Schon sind die Ichs die deinigen,
Gewährt dir Härte dein Verein.

Wir sind von nichts zu stören.
Wer bezichtigt uns der Lüge?
Wer zwängt uns auf die Rüge?
Barfüßig bargeldlose Gören!?

Wir könn'n per 3D-Druck auch Stille gerieren,
Wenn uns dünkt nach der Schulkinder Melancholie,
Könn'n Schmetterlingsflügelchen repetitieren.
Auf uns strahlt der Sommer! Und er endet nie.

Der Fluss ergibt sich unsrer Yacht -
Nur er wird untergeh'n.
Denn alles fügt sich unsrer Macht -
Nichts Weit'res bleibt besteh'n.

Nun, wir gewähren den Dichtern den Raum im Gedicht,
Ihr a-b-a, a-c-a-b.
Denn uns, mei, int'ressiert er nicht.
Geh schlafen, mein Dichter, nur geh!

Föhnaussicht & das eintausenddreihunderteinundsechzigste Gedicht

Föhnblick auf München

Mein München

München, bist ein treuer Gaul,
So lässig im Verlässlichsein,
Zum Sorgen-Falten viel zu faul,
Der Harm schweigt unermesslich klein.
Du bist so unspektakulär,
Dass es schon fast ein Ab-Grund wär,
Drum quengelst du, s‘wär stetig Zeit
Für‘n Prosit der Gemütlichkeit!
Die Armut hast du fortgelobt
Nach dorthin, wo das Leben tobt:
Ins muffige Fell ewig steppender Bären,
Die nur von eigner Blendung zehren.

Die To-Do-List empfiehlt täglich: Kleeblätterschwenken
Beim Sich-die-Welt-als-München-Denken,
Da die Weisheit der Dummen, die Dummheit der Weisen
In unsren Umlaufbahnen kreisen.

Schwindelnd lege ich stoisch am Isarstrand an,
So lang ich mir das leisten kann.

Eislauf & das eintausenddreihundertneunundfünfzigste Gedicht

Saimaaseen im Winter

Wort/brüchig

Wenn die Eisschicht Dir verspricht,
Dass sie keinesfalls zerbricht,
Doch das Wort vor Ort nicht hält,
Wird‘s in Deinem Fall schnell kält-
Er.

Lag‘s an Dir und dem Gewicht?
Log das Eis Dir ins Gesicht,
Weil‘s gern eiskalt Fallen stellt?
Du wirst jedenfalls nicht ält-
Er.

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