Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Eingeschmückt & das zweitausendzweite Gedicht

Der Überruhrer Weihnachtsbaum 2021. Selbst mit ausgewählt.

Fassadenschmuck

Ach, ahnt denn deine eitle Pracht
Von ihrem Niedergang?

Nach Anmut schnappt des Wandels Macht -
Es dauert nie sehr lang.

Zwei, hauend & das zweitausendste Gedicht

Statue im Münchner Rosengarten

Zwei Taue

Zwei Taue send ich dir

Das eine, dich an mich zu binden
Und auswegslos den Weg zu finden,
Das andre form zu einer Schlinge!
Dass ich mich auch nach oben zwinge,
Bevor das Rückgrat mir zerbricht.

Ich weiß, die Taue sieht man nicht -
Und nennt sie trotzdem vorschnell hässlich.
Doch sind als Halt sie halt verlässlich
Und schon taut's endlich im Winterquartier.

Zwei Taue send ich, dichtend, dir

Massenevent & das eintausendneunhundertneunundneunzigste Gedicht

Badende Saatkrähen im Eiskanal

"Hast du eigentlich zugenommen?" (Mein Fett)

Ich habe mir so manches Pfund
Aus Faulheit angefressen
Und doch noch nie - aus gutem Grund -
Den Bauchumfang gemessen.
Längst bläht mein Körper, schwartenreich,
Sich feist aus seinem Rahmen,
Schlaff schwabbelt er sich, butterweich,
Zum Schauplatz welker Dramen.
Die Unform grölt manch Garstigkeit
Zwäng ich die Plumpheit in mein Kleid -
So resigniert an mir auch die
Kühnste Positivity,
Denn dieser Body flockt grad aus
Mit prallbrutalem Optikgraus!
Da wölbt die Wampe sich hervor
Als Walleibinselschmer,
Presst schmatzend sich durch jedes Tor
Aus schmalzdurchduns'nem Meer.
Es speckt der Wanst sein Zellulied,
Die Fleischigkeit zu gerben -
Die ratlose Ästhetik zieht
Als letzten Vorschlag: "Sterben!?"

Das scheint weise, denk ich leise,
Als ein Ziel von meiner Reise -
Kann doch grad ich fettes Schwein
Dann der Welt Entlastung sein!

Doppelgänger & das eintausendneunhundertsiebenundneunzigste Gedicht

Schwan am Isarufer

Potential am Ententeich

Wenn Schwäne mit Tränen in den Augen
An durchgeweichten Brötchen saugen
Zum Hungersoundtrack ihrer Küken
Und du entgegnest kühl "Nun, büken
Die Viecher gefälligst selber ihr Brot,
Dann wäre ihr Wurf auch nicht morgen schon tot!",
Schwärmt Härte über Teig und Teich.

Vielleicht wirst du mal sehr, sehr reich.

Absageüberbleibsel & das eintausendneunhundertfünfundneunzigste Gedicht

Der nach der Winter-Tollwood-Absage verbliebene Zauberwald mit glitzerndem Pegasus von Torsten Mühlbach

Lass mal an uns selber glauben

Scheint, dass ich mich beim Zwiebelnschneiden
Von Jahr zu Jahr verbesser!
Natürlich müssen da andre entscheiden -
Im besten Fall, freilich, die Messer!

Ich denk ja, dass für mich das Jahr
Zweitausend sehr entscheidend war.
Vermutung nur zwar, die durch wenig zu stützen
(wem sollten Details hierzu letztendlich nützen?) -
Doch setzt das Ergebnis ein ganz klares Zeichen:
Es lässt, was man wirklich will, sich auch erreichen!

Und das Schneiden von Zwiebeln ist fürs Kochen soo wichtig!
Wer echt an sich glaubt, kann's von selber bald richtig!
Im Jahre Zweitausend hat's bei mir dann gefunkt,
Rein kochtechnisch ein Wendepunkt.

Diesen Rat mag zur Weihnacht ich Mutlosen schenken:
Auch tränenden Auges stur positiv denken!

Phoenix & das eintausendneunhundertvierundneunzigste Gedicht

Die Winter-Tollwood Eingangsskulptur von Adam Stubley: Phönix

Aufstehen, leise

Das Tageslicht reißt restlos nieder
Den kleinsten Fetzen Traum,
Steht pimmelschwingend, chefarztbieder,
Deppselbstherrlichst im Raum
Und denkt sich, man könne hier alles beweisen.

Ich leiste noch gähnenden Widerstand, leisen.

Kurgarten & das eintausendneunhundertneunundachtzigste Gedicht

Im Kurgarten Tegernsee

Zum Erwerb meiner Bücher

Lös Druck von meiner Seele - tu's!
Ich juble und verton das,
Bestell dir dann den liebsten Gruß -
Doch nie von Amazon was!

St. Quirin & das eintausendneunhundertachtundachtzigste Gedicht

Kirche von St. Quirin

Wegekreuz

Montagmorgens kehren sie immer die Leichen
Von Saturdaynight aus dem Straßenbelag,
Deren Namen sie aus den Vereinsbüchern streichen.
Und manch Gör fleht heimwärts zum Kirchglockenschlag:

Herr, lass es - wenn - doch auf dem Rückweg gescheh'n!
Ich mag mit den Buben zum Tanzboden geh'n,
Bevor sie aus der Kurve fliegen,
Die Rücken krachend überbiegen
Und Schädelinhalt sich ergießt,
Aus dem noch Kleiner Feigling fließt.

Hier auf dem Land wird noch zünftig gebumst
Und das Kehrblech gewetzt, wenn es wieder wo rumst!

Wintermond & das eintausendneunhundertsiebenundachtzigste Gedicht

Winterlicher Vollmond am Tegernsee

Gerafft?

Sehr schleierhaft, wie Schleierhaft
Es leis in manch' Geseier schafft,
Ein Zeichen freier Kraft zu sein.

Sie bleibt ein Eid auf Heiland Schaft,
Gebenedeit vom Eiersaft
Jahrhundertreifer Wundenpein.

Wintersonne & das eintausendneunhundertsechsundachtzigste Gedicht

Winterlicher Sonnenuntergang am Tegernsee

Winterliches Ausfälligwerden

Diese Kälte ist wie ein Verbrechen
Und lügt mir eisglatt ins Gesicht.
Der Frost lässt für jeden Spaß blechen
Und überall mangelt's an Licht.

Du salbaderst, solch Prüfung sei alldieweil nötig,
Den Frühling gebührend willkommen zu heißen?!
Noch so'n frommen Spruch, Arsch, und ich töt dich,
Ich kack dir den Mund zu, du Pisser - geh scheißen!

Seiten

RSS - Feuer abonnieren