Städte

Gedichte über Städte und Städtenamen.

Ankunft in Paris & das siebenundfünfzigste Gedicht

Paris Hotel Marignan

Pardon, Stuttgart. Da warst du gestern Abend einfach nur Zwischenstation auf dem Weg Zürich-Paris. Aber im Sommer gibt es auch für dich ein Gedicht. Und gegen Paris darf man schon mal verlieren. Oder?

Solo in Paris

Statt der Liebe Paris
Riet die Szeine doch immer
Statt als Paar is
Man hier nun aleen aufm Zimmer.

Mannheim, Heidelberg & das fünfundfünfzigste Gedicht

Heidelberg Neckar

Und dann trotz Kratzen im Hals losgedonnert. Elf Auftritte in der Reihe. Aber was unter bösen Voraussetzungen startet, entwickelt sich mittlerweile bestens. Auch meteorologisch. Wie in Heidelberg zu sehen, in Mannheim (15 Minuten S-Bahnfahrt) nur zu ahnen war. Doch:

Ja, auch Mannheim! Auch Mannheim.

Die Romantik Mannheims ist
Ganz anders als die Heidelbergs
Derart subtil, dass du Purist
Sie quasi nicht einmal bemerks'

Aus Mannheims Gassen grölt es: "Tja,
Romantik is umfassenda!"

Bern & das vierundvierzigste Gedicht

Bern Reitschule

In der Schweiz können sich auch die autonomen Zentren des liebreizenden Gesamteindrucks nicht erwehren ... Bern war 2002 meine National-Slam-Wiege - als Starter für den Molotow-Slam HH. Gestern durfte ich dort fulminant Slam-Abschied feiern. Obschon ja so ein Featured Poet-Slot eben genau das ist, was ich auch 2017 noch gerne übernehmen werde.

Das A und Ä der Bären

Man sagt zwar, dass in Bern Bär'n
Schon ob des Namens gern wär'n
Doch klagte mir 'ne Brummbraut
Karg wär's hier ohne Umlaut

Essen & das einundvierzigste Gedicht

Essen die Einkaufsstadt

Einkaufsstadt, aber nicht käuflich. Auch im dicht besetzten Tourplan für dieses Jahr muss meine Geburtsstadt damit rechnen, dass ich einige Male in ihr Station mache. Ein schöner Anlass hierfür ist immer wieder, wie auch gestern, der stets ausverkaufte Grend Slam.

Der Stalker

Wie Essen vergessen? Das Grend, die Band
Die Stadt, in der man alle kennt
Die Parties mit den Diamanten
Die An- und Ab&Zu-Verwandten
Wo immer noch vorhält, was ich einst besessen
Wie sollt' ich, oh Essen, all dies je vergessen?

Beim Chef beklagte sich die Stadt
Dass sie vor mir nie Ruhe hat

Opernball & das siebenunddreißigste Gedicht

Wiener Opernball

Man kann das zeitliche Zusammenfallen von Wien-Besuch und Opernball als Dichter natürlich nicht vollends unkommentiert lassen.

Der Opernball zu Wien, Schlussakkord

Ertönt die letzte Walzerwiege
Schnapp ich mir 'ne Tänzerin
Die schon auf der Hausflurstiege
Gibt sich mir in Gänze hin

S'ist Opernball, s'ist Opernball
Und ich bin der Herr General

Doch nach der letzten Walzerwiege
Warnt mich meine Tänzerin
Dass ich bloß nichts Böses kriege
War'n heut' so viel' xxxxxxxx xxxx...

S'ist Opernball, welch' schöner Spleen!
S'ist Opernball heut' nacht, in Wien

Wien & das sechsunddreißigste Gedicht

Wien Heldenplatz

Zwei Auftritte in Wien ergeben immer einen vollen Tag vor Ort. Der sollte eigentlich auch für ein Spontangedicht reichen, aber ...

Wien in den Worten des Dichters

Ach, Wien!
Du bist wie'n ...
Wie'n ...
Wie'n ...
Wien, du bist wie'n ...
(plötzlich still)

Man ahnt ja, was er sagen will

Umzüge & das fünfunddreißigste Gedicht

München Stadtsilhoette mit Bergen

This is the day. Vor genau zwei Jahren parkten zwei riesige Zapf-Umzugslaster mit Berliner Kennzeichen vor unserer Münchner Wohnung. Wir hoffen lange Zeit nicht darüber nachdenken zu müssen, wie viele Laster für einen erneuten Umzug nötig wären. Trotzdem ist es schön zu wissen, dass unsere Clouds frei von Daten sind. Schleppen lohnt.

Meine Wohnorte

Jede Stadt, wo ich wohnte, kriegt's auch ohne mich hin
Essen, Hamburg, selbst Berlin
Trotzdem glaub' ich, es flüsterte München zu mir
"Schön, dass du da bist - wir brauchen dich hier!"

Städtespeicher & das neunundzwanzigste Gedicht

Speicherstadt Hamburg

In keiner Stadt bin ich so oft umgezogen wie in Hamburg. Ja, überhaupt bin ich in meinem Leben noch nie so oft umgezogen wie in den viereinhalb Hamburger Jahren. Gestern bei Wind und Wetter alte Adressen abgelaufen. Und irgendwann in der neuen Speicherstadt gelandet.

Und irgendwo ein Hafen

Viel Haar, mon amie, ist dir nicht mehr gegeben
Die After-Work-Orks meucheln elbisches Leben
Geschmeichelt träumt die Speicherstadt
Von spätem Pomp und Streicher satt
Beim Vorwort bin ich eingeschlafen ...

Und irgendwo rumort ein Hafen.

Lüneburg & das achtundzwanzigste Gedicht

Lüneburg IHK

Abstecher nach Lüneburg. Das achte Mal. Das letzte Mal. Und jetzt schon wieder in Hamburg.

Ein Gedicht zum Preise Lüneburgs (nebst etwas Selbstkritik)

Du heidehässliches Idyll
Du Stolz in Hansetransentüll
Du backsteinbekackter Studi-Hort
Emporgesalz'ner Niemandsort!

(Warum muss ich beim Städtepreisen
Immer irgendwie entgleisen ...?)

Seattle & das einundzwanzigste Gedicht

Blick von der Seattle Needle

Viel Zeit bleibt nicht, um eine zum ersten Mal besuchte Stadt zu begutachten. Der Beiname Rain City wird jedenfalls bestens bedient. Der Pike Place Market bietet Unterschlupf und Fisherman's Flair. Gefällt.

Mein Tag in Seattle

Seattle Needle
Und Grungerockgegniedel
Dann Poetrybattle
Und Schalfentzugschäddel

Buchstäblich weise steht noch auf dem Zettel:
Ein kleiner Seat - auf Schwäbisch: Seatle
Die Aussprache driftet dann doch eh'r zu
Seemann Kuddel Daddeldu

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