Vancouver

- 18.01.16 Vancouver, Poetry Slam, Cafe Deux Soleils

Schlaflos nach Seattle & das zwanzigste Gedicht

Amtraktrain von Vancouver nach Seattle

Früh genug: Der Amtraktrain von Vancouver nach Seattle. Die beschauliche Fahrt bietet aber gleichsam ausreichend Zeit, zehn Zeilen zum gegenwärtigen Zustand zu verfassen.

Gähn!

Ein ächzendes Gähnen, in die Halbnacht gejault
Dann stups' ich bestimmt an den Kern meiner Glieder
Der sperrt sich noch, bettschwer, protestierend, und faucht
"Was, in aller Welt, willst denn du jetzt schon wieder?!"

Doch unbeirrt zerr' ich in Tritt auf Schritt
Den matten Wust an Körper mit

Verschlafen straft mich mein Gesicht
Und selbst der Kaffee schmeckt noch nicht
So schlepp' ich mich zäh zur Moral des Gedichts:
Da musse wohl durch, ej, et hilft ja nichts!

Vancouver & das neunzehnte Gedicht

Mein Vergehen: ein Aufenthalt in Kanada für nur einen Tag. Die Strafe: drei Stunden Warten im Special Customs Bereich. Die Folge: ein halber Tag Aufenthalt in Kanada (postcustoms Bereich). In der Hauptrolle: eine uniformierte, begriffsstutzige, klassenfeindliche Latino-Pagenkopf-Bitch. Falls ihr ihr durch Zufall mal beim Passportcheck in Vancouver begegnen solltet, beschimpft sie heftigst von mir. Es war mir vor Ort bei dem Preis von 100.000 $ einfach zu teuer.

Vancouver

Du entspannteste, chilligste Queen aller Städte
Wär etwas mehr Zeit mir geblieben, ich hätte...
Hätte...
Hätte...
Zwischendurch etwas Sushi gegessen
Hätte...
Hätte auch mit Sicherheit
Hab dann aber nicht - die Zeit!
Mein Aufenthalt war kurz bemessen

Im Endeffekt blieben ja nicht mal zwölf Stunden
Grad genug, um die Uhr, doch nicht dich zu umrunden
Und fünfeinhalb davon hab ich auch noch verpennt
Mal aufs Smartphone geschaut, ob mich noch jemand kennt...

Wie man es auch dreht
Ich war fern vorm Genug
Nun ist es zu spät...
Bis zum nächsten Besuch!

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