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Nachbarschlossgarten & das zweitausendneunhundertneunundvierzigste Gedicht

In Nymphenburg
Müsste ich nicht viel mehr ruhen
Und Dinge ruhen lassen?
Sollt‘ ich mich nicht langsam nun
Nicht mehr erzür’n … und hassen?Einfach dieses Bächlein dort
Stundenlang betrachten.
Bald schon bin ich von hier fort …Weißt du noch: Wir lachten
Von Vorfreude und Glück gestählt.
Wir haben’s doch gut getroffen!?
Allein ich hab das Ziel verfehlt
Und aufgehört zu hoffen.Ich seh, dies Bächlein spricht zu mir
In seinem muntren Treiben:
„Suchst du die Ruhe? Sie ist hier.“
Nur ich. Werd hier nicht bleiben.
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Bayrischzell & das zweitausendneunhundertachtundvierzigste Gedicht

Vor der Abreise
Nachdem man’s arg gefeiert hat,
Wird man das satte Bayern satt!
„Hey, Wirt – i schnauf un sauf wian Tia!
Mir ward nie fad das Mia san mia …“
Doch meist seid ihr Idioten!Es sei den feisten Bayernleut die Bayerei verboten!
Zurück genullt
Richtung menschlich normal –
Für der Offenheit Huld
(neben Berg, Alm und Tal)!
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Schliersee & das zweitausendneunhundertsiebenundvierzigste Gedicht

Wolfratshausen
Was für’n Hundeparadies –
Rundum gelungen – ist doch dies
Wolfratshausen!Dort kann der Lupus Ratten schmausen …
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XXL Fressnapf & das zweitausendneunhundertsechsundvierzigste Gedicht

Hilfe zur unprätentiösen Beschreibung des Pfauenfrauenfederkleids
Es taumeln tausend Tauben über Kaiserlaut’ner Tau –
Sie weisen darauf hin, die Farbe Taupe sei Braungrau.So würd auch ich sie taufen – im Kotau raun‘ ich: „Genau!“
Es taugt zur Pfaunbeschreibung auch vertrauter Wörter Bau.
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TunelRi & das zweitausendneunhundertfünfundvierzigste Gedicht

Wie Gott dich schuf
Ich bin immer noch der Nackte von damals,
Verkauf mich nur sehr schlecht.Die von Fluten genomm’ne Gard’robe des Ahrtals,
Von Disputen beschuhtes Textiliengeflecht,
Der Dresskot besinnlicher Instagram-Postings,
Der Stoff eines „Das ist mal echt grandios!“-Dings
Nebst „Was daraus noch werden kann!“ –
Dies alles zieht mich manchmal an.Es kleidet mich leidlich und viel zu betont,
Dabei war doch die Umwelt mein Nacktsein gewohnt –
Das Überwinden meiner Scham,
Den Blick hinein in meinen Darm.Bin noch immer das nackte Baby von früher –
Nur aktuell ein Spätentblüher.
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Vidikovac Fortica & das zweitausendneunhundertvierundvierzigste Gedicht

Die optimale Routine
Man kann an solch Zeitvertreib nichts mehr verbessern:
Am Strand sich entkleiden, dann Körper bewässern.
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Hafengiraffen & das zweitausendneunhundertdreiundvierzigste Gedicht

Crossover-Ripostegedicht zu „Das ästhetische Wiesel“ von C. Morgenstern und „Kind im Manne“ von E. Roth
Der ungenierte Esel
Ein Esel aß an einer Brez’n
Inmitten hungr’ger Spez’n,
Hat sich – bevor was übrig bleibt –
Auch noch ’ne Halbe einverleibt.Nun, mir verriet das Sonnenrind:
Der Graue bleibt im Geist ein Kind,
Denkt: Wattahat, dathatta,
Wird per Hammhamm und ohne Maß
Den nicht vorhand’nen Hunger stillen.Frisst hier deshalb.
Der ungenierte Raffzahn tut’s
Um nachher satt zu chillen.
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Umsturzversuche & das zweitausendneunhundertzweiundvierzigste Gedicht

Die Kunst der tighten Stille
Und plötzlich ist’s Gelassenheit,
Mit der ich Unverfrorenheit -en
All eurer Seiten grille.Ich röste endlich ohne Leid
Die schwergewicht’gen Kleinigkeit -en
Mit Kunst der tighten Stille.Aber nein, mein Wille ist nicht überwunden –
Man kann ihn im Sessel der Gleichmut erkunden!
Er atmet im hintersten Winkel der Lunge
Mit übereindeutig euch schmähender Zunge.Und die verbleibt, wiewohl vergrämt,
Im Kern, auf ewig: ungezähmt.
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Auf der Lungomare & das zweitausendneunhunderteinundvierzigste Gedicht

Ja, das! (Zum Ursprung gewisser Gliedmaßen)
Ja, das ist mal ’ne Promenade!
Wer könnt da contra Nade sein?„Für sowas wurd ich auch erfunden,“
Berichtet mir mein Wadenbein.
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Bootsnest & das zweitausendneunhundertvierzigste Gedicht

Ja, manchmal braucht’s nur den richtigen Anstoß! (Ein Walzer)
Wenn ich so’n Seebär wär,
Ein Weltenmeere Bär,
Geflickt von Seemannsgarn und Buddeln Rum,Ich ging mit Jim und Hein
Bei uns zum Schwimmverein –
Denn dazu fehlt allein es mir an Mumm!
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