Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

  • Hausberg & das zweitausendachthundertdreiundneunzigste Gedicht

    Hausberg & das zweitausendachthundertdreiundneunzigste Gedicht

    Down to Earth

    Die Welt hat mich erwischt, als ich mich grad so sicher fühlte.
    Der Fisch stank, kaum dass sie in meinen Scheintalenten wühlte.
    Sie tischte unter Wut und Stutzen fehlerfündig auf
    Und grätschte meiner Seligkeit in den Karrierelauf.

    Die Welt hat mich erwischt, als alles wie beschlossen schien,
    Und beamte eine Fehlermeldung stoisch auf die Screen.
    Gelingt es auch den Technikern, sie manchmal wegzuklicken –
    Ich werde sie wie festgefror’n wohl immer dort erblicken.

    Die Welt hat mich erwischt, als ich mich quasi sicher glaubte.
    Die Welt nahm sich zurück, was ihr mein Selbstbewusstsein raubte.


  • Ruhpoldinger Ruhestätten & das zweitausendachthundertzweiundneunzigste Gedicht

    Ruhpoldinger Ruhestätten & das zweitausendachthundertzweiundneunzigste Gedicht

    Globale Probleme

    Ein Urproll-King aus Ruhpolding
    Recht stur an seinem Soll-Plan hing,
    Doch musst‘ ihn korrigieren.

    Derlei kann in Ruhpolding
    Wie im Ruhrgebiet passieren.


  • Windbeutelkannen & das zweitausendachthunderteinundneunzigste Gedicht

    Windbeutelkannen & das zweitausendachthunderteinundneunzigste Gedicht

    Von daher gibt es sowohl als auch

    Scheinbar taugen Kaffeekannen
    Nicht sehr gut als Kackepfannen.


  • Gmundner Rathaus & das zweitausendachthundertneunzigste Gedicht

    Gmundner Rathaus & das zweitausendachthundertneunzigste Gedicht

    Der Duft der Blumenläden

    Der Blumengeschäftduft erinnert mich
    An nah’nden Kaffee plus Torte,
    An trauerkranzbindende Hilflosigkeit,
    Ans Finden mauer Worte.

    Der Blumengeschäftduft erinnert mich
    An Dunst überm Aquarium
    Im Mischmasch wunder Blüten,
    An „Denk bitte jetzt nicht ans Geld, Kerl!“-Konsum,
    Den Anlass zu vergüten.

    Der Duft im Blumenladen wollt‘
    Stets Auftakt sein zum Feste.
    Ob heit’ren Sinns, ob scharf durchmollt –
    Wir wurden mit ihm Gäste.

    Und aromatisch schält sich aus:
    Der Anlass für den Blumenstrauß.

    Mir bleibt’s eine besond’re Luft –
    Der Blumenläden eigne Duft.


  • Pollenfluglandebahn & das zweitausendachthundertneunundachtzigste Gedicht

    Pollenfluglandebahn & das zweitausendachthundertneunundachtzigste Gedicht

    Legere Kegler (Coole Kelle, gell?)

    Im Kohlegebiet ein Kollegenabschied,
    Ein Cola-Getränk für die Collagen-Gang,
    Ein Kuli-Geschrieb von ’nem Likudblock-Leak,
    Ein Collie vorm Coli-Bakterium-Sieg.
    Ein im Kellergeschoss eingekugelter Igel,
    Im Ikea-Regal ein Gelenkkühlgel-Tiegel,
    Ein ob Kobrakotball’n sich beklagender Dieb,
    Ein Gokart, ein „Go, Alter!“-Killerprinzip,
    Ein kalligraphiertes „Ich hab dich so lieb!“

    Ein Kegelclub kellnert im Lege-Betrieb.


  • Seeschloss Ort & das zweitausendachthundertachtundachtzigste Gedicht

    Seeschloss Ort & das zweitausendachthundertachtundachtzigste Gedicht

    Gmunden im Mai

    Seh keine der Seel’n in den Traunsee sich trau’n,
    Da auf hier sich Trau’nde auch Trauernde schau’n.


  • Gmundner Kommunikation & das zweitausendachthundertsiebenundachtzigste Gedicht

    Gmundner Kommunikation & das zweitausendachthundertsiebenundachtzigste Gedicht

    Ausprachehürden am Traunsee

    Es sprach das Gmundner Adjektiv:
    „Sprichst du mich aus, so liegst du schief!“
    Und fast war ich verlegen.
    Dann dacht‘ ich mir: „Weswegen?“
    Und sprach es einfach
    Aus.

    Ein
    Gschwandtner Rufer rief vom Uferl:
    „Das war doch nur ein Zungen-Zufall!
    Komm hierher, wann di traus!“


  • Tonreste & das zweitausendachthundertsechsundachtzigste Gedicht

    Tonreste & das zweitausendachthundertsechsundachtzigste Gedicht

    Besser wird’s nicht!

    Du musst das Unerträgliche
    Als Status Quo begrüßen!
    So wird dir das Beklägliche
    Den Morgenschiss versüßen!


  • Sonneneinfall & das zweitausendachthundertfünfundachtzigste Gedicht

    Sonneneinfall & das zweitausendachthundertfünfundachtzigste Gedicht

    Schön war die Zeit (vor der nächsten Jeans)

    Und wieder riss mein Beinkleid ein
    Für eine Pimmelluke.
    Auch schwabbelte mein Oberbein
    Ins Forsch-Hinausgegucke.

    In München scheint mir solch Beleg
    Fürs lahme Outfitwechseln
    Ein doch zu pimmeliger Weg,
    Sein Image zu zerhäckseln.

    So neig ich dazu, mir deswegen
    ’ne neue Denim zuzulegen.
    Aber manch schönen Abends, da denk ich zurück
    An die Tage voll Gliedlukenhosenlochglück.


  • Tegernseedämmern & das zweitausendachthundertvierundachtzigste Gedicht

    Tegernseedämmern & das zweitausendachthundertvierundachtzigste Gedicht

    Seerettungsnot

    Es dümpelt das kleine DLRG-Boot
    Übern Tegernseeer See.
    Es flüstert: „Hi, Leute – hier jemand in Seenot?“
    Und alle brüllen: „Nee!“


Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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