Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

  • Rio dei Vetrai & das zweitausendachthundertzweiundzwanzigste Gedicht

    Rio dei Vetrai & das zweitausendachthundertzweiundzwanzigste Gedicht

    Manchmal sage ich Sachen, die ich selbst nicht verstehe

    Ich sprach zur Gardaseebrigade:
    „Der Brie ist gar, da, seh ich grade!“


  • Mustersammlung Murano & das zweitausendachthunderteinundzwanzigste Gedicht

    Mustersammlung Murano & das zweitausendachthunderteinundzwanzigste Gedicht

    Ein weiterer Songtext fürs nächste Marilyn‘s Army Album „Gold“.

    Zig Zig

    Deine Bahn fährt auf seltsamen Schleifen noch immer hier her,
    Aber jedes Gespräch drängt zum Fazit: „Das geht so nicht mehr!“
    Und ab hier lohnt es sich nicht mehr weiterzugehn,
    Denn ab hier wird sich alles von selber verstehn
    Und das einzusehn fällt ja nach all den Jahrn nicht mehr so schwer.

    Und du findest – zwar umwegreich – immer noch sicher hier her,
    Man begrüßt dich da butterweich: „Alle vermissten dich sehr!“
    Und alles scheint richtig – so viel wurd zum End klar:
    Das ist die Richtung, es ist unabwendbar.
    Die Stadt verspricht: Hier wird dir nichts mehr geschehn!
    Und diesem Moment bleibt die Zeit mit dir stehn.

    Gibt auch der Himmel hier auf –
    Du hast noch zig „Ich scheiß auf euch alle!“ in deinem Lauf!
    Gibt auch der Himmel hier auf –
    Du hast noch zig Zig – in deinem Lauf!

    Deine Bahn fährt wohl weiter auf ewigen Schleifen hier her,
    Du hältst deinen Nebenplatz frei, doch es kommt niemand mehr.
    Denn ab jetzt lohnt es sich nicht mehr hier rumzustehn
    Und ab jetzt wird heir alles ganz leise vergehn.
    Plötzlich fällt’s dir leicht, nichts von dem wiederzusehn
    Und diesem Moment bleibt die Zeit mit dir stehn.

    Gibt auch der Himmel hier auf –
    Du hast noch zig „Ich scheiß auf euch alle!“ in deinem Lauf!
    Gibt auch der Himmel hier auf –
    Du hast noch zig Zig – in deinem Lauf!

    Und du fliehst über seltsame Schleifen zu Fuß von hier fort.
    Es grüßt deine stete Genervtheit und nimmt dich beim Wort.
    Diese Stadt zieht dich runter auf die Null von der Zehn –
    Und diesem Moment bleibt die Zeit mit dir stehn.


  • Brenner & das zweitausendachthundertzwanzigste Gedicht

    Brenner & das zweitausendachthundertzwanzigste Gedicht

    Instagramabler Tourismus am Beispiel Südtirols

    Das Etschtal in seiner gesamten Breite
    Reicht von der rechten Seite bis nach links!

    „Boah, krass“, ruft Mancher, „was ’ne Weite!
    Das ist ja fast so wie in … Dings.“

    „Ja, ja“, sagt das Etschtal, „das mach ich auch extra!“

    Da geht der Besucher. Und schon kommt ein nächster.


  • Schäfflerlightshow & das zweitausendachthundertneunzehnte Gedicht

    Schäfflerlightshow & das zweitausendachthundertneunzehnte Gedicht

    Unter der Dusche (Eine Interaktionsinitiative)

    Ich habe jetzt tapfer den Punkt überwunden,
    Zu dem kaltes Wasser für zwei, die Sekunden
    Sich durch den erwachenden Duschkopf ergießt.

    Die Folter traf mich voll entblößt –
    Hätt gern im Bett noch fortgedöst –
    Oh, welch hinterhältig Biest!

    Nun lässt mich ein Wärmeschwall wieder gesunden …
    Nun, hab die Tortur zu extrem ich empfunden,
    Weil derlei mir nicht den Gesamttag vermiest?

    Doch „Warm“ gewählt, dann kalt umflößt!
    Normal, dass man sich daran stößt!?

    Schreib mir gern, wie du das siehst!


  • Entmachtete Baumkronen & das zweitausendachthundertachtzehnte Gedicht

    Entmachtete Baumkronen & das zweitausendachthundertachtzehnte Gedicht

    Kleine Erinnerung

    Eine kleine Erinnerung, die ich da hab,
    Umwegt eine Kirchenruine im Wald.
    Die fiel aus der Zeit, ist sich selbst längst ein Grab
    Und mahnt: Dein Fassaden-Dasein startet bald.

    Bald schallern aus dir allein Durchhalt’parolen –
    Dann ist’s nur ein Trotzalledem, das dich treibt.
    Vitalität lässt sich nicht wiederholen,
    Selbst wenn sie als kleine Erinnerung bleibt.


  • Speisegast & das zweitausendachthundertsiebzehnte Gedicht

    Speisegast & das zweitausendachthundertsiebzehnte Gedicht

    Generationengap in der RB

    Die Rotzfahnen-Twens mit all ihrer Sickness
    Der veganunterfütterten Widerstandskraft
    Hustet mich an, dass auch ich wohl bald Wick ess.
    Die Regio-Luft tränkt bazilliger Saft.

    Eure Laune dagegen ist minderansteckend –
    Ihr wähnt euch als Aufmupfes Kinder aneckend
    Und bekommt von euch selbst nicht genug.

    Zelebriert über Handys ’ne Abstandsgewalt
    Und schon fühl ich durch euch mich grad unsagbar alt –
    Trotzdem sitzen wir im selben Zug!


  • Kruppwaldunterholz & das zweitausendachthundertsechzehnte Gedicht

    Kruppwaldunterholz & das zweitausendachthundertsechzehnte Gedicht

    Einsvorweg

    Dem Brändewegfresser im Unterholz
    Gebühren unvergessene Ehre und Stolz,
    Wovon Strohfeuerheizer zu viel sich einstreichen.

    Nun, vor jedem Applaus gilt: Vergleichen, vergleichen!


  • Bad Waldseeer Stadtsee & das zweitausendachthundertfünfzehnte Gedicht

    Bad Waldseeer Stadtsee & das zweitausendachthundertfünfzehnte Gedicht

    Der Ratschlag (im Prinzip ganz einfach)

    Ach, hätt ich mein Gute-Nacht-Hupferl doch nicht
    Schon als Nachmittagshupferl gegessen,
    So müsst ich mich nicht nach verlängerter Schicht
    Mit verspäteter Hungerei stressen!

    Ja, „Wer spart in der Zeit,“ heißt’s, „der hat in der Not!“
    Aber eh ich’s mir merke, bin ich wohl längst tot,
    Und mitsamt mir geschlagener Räte vergessen.


  • Bad Waldsee & das zweitausendachthundertvierzehnte Gedicht

    Bad Waldsee & das zweitausendachthundertvierzehnte Gedicht

    Ein Applaus an der richtigen Stelle

    Statt bald ein Weltstar, nun in Bad Waldsee.
    Klingt halt sad, doch alles schallt „Yeah!“


  • Glasperlenvorstufen & das zweitausendachthundertdreizehnte Gedicht

    Glasperlenvorstufen & das zweitausendachthundertdreizehnte Gedicht

    Of Mice and Men

    Wir sehen vom Run-Punkt der hektischen Maus
    Selbst voll unter Stress eher lahmarschig aus.
    Und steh’n wir mal ausgebremst hupend im Stau,
    Ist’s nur eine Szene der Zeitlupenshow,
    In der sich das Leben und Wirken slow abspielt,
    Auf die selbst ein Nagetier neidlos herabschielt:
    „Wie, das soll die Krönung der Erdschöpfung sein!?“,
    Piepst’s höhnend vom Mausbau. „Da schlaf ich ja ein!
    Soll’n wir die hier jetzt anschieben? Wie ist der Plan?
    Erlöst diese Sippschaft vom Größenwahn,
    Dass man sich an der Würde der Gralstempel misst,
    Ohne jedes Gespür, was Normaltempo ist!“


Die 257 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

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