Mailand

14.12.2019 Mailand, Christmas-Shopping und Dombesteigung

Abgrund & das eintausenddreihundertzweiundvierzigste Gedicht

Auf dem Dach vom Dom in Mailand

Atemlos und Loserthemen

Ein kleiner Hauch von Hauptgewinn
Püstelt sich zum Sturmtief hin,
Täuscht den Losvernarrten bloß, dem
Die Erwartung von was Großem
Zu sehr zur Erfüllung wird,
Die sich nie zu ihm verirrt.

Denn das Glück der Futterstellen
Wiederholt sich nicht in Wellen -
Tröge bleiben ewig statisch!
Du bist nicht vermittelbar. Lisch
Deine kleinen Hoffnungsfunken,
Die dir nur zum Spott gewunken!

Gott hält deine Leine kurz,
Quält dich mit der Angst vorm Sturz
Und schwätzt stets von Möglichkeiten,
Die dich halten in dem Fight. Denn
Es ist nicht für dich bestimmt,
Was der Welt den Atem nimmt.

Weihnachtsreprise & das eintausenddreihunderteinundvierzigste Gedicht

Der Dom in Mailand

O ich Fröhlicher, o ich Seliger

Der Weihnachtsbaumhain meines Lebens
Wäre eines der prächtigsten Wildschweinverstecke,
Der Geschenketurm jährlichen Gebens
Reichte bei mir bis zur domhohen Decke,
Das Leid der mich labenden Tierleiberei
Trieft vor rudelauslöschender Schuld,
Doch spricht mich von weit'ren Erklärungen frei:
Die über dem schwärende Huld.

Dommuseum & das eintausenddreihundertvierzigste Gedicht

Im Dommuseum in Mailand

Influencer

Da ist diese Sehnsucht der jobmäßig Coolen
Im dehnbaren Nabel der Massen zu pulen.

Duomo & das eintausenddreihundertneununddreißigste Gedicht

Der Dom in Mailand

Dombesuch

Dom, bumm, Dom, bumm, Platz da, klotz,
Drum Zier-, drum Zierrate, protz,
Prachtwucht, Prachtwucht, ausgestatt,
Statumäldestranzen satt.

Schirmherr & das eintausenddreihundertachtunddreißigste Gedicht

Auf dem Dach vom Dom in Mailand

Unter Aufsicht

Du heißt mich unter Aufsicht zu schreiben,
Mein Talent nicht am sprunghaften Rausch zu verschwenden.
Doch höhlt dein sittsam Im-Recht-zu-bleiben
Zu viel Dunkles, um all meinen Aufruhr zu blenden.

Strada & das eintausenddreihundertsiebenunddreißigste Gedicht

Weihnachtsbummel in Mailand

Mailand im Novembermeer

Mailand im Novembermeer
Schwaden süßer Güte
Perlend sprudelt der Verkehr
Auch: sehr schöne Hüte

Domplatz & das eintausenddreihundertsechsunddreißigste Gedicht

Der Domplatz in Mailand

Mailand

Korridor und Quarantäne,
Erster Chor des "tutto bene!" -
This land is Mailand, Goethesöhnchen!
Die Kommunion der Kaffeböhnchen,
Der Grundkurs einer Eingewöhnung.

Geschäfte und Geschäftigkeiten -
Pünktlich zu fast gleichen Zeiten!
Kaum Grund, sich umzuorientieren,
Man hustet nicht beim Inhalieren,
Doch den Blick, ihn mäandert schon andere Tönung.

Und unfertig leicht sagt man hier: "Italiener?
Fühl'ma manchma selbs wie eena!"

Shoppingtempel & das eintausenddreihundertfünfunddreißigste Gedicht

Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand

Gruß aus der Sänfte - getragenes Tempo -

Insgeheim kann ich schon spüren,
Wie die frühen Starallüren
Schür'n die Divenhaftigkeit.

Manch Kritik greift auch zu weit –
Es mäkelt die Verteidigung:
Majestätsbeleidigung!

Spart Euch das, ruft freudenvoll:
Ach, was reimt der Boy doch toll –

Hoch lebe er, der Klötgen Frank,
Auf seiner drögen Sänftenbank!

St. Agapitus & das eintausenddreihundertvierunddreißigste Gedicht

Statue von St. Agapitus im Dommuseum Mailand

Kinderreim (die Guten aufs Töpfchen, den Schlechten vors Köpfchen)

Im ganzen Land
Ist wohlbekannt:
Das Kind, das seine Eltern schlägt,
Das kriegt die Hände abgesägt.
Und fängt es dann zu schimpfen an,
Ist gleich hernach die Zunge dran!

Doch wenn ein Kind sich gut beträgt,
Wird's auch von keinem angesägt
Und ist bei jedermann beliebt.

Wie schön, wenn's art'ge Kinder gibt!

Mailand & das eintausenddreihundertdreiunddreißigste Gedicht

Auf dem Dach vom Dom in Mailand

In Italien

In Italien grinst die Sonne viel breiter,
Blitzt verschmitzt deine käsigen Backen.
Du fühltest zum Ausgleich dich leistungsbereiter
Und denkst du dir nun selbst: Allet klar, Kerl, geh kacken!

Woran du nur nippst hier, füllt dein ganzes Gebiss!
Im Genuss wirkt die Welt doch viel welter!
Momentanrunderneuert bleibt dir dann gewiss,
Du bleibst dieser Sonne ein ewig Verprellter!

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