Grünmeerkatze & das neunhundertzweiundfünfzigste Gedicht

Grünmeerkatze an der Kazile Island Lodge

Feind Affe

Durch dein smartes Geschick komm'n wir uns ins Gehege
Denn die Unartigkeit deiner Art sucht sich Wege
Die in meiner Sanftmut-Ranch unakzeptabeln

Solch pfiffiger Witz ist nur statthaft in Fabeln

Ich schließe meine Tür gut ab
Verschanze alles, was ich hab'
Kleb' noch die letzte Ritze zu
Verplomb' das Zelt zum Schlitzohr-Buh!

Fast dauert's mich, dir wirklich gar nichts zu gönnen ...
Doch schmeicheln ja Aufwand und Müh' deinem Können!

Hornrabe & das neunhunderteinundfünfzigste Gedicht

Hornrabe

Der Hornrabe als Fotomotiv

Die Erhabenheit des Raben
Mit Fratzigkeit etwas zu mildern
Soviel Understatement zu haben
Beschert ihm Kaskaden an Bildern

Kazile Island Lodge & das neunhundertfünfzigste Gedicht

Kazile Island Lodge am Kwando

Tented Camping

Wo der Strom fehlt, gibt es die meisten Geräusche -
Pfeift ein nächtlicher Vogel, ist's ein Frosch? Nun, ich täusche
Mich gern hinein ins Unbedarftsein,
Werd' mir Deutungen von der Exotik entleih'n:
Dort schnauft grad ein Hippo, dort heult die Hyäne,
Dort raschelt des Löwen vergoldete Mähne,
Verstummt im Schrei ein Beutetier ...

So deute ich das Dunkel mir
Und dämm're in dies Hörspiel hin,
Bis dass ich zugehörig bin.

Am Morgen lässt Generatorenbrummen
Alle Verbundenheit wieder verstummen.

Chobebewohner & das neunhundertneunundvierzigste Gedicht

Hippos im Kwando River

Hippothese

Das Hippo liebt kein Pipapo –
Die Hippen posen anderswo.
Denn bei solch BMI-Niveau
Ist tags flanieren ein No-Go!

Drum tippelt es erst nachts ins Gras,
Nach siebzehn Stunden Badespaß,
Eingedippt bis zu der Nas' –
Ein Hippoleben lang. Das war's.

Nimmersatt & das neunhundertachtundvierzigste Gedicht

Afrikanischer Nimmersatt und Impala

Die Langmut der Leidenden

Unvermutet
Überflutet

Gott hat's uns so zugemutet

KÜStenKArneval & das neunhundertsiebenundvierzigste Gedicht

Flug nach Swakopmund

Nach der Unabhängigkeit

Ich steh' an einer Plüschbar
Vom Skakopmunder Küska
Am Rande des Verstands

Hier, wo sich alte Zeiten
Ein kleines Jetzt bereiten
Im Schoß verlor'nen Lands

Das, was aus alten Bauten
Die Einstigen beschauten
Ruft scheu noch sein Helau

Ein Stückchen Nordseebade
Im Glück der Maskerade ...

Entplüscht es nicht zu rau!

Okavango & das neunhundertsechsundvierzigste Gedicht

Auf dem Okavango

Im Fluss

Es fließt ein lyrisches Gefühl
Durch des Okavangos Stille
Strudelt stolz zum Chorgestühl
Und zerströmt in Wille, Wille

Frühstücksablenkung & das neunhundertfünfundvierzigste Gedicht

Nashörner an der Ghaub Lodge

Nashorn am Morgen

Das Frühstück, das wir verpasten
Weil drei Hörner den Rasen benasten
Wird ewig mir im Magen sein

Es ruht das Unvergessliche
Nicht im Öle und nicht im Ess-Iche:

Man schluckt es pur ins Hirn hinein

Nilkrokodil & das neunhundertvierundvierzigste Gedicht

Nilkrokodil am Chobe

Unterwegs mit dem Inspirationsgott

Dichtergott, sach, wat verlangsdo
Für ein Wort wie Okavango?
Tausend Euro tät ich geben
Und mich eil'n, sie abzuheben!

Ach, du schenks mir Okavango!?
Lieber Gottasachichdango!

Etoshapfanne & das neunhundertdreiundvierzigste Gedicht

Etoshapfanne

Etoshapfanne

Greift die Weite nicht mehr breiter
Geht es an den Seiten weiter

Mit dem voll entleerten Feld
Misst sich nur das Himmelszelt

Seiten

Frank Klötgen - Post Poetry Slam - täglich frische Gedichte & Fotos RSS abonnieren