The Cure & das zweitausendeinhundertneunundsiebzigste Gedicht

Robert Smtih 2022 in der Olympiahalle München

Idolnähe

Partout musst den Pathos du gut portionieren
Und schmusig geschmeidig sein, ohne zu schmieren!
Doch schulterst du, was du da auftrugst, pur aufrecht -
So blicke ich, lernend, auch gern zu dir auf, echt!

Wittelsbacherplatz & das zweitausendeinhundertachtundsiebzigste Gedicht

Fotoausstellung am Wittelsbacher Platz

Münchner Spätherbstsommertag

Hochselig sprüht Genügsamkeit,
Wo Münchner heut flanieren,
Sprotzt vor gesotten satter Zeit,
Hilft feist beim Herbst-Negieren.

Und jeden freut's in Warteschlangen
Brav sich einzureihen.
Klar, teuer wird's, doch s'wird auch langen!
Keinesfalls zu zeihen
Wär, dieses werte Wetterglück
Nicht vollends auszunutzen
Und dann der Wolkenfront verzük-
Kungssturköpfig zu trutzen!

Durch München schwelgt der schöne Schwur:
Es kann uns nichts passieren!
Jed Dämpfer lädt zur Wellnesskur,
Zum ungestüm Flanieren.

Bauerntheater & das zweitausendeinhundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Im Bauerntheater Schliersee

Im Dialektischen

Ein Dialekt versteckt sich nicht,
Er spreizt vielmehr die Beine -
Es tollt hinter der Hymenschicht,
Doch Wegweiser gibt's keine!

Die Tourist-Info weiß sehr viel,
Nur kann sie's dir nicht sagen -
Betrachte du ihr Zungenspiel
Und stell dir selbst die Fragen!

Schlierseeskyline & das zweitausendeinhundertsechsundsiebzigste Gedicht

Kirchturmskyline von Schliersee Ort

Warum ich mich dir ungern geschlagen gebe

Ich hab so viel an Artigkeit
In deiner Art erkannt -
Doch, ach, vergebens wart ich seit
Dies Bild in mir entstand
Auf diesbezüglichen Beleg!

(Denn Prügel sind der falsche Weg.)

Goldelse & das zweitausendeinhundertfünfundsiebzigste Gedicht

Blick auf die Siegessäule bei der Solidaritätsdemonstration mit den Protesten im Iran

Also, ... (Drei Erklärungen meiner vermeintlichen Uneindeutigkeit auf Slam-Bühnen)

- 1 -
Oftmals werd'n große Themen und Fakten besprochen,
Um sie dann bloß in Schemen ad acta zu lochen.

- 2 -
Klar, sind manche Essenzen unendlich verkeimt -
Aber zu Selbstverständliches wird nicht bereimt.

- 3 -
Effektiv reift nur Beahnendes
In tiefgreifend Gemahnendes.

Königin Luise & das zweitausendeinhundertvierundsiebzigste Gedicht

Königin Luise Denkmal im Berliner Tiergarten

Neues vom Zeilenschinder

Ein ungeringes Wagnis soll die erste Zeile sein,
Der zweiten fehlt es bereits an jeglicher Geschmeidigkeit,
Der dritten fehlt ein ....
Die vierte fragt irrend nach ihrem Bezug,
Der fünften ist's gemeinhin gleich,
Die sechste war's, die barsch erschlug:
Sieben Silb auf einen Streich!
Auf Folgendes gibt niemand acht -
Nur Zeile Eins hält noch die Wacht.

Grote Markt & das zweitausendeinhundertdreiundsiebzigste Gedicht

Der Große Markt in Brüssel

Bilanz im Herbst

Gülden streicht der Seelenpinsel
Mit der weichsten Quaste
Und erwärmte Blattgerinnsel,
Sprungbereit vom Aste,
Fangen seine Farbe ein.

Ich wollt dieses Jahr noch küssen,
Ehe es mir blindet,
Dass man's in den Zeitenflüssen
Einst auch wiederfindet,
Ihm noch etwas Glanz verleih'n!

Doch schon ruht im späten Licht
Weisheit wider Ehrgeiz,
Schnurrt in Schönheit: Sorg dich nicht,
Jedes Jahr birgt mehr Reiz!

Tölendenkmal & das zweitausendeinhundertzweiundsiebzigste Gedicht

Zinneken Pis in Brüssel

Schwabinger Schlachtruf

Wir wollen die Enormen sein,
Man zwängt uns nicht in Formen rein!

Man kriegt uns nicht bedingungslos,
Wir sind vor allen Dingen groß!
Wir sind wie Frau von Reventlow:
In München ein Event und Show!

Wir wollen uns enorm erheben!
Als hätt's dies nie zuvor gegeben ...

Haltestellensimulation & das zweitausendeinhunderteinundsiebzigste Gedicht

Comic auf einer Fassade in Brüssel

Spätes Frühstück

In Käse dräut der Überdruss
Mit unbestimmten Noten.
Ich fläze mich im Nicht-Entschluss,
Wo Eile wär geboten.

Ach, heilige Uneinsigkeit
Im Tee jeder Entscheidung!
Ich füttre dich mit meiner Zeit,
In zu bequemer Kleidung.

Es knuspert auch ganz ohne Biss -
Das wahrt mir meine Ehre
Und sei, sagt mir mein Selbst-Beschiss,
Die Art, wie ich mich wehre.

Cervantes & das zweitausendeinhundertsiebzigste Gedicht

Don Quichotte und Sancho Pansa am Brüsseler Zentralbahnhof

Wahl der Waffen

Nimm gern nach abstrusestem Stänkern
Im Schoß meiner Großmutlust Platz!
Gern schütz ich dich dort vor den Henkern,
Bin Schurz dir und Trutze der Hatz.

Doch Großzügigkeit ist ein Geben,
Das dringt auf des Nehmenden Wert!
Zieh‘n sich nur aus Selbstsucht die Gräben,
Hast du all dein Wüten entehrt.

Seiten

Frank Klötgen - Post Poetry Slam - immer frische Gedichte & Fotos RSS abonnieren