München

Fotos aus München, seit 2014 Stammsitz der Reimerei Klötgen. Unzählige Auftritte während der Tour 2016. Und danach quasi alleinige Dienststelle in Sachen meiner Poesie.

U-Fröttmaning & das eintausendsiebenhundertneunundvierzigste Gedicht

U-Bahnhof Fröttmaning bei Sonnenuntergang

Nach dem Pamphlet

Selbst der die Unermesslichkeit streifende Schatz
Scheint letztlich ersetzlich zu sein -
So erschien dein Furor mir vorm vorletzten Satz
Im Grunde verletzlich und klein.

Kanzel & das eintausendsiebenhundertachtundvierzigste Gedicht

Außenfassade der Allianz-Arena in der Abendsonne

Hexenjagd

Da kreucht es flink im Hexennest -
Ein sattes Glied entsetzt!
Der Inquisitor bebt und bellt,
Das Schlüpferchen benetzt,
Wenn Phantasie mit kühnstem Strich
Verpeinlicht das Befragen,
Dass schlimmster Ahn bestätigt sich -
Kaum lässt es sich ertragen! -
Doch da wir schon so tief gebohrt:
Wie deep drang JENER ein?
Enthemmt ergießt sich Wort auf Wort,
Erlöst von all der Pein.

Ein Stigma ist ein hohler Schlund,
Den Eifernde verfüllen.
Es braucht dazu nicht viel an Grund,
Nur unbeürrten Wüllen!

Ornithologie & das eintausendsiebenhundertsiebenundvierzigste Gedicht

Amsel am Frühsommertagsabend auf dem Frötmanninger Haldenberg

Mit Verdächtigen beschäftigen

Was hat denn das früh're Modell eines Affen
Nun plötzlich mit all den Rebellen zu schaffen?!

Da dein Selbstbild spricht hehr von Kulturtranskription,
Geht das Fremdbild doch eher in Richtung Spion.

Versunkenes Dorf & das eintausendsiebenhundertsechsundvierzigste Gedicht

Skulptur "Versunkenes Dorf" zur Erinnerung an Frötmanning

Neue Aufgaben

Ich esse heute meinen Magen,
Beräts'le nie gestellte Fragen,
Werd tief versunk'ne Wracks betanken
Und öffne nicht vorhand'ne Schranken.

Die Schäden könnte ich beheben,
Will im Akkord Erlaubnis geben,
Lass unfassbare Mengen bleiben,
Würd fast acht Zeilen davon ...

Alte Weide & das eintausendsiebenhundertdreiundvierzigste Gedicht

Relief an der Außenfassade der Borstei

Klassentreffen

Fürs gemütliche Treffen unter alten Kollegen
Trieb die Welt uns recht weit vom Zurück.
Ein paar Bojen umdümpeln noch unser Deswegen
Für ein kurz zu sich findendes Glück.

Es tat gut, sich nach all der Zeit mal zu seh'n!
Und war das Weswegen auch nicht zu versteh'n -
Wir standen im einstgen Verständnis uns nah.
Und mit uns posierte fürs Foto ein Da.

Balkonerwachen & das eintausendsiebenhundertneununddreißigste Gedicht

Ranunkeln und Vergissmeinnicht blühen auf

Zeitenwendeleien

Plötzlich stand die Veränderung drohend im Raum,
So als müsst man in Panik geraten.
Nur dich als Betroffene rührte es kaum
Und du sagtest: Da kann man nur warten.

Denn wie viel von dem Umbruch bei Eintritt verglüht -
Das betrachtet man besser von Rändern.
Und wenn im Jahr drauf alles wiedererblüht -
Meist verspürt's wenig Zwang sich zu ändern.

Entfaltung & das eintausendsiebenhundertsiebenunddreißigste Gedicht

Obstblüte in Moosach

Charisma

Rückt Charisma ers'ma auf Sendefrequenz,
Ist's um Augenwisch zünftig gescheh'n -
Die Metaphysik zaubert Megapräsenz
Und die Wirkmacht drängt Sehnen ins Seh'n!

Der schiere Moment schillert zeitenentrückt -
Von der Strahlkraft und Aura betört.
So lang die Magie der Verführung beglückt,
Wird des Zeitgeists Blabla überhört.

Wo sacht als Verdacht sich ein Geist offenbart,
Sprudelt süßsuggestiv ein Kanal,
Der dir all die Verwirrung des Irrens erspart -
Jeder Lebenswert ist Ritual.

Ickinger Schwan & das eintausendsiebenhundertfünfunddreißigste Gedicht

Schwan am Eisweiher Speichersee bei Icking

In den Tugenbergen

Auf diesen kargen Höhen ist der Gipfel der Erwartbarkeit:
Die nächste große Dürre lässt vielleicht sich noch ein Jährchen Zeit?

Da die neue Nation sich dem Fortschritt verschrieben,
Ist man hier statt zurück noch zurücker geblieben.

Weil man ob seiner Armlichkeit nicht-int'ressiert,
Blieb ein Äon manch Tradition konserviert.

Eisweiher & das eintausendsiebenhundertvierunddreißigste Gedicht

Eisweiher Speichersee bei Icking

Der Kenner

Kenia? Kenn i a!
Is dös net in Afri ...?

Verwurzelt & das eintausendsiebenhundertdreiunddreißigste Gedicht

Wurzeln am Hang zum Isarufer

Kritischer Passagier

Ich geb zu, ich bin kein Freund von Flugzeugabstürzen!
Nun hab ich's zwar nie selbst probiert,
Aber Dingen, die derart ein Leben verkürzen,
Begegne ich prinzipiell sehr reserviert!

Schon allein das Geschrei, wenn die Nase sich senkt!
Da soll mir doch keiner behaupten,
Dass irgendwer dann "Boah, isch lieb das voll!" denkt
Von den bald ihres Lebens Beraubten!

Für mich ist das nichts - ich find, Flugzeugabstürze
Sind dämliche, neumodisch-haltlose Fürze!

Da soll niemand entgegnen, mir fehle der Mut -
Ich find diesen Hype schon als solchen nicht gut!

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