Religion & Philosophie

Weltreligionen und spirituelle Erhellungen sowie religiöse Bräuche, Themen und Protagonisten in Versen.

Hinterseebank & das zweitausendeinhundertzwölfte Gedicht

Badebank am Hintersee bei Ramsau

Lückennießer

Sitzend unter 'nem Balkon
Bei ewig währ'nden Regen -
Fraglich freilich, was hab ich davon,
Mich hierhin zu bewegen?

Doch erkenn' im Lichterstrahl
Sich Flattertier bugsieren,
Sirrend: "Regen? Mir egal.
Muss ich halt lavieren ...!"

Und es stimmt: Sie retten sich. Weil in allem Gepladder die Lücken ja da sind!
Dass die Sichtbakeit nie alle Chancen dir nimmt - bleibe dir dieses Glücks immer gewahr, Kind!

Abgeschirmt & das zweitausendneunundneunzigste Gedicht

Ladengasse in der Altstadt Bratislava

Im falschen Zuhause

Wahrlich, ich führe ein wunderlich Leben,
Das leider verfälscht wird von Fremdrequisiten.
Ja, ich fühlspüre mich deutlich daneben -
Und kann über keinerlei Ding hier gebieten.

Randvoll und unverlangt bin ich umgeben
Von Auswüchsen mir doch versagter Renditen.
Aussichtslos, Blickwerk und Köpfchen zu heben,
Umbaumelt mein Kinn ihr Schild "Mich kann man mieten!".

Mitter- und Lödenseepassage & das zweitausendeinundneunzigste Gedicht

Der Übergang von Mitter- zum Lödensee bei Reit im Winkl und Ruhpolding

Verlust & Stolz

Die wieviel größte Sünde
Ist die schnöde Vorhersehbarkeit?
Sie stößt dich ab in Gründe,
In die Ödnis verlorener Zeit.

Den Countdown deines Lebens
Macht umgähnte Zeit doppelt bewusst.
Im Dunkel inn'ren Bebens
Überschlägst du bereits den Verlust.

Du sprichst zurecht den schuldig,
Der Vorhersehbarkeit brät zur Pein.

Verbleib mit Stolz geduldig -
Ein Zuviel an Beschwerde macht klein!

Palmenrindenhintergrund & das zweitausendneunundachtzigste Gedicht

Palmenstamm am Strand von Varadero

Niederschwellig grinsen

Vom Gerade-so-viel
Übers Klein-aber-fein -
Der Weg ohne Ziel
Kann der lohnendste sein.
Was niemand erwartet, mag glücklich sich fügen
Zum Schmuckstück, zum Kleinod aus reinstem Vergnügen

Osterdeich & das zweitausendsiebenundfünfzigste Gedicht

Die Weser am Osterdeich in Bremen

Weserufermorgen

Am Morgen, wenn die Nebel sich, scheint's, zunehmend verdichten,
Mag ich geballte Zuversicht auf spätre Stunden richten.
Die Weser trägt die Zuversicht als Meer in ihrem Willen,
Das nebulös grad zu mir spricht - so denke ich, im Stillen.

Kloster Weltenburg & das zweitausendsechsundfünfzigste Gedicht

Kloster Weltenburg

Waldschluchtrausch (Unter Seinesgleichen)

Und es säumen Majestäten
Wie im Beilauf die Natur,
Ragen, ragen im gesäten
Atemraubapplausparcours.

Imposanz pflanzt zu erdrücken
Mein bloß staubkorngroßes Ich.
Rasch entwunden durchs Entrücken,
Fühle ich mich königlich!

Piazza Bodoni & das zweitausendachtunddreißigste Gedicht

Die Piazza Bodoni in Turin

Plätze für Größe

Nun über die ganz großen Plätze zu geh'n
Nahe Statuen bedeutender Leute,
Mag ich als mein Chäncechen auf Einsicht versteh'n -
Da ich Demut aus Dümmlichkeit scheute.

Schon schärf ich geschätzten rebellischen Sinn
Unterm Schein von bewährteren Schätzen.
Dem Straßenlärm nicht mehr gewahr, denn ich bin
Auf dem Weg zu noch größeren Plätzen.

Spiezer Wein & das zweitausendsiebenunddreißigste Gedicht

Auf dem Erlebnispfad Spiezer Rebberg

Das rote Kornfeld

Diesem Feld entwächst seit Generationen
Und immer rotes Korn.
Derweil haben wir, die es rührig umwohnen
Unsre Leben und Kriege verlor'n.

Ach, könnten wir doch mit dem Sonnenlicht späh'n,
Wenn's die schwankenden Halme durchdringt!
Uns bleibt nur, sie alljährlich niederzumäh'n -
Im Wahn, der nichts wirklich bezwingt.

Es wellen die Blätter im Sturmwind dahin,
Ganz ohne Arg und Zorn.
Es ruht die Gewissheit vom Wiederbeginn
Im frisch aufgerichteten Korn.

Alpenausrüstung & das zweitausendsiebenundzwanzigste Gedicht

Wandschmuck an der Fassade des Hauses der Großmutter im Dorf Grimentz

Glocken und Schellen

Die Glocke reißt ein und verliert ihren Klang.
Die Schelle verbeult und büßt ein manchen Rang:
Vom Klingeln zum Bimmeln zum Klimpern und Scheppern -
Bis wir sie genervt letztlich gänzlich zerdeppern.

So scheint überall uns zur Auswahl zu steh‘n:
Mit Inbrunst zu kämpfen / in Würde zu geh‘n.

Bella Tola & das zweitausendeinundzwanzigste Gedicht

Auf dem Weg zum Bella Tola Lift im Gebiet St. Luc/Chandolin

Ins Ungespurte

Wenn Weichheit immer leiser klingt
Und sanfte Einschlafweisen singt,
Will ich von Seelenruhe schwafeln,
Am Tisch der Esoterik tafeln ...
Schon wollen mich alle Bäume umarmen,
Es schreibt jeder Schneeflockenfall meinen Namen!
Und mich verschlingt der Pulverschnee,
Dessen grundkühle Sprache ich plötzlich versteh ...

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