Religion

Weltreligionen und spirituelle Erhellungen sowie religiöse Bräuche, Themen und Protagonisten in Versen.

37 Idiotengedenken & das achthundertzweiundachtzigste Gedicht

Friedhof Kaltern am See

Serientod

Woher rührt diese nie gekannte, rohe Unerbittlichkeit?
Aus Ungeduld mit jenem Schlussstrich, der nun nach einem Zepter schreit?

Man schonte doch das Anverwandte trotz nichtigster Verwendbarkeit!
Wann kam der Drift zum "Kann, doch muss nich!"? Wann befand man "Es wird Zeit!"?

Gott scheint bisweilen doch sehr unkonzentriert bei zu vielen Nebenfiguren
Überfluss wird dann herausliquidiert - ganz ohne erkennbare Spuren

27 Männerkunde & das achthundertzweiundsiebzigste Gedicht

Ruhpolding Ausblick

Unverzeihliches

Das Unverzeihliche bleibt in der Welt
Wie ein passloses Alpenmassiv
Für mögliche Freisprüche zu sehr entstellt
Zu maßlos, zu schmerzhaft, zu tief

Doch möchte die Welt nicht nur fassungslos flennen
Lässt allerlei Münder Begründungen nennen
Nach denen man scheinheilig dann nur bemisst
Dass etwas unverzeihlich ist

22 Stängelabzählen & das achthundertsechsundsechzigste Gedicht

Am Max-Eyth-See Stuttgart

Erste Konfrontation

Es streckt sich alles Neuentdeckte
In nie mehr zu tilgende Sichtbarkeit

So ehre das vor dir Versteckte
Als letzten Garanten der sorglosen Zeit!

4 Zinkenspitzen & das achthundertachtundvierzigste Gedicht

Potsdams Neuer Markt

Parallelkarrieren

Wie Parallelkarrieren
Aus fremderleuts Haarschnitte locken!
Wie wir als Gewordene wären
Gehindert durch andere Brocken?

Wer sich in dem schwindenden Spiegel
Als Alternative so zeigt!
Wer wär' ich, wenn andere Riegel
Mein Sonderwegdasein vergeigt?

Welch nicht zu ergründende Schrullen
Die Merkwürdigkeit offenbart!
Welch Selbstgewissheit drängt zu nullen
Mein Wesen der anderen Art?

Santuario della Consolata & das achthundertdreiundvierzigste Gedicht

Santuario della Consolata Turin

In Kirchen

Der Prunk ist zu hellloser Stille gezügelt
Und in die Gemäuer ward Reue geprügelt
Die Demut durchschwirrt diesen Raum in 3D

Nur ich muss nicht glauben an was ich hier seh'

Vercelli & das achthundertzweiundvierzigste Gedicht

Basilika Sant Andrea Vercelli

Sindone di Torino

Dass ich nach dem Grabtuch
Einen ganzen Tach grub
War auf seine Art 'ne Tat
Durch die ich Turin vorm Ruin hab bewahrt

Berliner Volksbankrest & das siebenhundertzweiundachtzigste Gedicht

Zentrale der Berliner Volksbank

Grundsatz und Einwand

Das Prinzip, es denkt für mich
Im Prinzip verrenkt's auch dich

Homebaum & das siebenhundertneununddreißigste Gedicht

Christbaum der Familie Klötgen

Jauchzet, frohlocket!

Nun, Krippenplätze sind begehrt
Drum wird das Jesuskind verehrt

Tor 1 & das siebenhundertfünfzehnte Gedicht

Frank Klötgen im Taj Mahal Palace

... und der Wirt war Gott

Um Unfug wirrt das Wahr ...

Tegernseewasser & das siebenhundertachte Gedicht

Tegernseewasser

Be Babylon

Na, altes Mädchen, den Rock wieder lüften?

Mein Welthorizont klemmt sich um deine Hüften –
dem Hort einer Hoch(mut kommt vorm Fall)-Kultur!

Ein Hoch der zweiströmigen Beinhaarrasur
für die tätschelnde Klaue am Unversuchten!

Doch war ja dein Höhenflug schnell überbucht, denn
es erscholl nach dem XXL-Sündenfall
nur noch göttlicher Groll: "Sach'ma, spinn'n die denn all?!"

Und Monsieur ohne Sünd' warf den ersten Stein
direkt in deine Fresse rein

Die Pimps übernahm'n dein Vermächtnis und Ruder
Ich frag' mich, was noch an dir echt ist, du Luder!

Man wähnt ja unerschütterlich
im Genpool unsrer Mütter: dich

Nur ...
was willst du mit 'nem Babyfon?
Du bist 'ne Hure, Babylon!

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