Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Durchhalteparolen & das zweitausendvierhundertdreißigste Gedicht

Fassade im Zentrum Havannas

Prince of Neverland

Irgendwo bestürmen Katastrophen
Schon die Vororte meiner Saisonfröhlichkeit.
Irgendwo triumphieren schon wieder Doofen -
Und man darf nicht vergessen: Wir sind nur zu zweit.

Irgendwo wird mit maßlosem Blutdurst
Die Höhe der Schmach schon behechelt.
Und du schwafelst noch immer von Mut, Wurst?!
Überall wirst du immer belächelt!

Ich weiß, du glaubst im Nach-wie-vor
Schlicht nie an Niederlagen -
Sagst: "Irgendwann fällt noch ein Tor!"
Und stellst dich keinen Fragen.

Alle Möwen Evelyn & das zweitausendvierhundertachtundzwanzigste Gedicht

Möwe @ Varadero Beach

Ripostegedicht auf das Buch "Lob der Faulheit" von K. Kusenberg

Evelyn Dahm, 15. VII. 61 (eine Signatur)

Im Buch der Faulheit, Evelyn,
Hast du nicht viel gelesen!
Du bist, drum gibt’s auch nichts zu süh'n,
Hierzu zu faul gewesen.

Was bringt man im Detail noch bei
Den'n, die schon alles kennen?
Vom Drang nach Überbieterei
Gilt's hier sich doch zu trennen!

Im Faulsein kann nur Meister sein,
Wer nie danach gestrebt.
Denn jeder Eifer schläft gleich ein,
Sobald man Faulheit lebt.

Es gibt ja durchaus viel Facetten,
Die zu beleuchten wären -
Doch braucht dies Zeit, die wir gern hätten,
Um Faulheit zu vermehren.

Wer sagt, er sei besonders faul,
Macht sich sogleich verdächtig.
Wer wirklich faul ist, hält sein Maul -
Des so Verübtens mächtig.

Ich glaube, Evelyn begriff,
Dass Faulheit dem entschwindet,
Der sie verwöhnt mit letztem Schliff,
Sich bis zur Krönung schindet.

Drum hat sie auch das Buch markant
Als ihr Revier markiert -
Doch ganz im Sinne, was drin stand,
Den Inhalt ignoriert!

Badetag & das zweitausendvierhundertsechsundzwanzigste Gedicht

Varadero Beach

Dem Sonnenbrillenglas

Du bist ein wahrer Star-Artist,
Tünchst Scheenet um in "scheener".

Wie schau und blau ditt Meer grad ist -
Ditt ahnt da draußen keener!

Plaza Vieja & das zweitausendvierhundertfünfundzwanzigste Gedicht

Die Plaza Vieja in Alt-Havanna, Kuba.

Einladung/Upload

Durch Wartebalkenladezeiten
Magst du mich als mein Star begleiten -
Gewahr, ich hab mich allzubald
Zurück ins Upload-Lot gekrallt
Und Deiner dann vergessen.

Bis dahin sei mein Sternenzelt -
Und gern könn'n wir in jener Welt
Gemütlich abendessen!

Calle Damas & das zweitausendvierhundertvierundzwanzigste Gedicht

Blick vom Hostal Mango in die Calle Damas

Dabei hatte doch alles so gut angefangen!

Heut hab ich eine Häuserschlucht
Von der Veranda aus besucht.
Ich tönte "Du bist ganz mein Fall!"
Zu der Geräusche Widerhall,
Dann schritt ich ans Geländer
Und rieb mir meinen Ständer.

Cristo De La Habana & das zweitausendvierhunderteinundzwanzigste Gedicht

El Cristo De La Habana

Außerstande
Ein weiterer Songtext fürs nächste Marilyn‘s Army Album.

Ich bin reich beschenkt wie sparsam
Und komm ständig in Gewahrsam,
Da, wo ich gefährlich wehrlos bin -
So hin und weg, so weg und hin

Es ließ sich so viel mehr versteh'n,
Vielleicht gelangt man dahin aus Verseh'n
Allmählich mit der Zeit
Und irgendwann halt gegen sie

Bin außerstande zu versteh'n:
Wer hat hier was wann überseh'n?
Bin außerstande zu versteh'n:
Wer hat hier was wann überseh'n?
Wer? - Was? - Wann?

Ich bin resolut wie wabernd,
Ständig Trendgerechtes labernd,
Ich hab Zwei addiert und Eins im Sinn -
So außen vor, so mittendrin

Es ließ sich so viel mehr versteh'n,
Vielleicht gelangt man dahin aus Verseh'n
Allmählich mit der Zeit
Und irgendwann halt gegen sie

Bin außerstande zu versteh'n:
Wer hat hier was wann überseh'n?
Bin außerstande zu versteh'n
Bin außerstande zu versteh'n

Hartgestrüpp & das zweitausendvierhundertachtzehnte Gedicht

Anmutungen

Ach, ihr seid noch gar nicht vorbestraft?!
Hat man euch nie erwischt?
Habt ihr per Ausseh‘n mich verarscht,
Verruchtheit aufgetischt?

Rasiert man außerhalb vom Knast sich
Denn derart hart den Schädel?
Blasiertheit war‘s allein, dass fast ich
Evakuiert‘ mein Städel!

Die Tattoowucht entsprang allein
Spätjugendlichen Zwängen?
Gefängnis stünd euch wirklich fein!
Ich will euch da nicht drängen,

Doch optisch passt ihr wunderbar
Auf den Justizvollzugsalltar!
Die Härte, die ihr darstell‘n wollt -
Die ließ sich dort beweisen!
Ihr würdet nur, dort reingetrollt,
Halt weniger verreisen.

Happy Blühday & das zweitausendvierhundertsiebzehnte Gedicht

Obstblüte im Botanischen Garten München

Zum unrunden Geburtstag

Warum denn nur in Zehnerschritten
Gäste zum Buffetsturm bitten?
So feiern wahre Jubilare
Halt nur alle Jubeljahre...!
Darf‘s nicht zum Rundum-Glücklichsein
Auch mal ein Stückchen unrund sein?

Alle Rechte bei Susanne Bleicher-Kaikkis, die das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2024 erstanden hat.

Cinco Palmas & das zweitausendvierhundertsechzehnte Gedicht

Varadero Beach beim Hotel Cuatro Palmas

Hengststirnigkeit bei der Souvenierwahl

„Hast du mir etwas mitgebracht,
Von deiner Zeit im fremden Land?“

„Fühl mal hier, autsch!, sachte, sacht ... -
Da schwelt ein feister Sonnenbrand!
Ein eher ärmlich‘ Souvenir,
Schien erst wohl dessen Wärme mir,
Doch ich fand, die lang vermisste
Stand fast zwanghaft auf der Liste
Dräng’ster Mängel im Daheim!“

(Denkst du jetzt „Welch Hengst von Reim!“?)

Weilheimkirchturm & das zweitausendvierhundertzehnte Gedicht

Kirchturm von Weilheim

Auf unintendierter „Ach, so funktioniert das!“-Expedition

Es ist gemeinhin gut gewürzt der Unterführungspissgeruch,
Er reizt und beizt die Atemwege.
Erst kürzlich ertappt‘ ich ne Miss beim Versuch
Der Pissgeruchsentstehungspflege.

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