Erde

Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Rathen-Wehlen & das sechsundsiebzigste Gedicht

Bahnhof Stadt Wehlen

Irgendwo zwischen Rathen und Wehlen geschrieben, mit Schlamm am Schuh und Blick auf das Elbsandsteingebirge. Am Bahnhof Stadt Wehlen fotografiert, Selfie 2.0.

Wild West

Hier liegt die Prärie meiner Inspirationen
Ich weiß, dass da tausend Gedichte drin wohnen
Doch manchmal ist's so, dass - zu meinem Bedauern
Ihn'n all meine Worte vergeblich auflauern

Du fragst, ob an solch' Waidmannsleid ich mich störe?

Das gleitende Schreiten der Dichter-Flaneure
Zieht auch im leeren Schritt und Tritt
Sich stets ein Bild der Wildnis mit

Albertplatz & das vierundsiebzigste Gedicht

Dresden Kästner-Museum

Beim x-ten Dresden-Aufenthalt immer noch keinen Besuch des Kästner-Museums am Albertplatz eingebunden. Aber der Skulptur mit dem Zitat aus "Als ich kleiner Junge war" einen kurzen Besuch abgestattet.

Als ich ein kleiner Junge war

Als ich ein kleiner Junge war
Hab ich selbiges Buch Erich Kästners gelesen
Der war zwar selbst schon nicht mehr da
Und ist dennoch mir irgendwie nahe gewesen

Solltest du, Bub, im Papier mal verweilen
Da ich längst geworfen vom Rappen der Zeit
Schnapp dir die Zügel der passendsten Zeilen
Gib Spuren die Sporen, blick vorwärts und reit!

Kurzbesuche & das dreiundsiebzigste Gedicht

Stallhof Dresden

Kurz und bündig.

Locus Focus

Ziele Viele
Eins Deins

Dresden & das zweiundsiebzigste Gedicht

Altstadt Dresden

Der Slam in der Scheune Dresden. Top 3 der am häufigsten von mir besuchten Poetry Slams. Ab gestern Vergangenheit.

Verlustig

Heut hat im Gewühl auf den Brühlschen Terrassen
Mich sang- wie auch klanglos die Wehmut verlassen
Da stand ich nun plötzlich allein im Gewühl
So elendig fröhlich, ganz ohne Gefühl

Berlin & das sechsundsechzigste Gedicht

Berlin RAW-Gelände

Soloabend in Berlin. Leider zum letzten Mal im Corbo, das Ende April die Pforten schließen muss. Ein Anker weniger in der alten Heimat.

So ist mir Berlin

So ist mir Berlin doch ein andres geworden
Vertrauliches staut sich vorm Abfluss der Nähe
Will mich meine Stadt heut per Dresscode ermorden?
Es bleibt mir verborgen, was ich hier gern sähe

Man muss nicht erblinden
Weil Dinge verschwinden
Wärst du wieder hier
Würdst du anderes finden

Die Stadt heißt dich, brandneue Schätze zu heben
Du stolperst, als müsst es die alten noch geben
Die Gehwegplatten sträuben sich
Schon gerät das Flanieren dir gegen den Strich

So ist mir Berlin doch ein andres geworden
Ob der Blick vom Balkon plötzlich unvertraut ist?
Jede Nacht unterquert von der goldenen Horden
Erneuertem Sog, hängt er da und vergisst

Parisparis & das achtundfünfzigste Gedicht

Rue Jean-Pierre Timbaud

Nasser Empfang zum Doppelgig. Eine Straße, zwei Läden - der Transit durch Plädderregen.

Die Verlierer sind ausgemacht

Paris im Regen ist noch immer Paris
Keine Stadt kann als Stadt jeden Tropfen verneinen
Gerade deswegen gilt unerregt dies:
Sehr wenig wird ähnlich auf Ewig erscheinen

Stippvisite in München & das dreiundvierzigste Gedicht

Münchner Rathaus

Keine 24 Stunden Zwischenstopp in München, um das Gepäck zu wechseln. Skischuhe sind auch dabei. Es geht in die Schweiz. Aber eine Frage stellt sich auf der Türschwelle: Kann das nicht auch langsamer gehen?

Wiedersehen und wieder gehen

Ah jöö, Adieu - muss wieder geh'n
Und irgendwo am Mikro steh'n!

Nun, derart kurze Stippvisiten
Sollten sich von selbst verbieten

Reduzieren sie doch ein geliebtes Zuhause
Zur Backstage einer Auftrittspause

Essen & das einundvierzigste Gedicht

Essen die Einkaufsstadt

Einkaufsstadt, aber nicht käuflich. Auch im dicht besetzten Tourplan für dieses Jahr muss meine Geburtsstadt damit rechnen, dass ich einige Male in ihr Station mache. Ein schöner Anlass hierfür ist immer wieder, wie auch gestern, der stets ausverkaufte Grend Slam.

Der Stalker

Wie Essen vergessen? Das Grend, die Band
Die Stadt, in der man alle kennt
Die Parties mit den Diamanten
Die An- und Ab&Zu-Verwandten
Wo immer noch vorhält, was ich einst besessen
Wie sollt' ich, oh Essen, all dies je vergessen?

Beim Chef beklagte sich die Stadt
Dass sie vor mir nie Ruhe hat

Umzüge & das fünfunddreißigste Gedicht

München Stadtsilhoette mit Bergen

This is the day. Vor genau zwei Jahren parkten zwei riesige Zapf-Umzugslaster mit Berliner Kennzeichen vor unserer Münchner Wohnung. Wir hoffen lange Zeit nicht darüber nachdenken zu müssen, wie viele Laster für einen erneuten Umzug nötig wären. Trotzdem ist es schön zu wissen, dass unsere Clouds frei von Daten sind. Schleppen lohnt.

Meine Wohnorte

Jede Stadt, wo ich wohnte, kriegt's auch ohne mich hin
Essen, Hamburg, selbst Berlin
Trotzdem glaub' ich, es flüsterte München zu mir
"Schön, dass du da bist - wir brauchen dich hier!"

Die Tour & das sechsundzwanzigste Gedicht

Green Mill Poetry Slam

Bevor ich mich morgen mit der ersten Viererrutsche von einigen meiner liebsten Höhlen im Slam-Norden verabschiede, soll noch schnell ein Slogan-Gedicht als poetischer Soundtrack zum Tourfilm veröffentlicht sein:

Hashtag Abschiedstournee

Zwischen Löwen und Möwen
Zwischen Aachen und Sachsen
Zwischen Mal-wieder-Kind-sein
Und endlich erwachsen
Pend'le ich in einer Tour
(starker Abgang? Schwachsinn pur?)

Seiten

RSS - Erde abonnieren